Das Auto bremst – und ihr hebt beim Schritt auf den Zebrastreifen die Hand zum Dank. Unnötig, hält sich der Fahrer doch nur an das Gesetz. Ihr verratet Psychologen in dem Moment mehr über euch als ihr denkt.
Gleich mehrere Studien verknüpfen unser Verhalten im Straßenverkehr – sowohl am Steuer als auch zu Fuß – mit zentralen Eigenschaften, die uns als Mensch definieren.
Verhalten im Verkehr als Indiz für euren Charakter
Die zum Dank erhobene Hand gehört zum sogenannten prosozialen Handeln. Es ist eine Geste, die Kooperation und positive Interaktionen zwischen Menschen fördert, ohne dass ein persönlicher Vorteil dahintersteht. Eine chinesische Studie verknüpft insbesondere das Danken für die sichere Querung einer Straße mit einer Tendenz zur Offenheit und zu Altruismus (Uneigennützigkeit/Selbstlosigkeit).
Eine andere Studie stellt eine Verbindung zwischen der sogenannten Verträglichkeit als Persönlichkeitsmerkmal und prosozialem Verhalten her. Wer auf Angebote der Hilfe mit Dankbarkeit reagiert oder selbst auf hilfsbedürftige Menschen zugeht, da er oder sie Mitgefühl empfindet, gilt als verträglich.
Die Chance, dass aus dieser inneren Zugewandtheit konkretes Handeln wird, nimmt entsprechend zu. Die freundliche Bestätigung für den Autofahrer am Zebrastreifen lässt sich als ein möglicher Indikator für verträgliche Menschen nutzen.
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Dies stützt der Blick einer dritten Studie hinters Lenkrad: Persönlichkeit und Fahrverhalten hängen ebenfalls eng zusammen. Umsichtige Aktionen wie angepasste Geschwindigkeit oder Rücksichtnahme, um Risiken zu minimieren, korrelieren demnach deutlich mit hoher Verträglichkeit als Charakterzug. Wer hingegen das Risiko sucht und aggressiv fährt, erreicht statistisch betrachtet geringere Werte.
Kein Beweis, aber hilfreich
Aber Vorsicht: Weder der liebste Autofahrer noch der garstigste, undankbarste Fußgänger zeigt euch so garantiert ihren Charakter. Aus solchen Studien ist niemals eine vollständige Persönlichkeitsdiagnose abzuleiten. Wir sprechen hier über Muster, die sich statistisch über viele Menschen hinweg zeigen. Die Psychologie spricht deshalb eher von einem Hinweis als von einem Beweis.
Letztendlich bleibt der Blick aufs Große Ganze: Wer im Verkehr regelmäßig freiwillig kooperiert, statt immer nur auf sein Recht zu pochen, stützt das Zusammenleben – einmal direkt vor Ort und vielleicht auch darüber hinaus in Alltag, Beruf und Familie. Denn Verträglichkeit erleichtert selbst als Eigenschaft Einzelner das Leben für alle Beteiligten – derweil helfen Videospiele nachweislich als Nostalgie-Schmerzmittel
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Und vor allem bewirkt Freundlichkeit im Straßenverkehr meistens eines: An einem Ort, geprägt von Stress, Eile und Ungeduld, schenkt ihr mit jeder Geste der Freundlichkeit ein kleines bisschen dringend notwendige Ruhe, Entspannung und Menschlichkeit.
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