ChatGPT muss eine Deinstallationswelle hinnehmen, während ein Konkurrent erstmals Platz 1 der App-Charts einnimmt

Übers Wochenende zeigen sich erste Auswirkungen des ChatGPT-Boykotts in den USA.

Die Claude-App hat ChatGPT in den USA überholt. (Bildquelle: Francois Eichinger, Adobe Stock) Die Claude-App hat ChatGPT in den USA überholt. (Bildquelle: Francois Eichinger, Adobe Stock)

Seit der vergangenen Woche rufen viele ChatGPT-Nutzer zum Boykott der Plattform auf, weil OpenAI mit dem US-Verteidigungsministerium zusammenarbeitet. Erste Zahlen zeigen jetzt, wie viele diesem Aufruf folgen.

Viele Nutzer wechseln offenbar zu Claude

Wie TechCrunch mit Verweis auf Daten von Sensor Tower berichtet, sind die Deinstallationen der Mobile-App von ChatGPT am Samstag, dem 28. Februar 2026, im Vergleich zum Vortag um satte 295 Prozent gestiegen.

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Gleichzeitig gingen auch die Downloads der App im Vergleich zum Vortag um 13 Prozent zurück. Vor der Ankündigung des Deals hatte das Wachstum bei knapp 14 Prozent pro Tag gelegen. Seit dem Wochenende gibt es zudem zahlreiche neue, negative Bewertungen im App Store.

Anthropic freut sich: Ein erster Gewinner der Situation scheint sich ebenfalls schon herauskristallisiert zu haben. Im US-amerikanischen App Store steht seit dem Wochenende die Claude-App erstmals auf dem ersten Platz in den Downloadcharts.

Anfang 2026 bewegte sich die App noch im Bereich rund um den 40. Platz, vor zwei Wochen bei noch nicht mal dem 20.

Allerdings liegt ChatGPT in diesem Ranking weiterhin auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt von Googles Gemini-App.

Der Wechsel zu Anthropic dürfte eine klare Reaktion auf die unterschiedlichen Haltungen der beiden Unternehmen darstellen. Anthropic hatte sich geweigert, den Forderungen nach uneingeschränktem Zugang des US-Militärs zu seinen KI-Tools nachzukommen.

US-Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth hatten sich in der Folge äußerst kritisch über Anthropic geäußert. Das Unternehmen wurde zudem als nationales Risiko eingestuft, sodass kein Unternehmen, das Geschäfte mit dem US-Militär macht, die KI-Dienste nutzen darf.

Beim Angriff auf den Iran soll das US-Militär allerdings trotzdem noch auf Claude gesetzt haben.

Die Kritik an OpenAI war jedoch auch schon vor dem Militär-Deal laut geworden. Kürzlich hatte der CEO Sam Altman etwa einen merkwürdigen Vergleich zwischen Menschen und KI-Modellen angeführt, um den hohen Energieverbrauch von KI zu rechtfertigen.

Für den Moment sieht Anthropic wie der große Gewinner aus. Wie sich die Situation tatsächlich auf die Nutzerzahlen auswirkt, wird sich aber erst noch zeigen müssen. Die politische Situation ist hochdynamisch.

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