Wenn wir an die Energiegewinnung mithilfe der Sonnenkraft denken, haben wir meist Photovoltaik-Anlagen im Sinn.
Einen anderen Ansatz verfolgt dagegen das Kraftwerk Ivanpah in US-Bundesstaat Kalifornien:
- Es bündelt die Sonnenstrahlung durch Spiegel auf dem Boden auf insgesamt drei Solartürme, um Wasser zu erhitzen und über den Wasserdampf passende Turbinen anzutreiben. Die Hauptenergiequelle ist also die Wärme der Sonne.
- Bei der Einweihung dieses solarthermischen Kraftwerks im Jahr 2014 war es weltweit das größte seiner Art.
- Insgesamt kommen über 170.000 Heliostate mit jeweils zwei Spiegeln zum Einsatz. Diese Geräte sorgen dafür, dass die Sonnenstrahlung stets auf den gewünschten Punkt hin gebündelt wird.
Doch über zwölf Jahre nach der Inbetriebnahme steht es schlecht um das große Kraftwerk.
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Welche Probleme das Kraftwerk plagen
Ein entscheidender Knackpunkt ist die Effizienz von Ivanpah.
Während Photovoltaikanlagen in der Zeit seit der Inbetriebnahme der Ivanpah-Analage immer günstiger wurden, sind die Betriebskosten des Sonnenwärmekraftwerkes stetig gestiegen. Aufgrund von mangelnder Rentabilität wollen Miteigentümer NRG Energy und Partner wie Google es nun schließen.
Den entsprechenden Vertragsauflösungen hat die California Public Utilities Commission (CPUC) allerdings widersprochen. Laut Solarpaces.org ist das aus verschiedenen Gründen der Fall:
- erneuerbare Energieerzeugung soll aufrechterhalten bleiben
- der Strombedarf steigt stetig
- die Schließung würde höhere Verluste erzeugen als mögliche Alternativlösungen (siehe unten)
- die aktuelle Bundespolitik schafft ein schweres Umfeld für die Genehmigung neuer Kraftwerke, die auf erneuerbare Energie setzen
Kritik an der Anlage gibt es auch von Umweltschützern, sowohl aufgrund des hohen Platzbedarfs als auch wegen der Bedrohung von Vögeln. Sie können unter anderem beim Durchfliegen der gebündelten Sonnenstrahlen durch die hohen Temperaturen verletzt oder getötet werden.
Wie die Anlage gerettet werden könnte
In einer Anfang April 2026 auf Nature.com veröffentlichten Studie stellen Experten einen Weg vor, die Effizienz der Ivanpah-Anlage deutlich zu erhöhen und sie somit wirtschaftlich tragbar zu machen.
Kern des Ganzen ist die Ergänzung von sogenannten Salzspeichern:
- Aktuell kann die Anlage nur direkt Wasserdampf und somit Strom erzeugen. Ohne Speichersystem gelingt das nicht nur dann am besten, wenn Strom ohnehin am günstigsten ist (also zur Mittagszeit), sondern es ist auch stark wetterabhängig und keine Stromerzeugung in der Nacht möglich.
- Würde man stattdessen Lösungen zur Speicherung der Wärme auf Basis von geschmolzenem Salz nachrüsten, könnte das den entscheidenden Umschwung für die Anlage bedeuten, wie die Forscher betonen:
Ein Turmkraftwerk mit geschmolzenem Salz und zwölf Stunden Speicher am Standort Ivanpah hätte bei heutigen Strompreisen eine um 30 Prozent höhere interne Rendite als Ivanpah im Jahr 2014 (bei gleichem Stromabnahmevertrag).
Doch ob es je zu einer solchen Umrüstung kommen wird, ist aktuell noch ungewiss.
Welche Auswirkungen auf die Umwelt eine sehr große Photovoltaik-Anlage in der Wüste haben kann, erfahrt ihr im oben verlinkten Artikel.
Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr schon mal von dem solarthermischen Großprojekt in Kalifornien gehört habt und wie ihr über diese Form der Energiegewinnung denkt.

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