Canon ist bekannt für seine hochwertigen und zuverlässigen Kameras. Besonders in der Zeit der digitalen Spiegelreflexkameras hatte der japanische Hersteller eine Dominanz auf dem Markt, wie sonst kaum ein anderer.
Das lag nicht nur an den fantastischen Kameras mit exzellenter Bildqualität und Verarbeitung, sondern auch an der riesigen Auswahl an Objektiven und dem ausgezeichneten Support für Profifotografen.
Heute habe ich alle großen Kameramarken ausprobiert, von Klassikern wie Canon, Sony und Nikon bis hin zu Exoten wie Leica und Ricoh Pentax. Und obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass Canon keine schlechte Wahl ist, für viele vielleicht sogar die beste, kehre ich dem Hersteller den Rücken – aus zwei wichtigen Gründen.
Das Wichtigste in Kürze
- Grund Nr. 1: Keine Autofokus-Objektive von Drittanbietern
- Grund Nr. 2: Account-Zwang für die Canon-App
- Canon-Kameras gehören dennoch zu den besten und sind nicht umsonst so beliebt bei professionellen Fotografen und Fotografinnen.
Keine Autofokus-Objektive von Drittanbietern
Einer der wichtigsten Gründe, sich eine Kamera mit Wechselobjektiven zu kaufen, ist der Zugriff auf den Objektivpark von dem gewählten System. Dieser wird in der Regel nicht nur durch die Objektive des Kameraherstellers, sondern auch durch die von Drittanbietern befüllt.
Solche Linsen stellen häufig Alternativen dar, die entweder günstiger sind oder Eigenschaften bieten, die der Kamerahersteller selbst bisher nicht im Angebot hat.
Warum sind Objektive bei Systemkameras wichtig? Objektive sind entscheidend für die Bildqualität einer Digitalkamera, da sie das Licht sammeln und fokussieren. Sie beeinflussen die Perspektive und den Bildausschnitt von eurem Foto und schaffen so mehr Raum für Kreativität. Unterschiedliche Objektive, wie Weitwinkel, Teleobjektive oder besonders lichtstarke Optiken, bieten spezielle Features und kommen für verschiedenste Aufnahmebedingungen zum Einsatz.
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Smartphones 2025: Werden sie die Kamera und Konsole wirklich ersetzen?
Bei den spiegellosen Kameras von Canon fehlen diese Alternativen – zumindest, wenn man ein Objektiv mit Autofokus sucht.
Canon erlaubt es Drittanbietern wie Sigma, Tamron, Samyang und anderen nicht, Objektive mit Autofokus für den Canon RF-Anschluss herzustellen.
- Das bedeutet, dass Fotografen und Fotografinnen mit Canon RF-Kameras nur die Objektive von Canon kaufen können, wenn sie Autofokus benötigen.
- Canon hat sein System für Kameras mit kleinerem APS-C-Sensor erst vor einigen Monaten für Drittanbieter geöffnet, aber Vollformat-Fotografen schauen weiter in die Röhre.
- Es gibt wunderbare manuelle Objektive von Drittanbietern, aber diese besitzen keinen Autofokus oder andere elektronische Funktionen.
Das geschlossene System wäre nicht weiter schlimm, wenn es wenigstens umfangreich wäre. Zum Beispiel gibt es aktuell für meine Lieblingsbrennweite von 50 Millimetern nur diese drei Optionen:
Für mich persönlich klafft hier eine riesige Lücke zwischen 200 und 1.600 Euro. Hier kommen Drittanbieter wie Sigma ins Spiel.
Das Sigma 50 mm F/1.4 Art ist zum Beispiel für einen Preis von knapp über 700 Euro verfügbar und muss sich optisch nicht von den Canon-Linsen verstecken. Es ist für Sony E und Panasonic Leica L verfügbar – aber nicht für Canon RF.
Wenn ihr euch für ein 50-mm-Objektiv mit Blende F/1.4 für Canon-Systemkameras interessiert, habt ihr nur eine einzige Option: Canon.
Dem Canon RF-System fehlt es an Midrange-Optionen. Den Einsteiger- und den Profi-Bereich deckt der Hersteller schon sehr gut ab, aber im Mittelfeld gibt es noch große Lücken.
Und selbst wenn Canon diese selbst füllt, wird das System immer weniger Alternativen haben als die Konkurrenz, solange es geschlossen bleibt.
Account-Zwang für die Canon-App
Wer heute Fotos schießt, vor allem Schnappschüsse, will sie auch mit anderen teilen und in diesem Punkt sind Smartphones einfach viel praktischer.
Abhilfe schaffen die Apps der Kamerahersteller, mit denen ihr eure Kamera nicht nur fernsteuern könnt, sondern auch einfach Fotos und Videos auf euer Handy übertragen könnt. Canon hat ebenfalls eine solche App, die ich immer sehr gerne mit meiner Canon EOS RP verwendet habe.
Jetzt hat der Hersteller angekündigt, dass irgendwann im ersten Halbjahr von 2025 eine Canon ID notwendig ist, um die App weiterverwenden zu können.
Das ist zwar nur eine kleine Hürde, aber eben wieder ein Konto mehr, das nicht nötig gewesen wäre. Vor allem erhalte ich durch die Anmeldung mit einer Canon ID keine zusätzlichen Vorteile, was ich hätte nachvollziehen können. Stattdessen werden Funktionen vorenthalten, die vorher ohne Konto nutzbar waren.
Zugegeben: Die Apps der anderen Hersteller wie Fujifilm oder Sony sind auch nicht besonders gut (langsame Leistung oder Bugs), aber wenigstens benötigt man nicht zwingend ein Konto.
Einige meiner Lieblingsfotos habe ich mit der Canon EOS RP und dem TTArtisan-Objektiv geschossen. Auch das günstige Canon RF 50 mm F/1.8 hat mir schöne Fotos beschert. Die App hat mir geholfen, die Fotos schnell zum Bearbeiten und Teilen auf mein Smartphone zu bekommen.
Es gibt auch klare Gründe für Canon
Obwohl ich mit dem Account-Zwang leben könnte, ist für mich das geschlossene Objektiv-System ein Grund Canon den Rücken zu kehren. Das muss jedoch nicht heißen, dass ihr mit dem Canon RF-System einen Fehler begeht.
Canon-Kameras und viele Objektive des Herstellers gehören weiterhin zu den besten auf dem Markt. Die Kameras sind überaus zuverlässig, bieten eine sehr hohe Bildqualität und der Autofokus gehört zu den besten.
Der japanische Hersteller hat zudem einige Objektive im Sortiment, die ein absoluter Traum für Profis und Enthusiasten sind, wie zum Beispiel das Canon RF 85 mm F/1.2 L USM oder das RF 28-70 mm F/2.0 L USM.
Zusätzlich besitzt Canon einen ausgezeichneten Service für Profis mit unbegrenzt kostenlosem Versand für Reparaturen und Rabatten für Mitglieder.
Wenn euch meine oben genannten Nachteile nicht signifikant beeinträchtigen, dann trefft ihr auch mit dem Canon-System eine gute Wahl.
Am Ende des Tages ist eure Kamera nur euer Werkzeug – oder euer fotografischer Pinsel. Was wirklich zählt, ist das, was auf der Leinwand landet.

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