Chartstürmer-App will ChaGPT den Rang ablaufen und das Silicon Valley spielt verrückt - das steckt hinter DeepSeek

Was hat es mit der neuen App auf sich? Und ist sie wirklich besser als ChatGPT?

DeepSeek als günstige Alternative zu ChatGPT? (Bild: Adobe Stock_Mino21) DeepSeek als günstige Alternative zu ChatGPT? (Bild: Adobe Stock_Mino21)

In den US-amerikanischen iPhone-Charts hat es eine neue App an die Spitze geschafft und Überraschung: Es ist eine KI – und sie heißt DeepSeek. Hier und da munkelt man im Netz, dass sie sogar besser sein soll als ChatGPT. Doch ganz so einfach ist das nicht. Immerhin bietet OpenAI mittlerweile verschiedene Modelle an.

Warum ist das wichtig? Der ChatGPT-Konkurrent sorgt im Silicon Valley für einige Diskussionen (via TechCrunch). Dabei geht es unter anderem um den Preis und die Leistung:

  • Laut DeepSeek selbst übertrifft R1 das Reasoning Model o1 und andere Modelle von OpenAI in manchen Benchmarks.
  • Dabei sollen sich die Kosten für das Training des Models gerade einmal 5,6 Millionen US-Dollar betragen haben. Im Vergleich zu den mehreren hundert Millionen, die OpenAI für KI-Training ausgibt, ist das bedeutend weniger.

Zur Erinnerung: Reasoning Models sind KI-Modelle, die darauf spezialisiert sind, logisches Denken, Schlussfolgerungen und Entscheidungsprozesse zu simulieren, um komplexe Probleme zu analysieren und Lösungen zu entwickeln

Im Detail: Laut DeepSeek übertrifft R1 o1 bei den Benchmarks AIME, MATH-500 und SWE-bench Verified. AIME verwendet andere Modelle, um die Leistung eines Modells zu bewerten, während MATH-500 (entgegen der Erwartung, wenn man den Namen liest) eine Sammlung von Wortproblemen ist. SWE-bench Verified hingegen konzentriert sich auf Programmieraufgaben.

R1 hat 671 Milliarden Parameter, wie DeepSeek selbst angibt. Das sind für so ein günstiges Modell sehr hohe Zahlen. Zum Vergleich: OpernAIS GPT-4o hat 1,8 Billionen Parameter. Doch das Training für dieses Modell war um ein Vielfaches teurer. 

Für das vollständige R1 ist leistungsfähige Hardware erforderlich, aber es ist über die API von DeepSeek zu Preisen erhältlich, die 90 bis 95 Prozent unter denen von OpenAI o1 liegen.

Was sagt die Community?

Nicht umsonst geht die KI gerade so durch die Decke. Die Bewertungen sind mit 4,7 Sternen im App Store hervorragend. Die Gründe dafür scheinen vielfältig.

So schreibt Adaidig im App Store:

[...] zweifellos die beste künstliche Intelligenz, die es in Mathematik und Informatik gibt. Du brauchst nur ein Foto zu machen und ihm zu sagen, welches Problem auf dem Foto gelöst werden soll und er liefert dir die perfekte Antwort und Erklärung.

Generell scheinen Nutzer überzeugt davon zu sein, dass die Antworten von DeepSeeks R12 mindestens genauso gut sind wie die von anderen Modellen:


Die Qualität der Antworten ist mindestens genauso gut wie bei ChatGPT und Gemini, oft sogar besser. Außerdem ist die Benutzung komplett kostenlos.

Einigen Nutzern fehlen noch Funktionen. Marten zum Beispiel, schreibt:

DeepSeek bietet präzise Ergebnisse in text- und datenbasierten Analysen und kann mit dem Thinking-Modell von OpenAI o1 mithalten, besonders in Bereichen wie mathematischen Aufgaben und Programmierbenchmarks. Jedoch fehlen derzeit Funktionen wie Bildverarbeitung und Text-to-Speech.

Video starten 44:19 »Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität« - Wir busten mit einem Experten 5 Mythen zu KI

Silicon Valley zwischen Begeisterung und scharfer Kritik

Auf X und anderen Plattformen diskutieren einige CEOs und andere Profis aus der Tech-Branche über das KI-Modell und tauschen Begeisterung und Sorgen aus.

So schreibt der Risikokapitalgeber Marc Andreessen beispielsweise, DeepSeek sei »eine der erstaunlichsten und beeindruckendsten Errungenschaften, die [er] je gesehen habe«.

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Ein zentrales Thema ist, wie DeepSeek trotz US-Sanktionen Fortschritte erzielen konnte. Laut MIT Technology Review zeigt der Erfolg, wie Sanktionen Innovationen fördern können, die Effizienz und Kollaboration priorisieren. Dennoch betonte DeepSeek-CEO Liang Wenfeng, dass Exportrestriktionen eine »ernsthafte Hürde« darstellen (via Wall Street Journal).

Andere wiederum sehen eine Bedrohung durch DeepSeek. Neal Khosla, CEO von Curai, behauptete auf X: DeepSeek ist ein CCP-State-Psyop, das niedrige Kosten vortäuscht, um aggressive Preissetzungen zu rechtfertigen und die US-KI-Branche zu schwächen.

Ein Kommentar unter seinem Post weist jedoch auf fehlende Beweise hin. Zudem ist Khoslas Vater ein Investor bei OpenAI. Seine Aussage sollte man also mit Vorsicht genießen.

Journalist Holger Zschäpitz warnte:

Wenn ein chinesisches Unternehmen ein KI-Modell zu einem Bruchteil der Kosten entwickeln kann, könnte das Milliardeninvestitionen der USA infrage stellen.

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Garry Tan, CEO von Y Combinator, antwortet auf diesen Post und sieht eher Chancen:

Günstigere und schnellere Trainingsmethoden könnten die Nachfrage nach KI-Anwendungen steigern und den Markt weiter beschleunigen.

Ob die Kosten für das Modell wirklich so günstig waren und wie sich das in Zukunft auf die KI-Branche auswirkt, bleibt abzuwarten.

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