Das Cherry Xtrfy H3 Wireless ist ein solides Gaming-Headset und für ein kabelloses Modell obendrein relativ günstig. Für rund 130 Euro (UVP) werden mir eine ordentliche Akkulaufzeit von 100 Stunden sowie duale Konnektivität geboten.
Dennoch reichen mir nach weit über 100 getesteten Gaming-Headsets diese ziemlich schlagkräftigen Argumente alleine nicht aus. Weder der ausgegebene Ton noch das Mikrofon konnten mich im Alltag überzeugen.
Das Cherry Xtrfy H3 Wireless kann aber dennoch eine Kaufoption sein, unter bestimmten Bedingungen.
Transparenzhinweis: Cherry hat mir das Xtrfy H3 Wireless für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Eine Zeitreise
Beim Auspacken des Cherry Xtrfy H3 Wireless kommt bei mir als langjähriger Spielerin sofort ein Hauch von Nostalgie hoch. Das Gaming-Headset erinnert optisch in vielerlei Hinsicht an Modelle, wie sie vor rund acht Jahren in Mode waren.
Dieser Ersteindruck entsteht vor allem durch die massive Aufhängung aus Aluminium. In ähnlichem Design kommen nicht nur die Vorgänger aus dem eigenen Haus daher (Xtrfy H1 und H2). Auch einige ältere Geräte von HyperX und Trust schlagen optisch in diese Kerbe.
Zum Vergleich: Der Vorgänger Xtrfy H2 kam 2019 auf den Markt und das Design des neuen Modells hebt sich nicht nennenswert davon ab.
Ebenfalls ein wenig aus der Zeit gefallen scheinen die Kunstlederohrpolster – doch nur zunächst. Ein Blick auf die Innenseite offenbart, dass die Flächen, die an unserem Kopf beim Tragen des Headsets anliegen, aus einem Nylon-Mesh-Geflecht und somit etwas moderner und bequemer sind.
Klangprobe mit Spiel und Musik
Wo ich mich ohnehin schon in die Vergangenheit zurückversetzt gefühlt habe, startete ich bei meiner Klangprobe ebenfalls mit ein wenig älterer Musik: Kataklysm – Taking the World by Storm
. Ein fantastischer Song, dem mit diesem Headset leider den Wind aus den Segeln genommen wurde.
Ich bin bei der Band geblieben und wollte schauen, ob sich bereits bei der Musik andeutet, wie gut die Ortung des Headsets ist. Prädestiniert hierfür sind beispielsweise Crippled & Broken
und In Shadows & Dust
.
Insbesondere zu Beginn kommen die Töne aus verschiedenen Richtungen und wechseln sich im Verlauf mit hart abgesetzten Breakdowns. Manche günstige Gaming-Headsets sind hier bereits überfordert, nicht aber das Cherry Xtrfy H3 Wireless.
Die Zuordnung der Töne blieb auch bei schnellen Abfolgen deutlich. Im Spiel Metal: Hellsinger bestätigte sich der Eindruck. Die Ortung ist zwar nicht hervorragend, aber durchaus für Shooter geeignet.
Spezifikationen
- Verbindung: Kabel oder kabellos via 2,4-GHz-Funk-USB-Dongle oder Bluetooth 5.1
- Treiber: 53 Millimeter dynamic
- Kompatibilität: PC, Mac, PS5/PS4, Switch, Mobilie mit BT 2.0 oder höher
- Frequenzbereich: 20 Hz bis 20.000 Hz
- Impedanz: 16 Ohm
- Mikrofon: abnehmbar (Steckverbindung), Omnidirektional
- Akkulaufzeit: bis zu 100 Stunden (Lautstärke bei 50 Prozent)
- Active Noise Cancellation: Ja
- Reichweite: Funk bis zu 10 Meter
- Beleuchtung: Nein
- Gewicht: 327 Gramm ohne Mirkofon und Kabel, 342 Gramm mit Mikrofon (selbst gemessen)
Preis und Verfügbarkeit
- Release: Bereits erfolgt (März 2025)
- Preis: 130 Euro (UVP)
So habe ich getestet
Ich hatte das Cherry Xtrfy H3 Wireless ungefähr vier Wochen lang im Einsatz. Während dieser Zeit habe ich mit dem Headset während der Arbeit an Meetings teilgenommen, Musik und Serien konsumiert und nach Feierabend sowie an den Wochenenden gespielt. Außerdem habe ich mich privat stundenlang über Discord unterhalten.
Auch in Assassin's Creed: Shadows auf der PS5 war ich insgesamt zwar zufrieden – die Klangkulisse haut mich auch mit einem High-End-Headset nicht unbedingt vom Hocker – aber ein etwas facettenreicherer, voller Ton wäre drin gewesen.
Doch bei diesen Anwendungen blieb eines erneut offenkundig: Der Sound ist eher dünn. Insbesondere die Mitten werden vom Cherry Xtrfy H3 Wireless vernachlässigt.
Es liegt nicht am Metal – nie!
Um zu verifizieren, dass nicht mein bevorzugtes Musik-Genre schuld am schwachen Ton ist, hörte ich viel traurige Musik von Audioslave und schmunzelte zu The Beards. Hier zeichnete sich sogar ein noch schlechteres Klangbild ab.
Weder die verschiedenen Sound-Modi noch Equalizer-Einstellungen sorgten für eine signifikante Verbesserung.
Dennoch ist das Gesamtbild keinesfalls ein Totalausfall. Für den schon beim Release günstigen Preis ist die Tonausgabe vollkommen in Ordnung.
Ein uneindeutiger Reichweitentest
Beim Reichweitentest stehe ich von meinem Schreibtisch im ersten Stock auf (dort ist der Funk-Empfänger am PC angeschlossen), gehe einmal den kleinen Flur entlang in den nächsten Raum und dann die Treppe herunter. Erst ins Wohnzimmer, dann in die Küche, kurz mal ins Bad und schließlich nach draußen.
Selten waren die Ergebnisse dabei aber so unterschiedlich. Beim ersten Versuch brach der Kontakt bereits im Obergeschoss vor dem anderen Raum ab. Das sind keine fünf Meter Entfernung.
Cherry gibt die Reichweite jedoch mit zehn Metern an, also probierte ich mein Glück noch einmal einige Stunden später und siehe da: Plötzlich konnte ich nach unten und sogar bis in die Küche gehen, ehe es zu krisseln begann. Die Herstellerangabe kommt also ungefähr hin.
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Cherry präsentiert günstiges Multiplattform-Headset mit 100 Stunden Akkulaufzeit
Kein Vergleich zu teureren Gaming-Headsets wie dem Razer Blackshark V2 Pro (2023) oder dem Audeze Maxwell, aber für 130 Euro durchaus eine angemessene Leistung.
Und wo die Reichweite nicht die aller-allerbeste ist, punktet das Cherry Xtrfy H3 Wireless dafür mit einer üppigen Akkulaufzeit von rund 100 Stunden. Das Aufladen dauert rund fünf Stunden, währenddessen kann das Headset aber am Kabel weiterbenutzt werden.
Dank dualer Konnektivität können wir sowohl über Bluetooth als auch Funk spielen, und zwar auf sämtlichen moderneren Plattformen.
Das Mikrofon ... funktioniert
Beim abnehmbaren Ansteckmikrofon verhält es sich ähnlich wie beim Klang: Es macht seinen Job, ist ausreichend, aber es gibt viel Luft nach oben. In Meetings werde ich zwar verstanden, aber oft nicht sehr deutlich.
Wer das Mikrofon nicht jeden Tag benutzt und wer eher im Casual-Gaming-Bereich unterwegs ist, wird hiermit aber vollkommen zufrieden sein.
Es lässt sich einigermaßen gut zum Mund bewegen und bleibt zuverlässig in der Position, ohne sich zurückzubiegen. Der Windschutz kann abgenommen werden.
Solltet ihr euch das Cherry Xtrfy H3 Wireless kaufen?
Das Cherry Xtrfy H3 Wireless lohnt sich für euch, wenn ihr ...
- ... ein grundsolides, kabelloses Gaming-Headset zum kleinen Preis sucht.
- ... auf verschiedenen Plattformen spielt und sowohl Bluetooth als auch Funk benutzt.
- ... eine lange Akkulaufzeit möchtet.
Alternativen zum Cherry Xtrfy H3 Wireless
- Das Razer Blackshark V2 Pro (2023), wenn ihr bereit seid, ein klein wenig mehr zu zahlen. Dafür bekommt ihr ein hervorragendes Mikrofon und eine bessere Reichweite.
- Das SteelSeries Arctis Nova 5 Wireless, wenn ihr ein noch besseres Preis-Leistungs-Verhältnis möchtet.
- Das Corsair HS80 Max (Test), wenn ihr ein leichtes, bequemes Headset wollt.
Weitere Alternativen zum Cherry Xtrfy H3 Wireless findet ihr in unserer großen Kaufberatung zu dem Thema:
Zum Release in diesem Frühjahr kostete das Cherry Xtrfy H3 Wireless 130 Euro. Bereits jetzt sinkt der Preis. Wer einfach nur ein günstiges, kabelloses Gaming-Headset sucht, das sich via Funk und Bluetooth mit den wichtigsten Plattformen verbinden lässt, kann hier bedenkenlos zugreifen.
Allerdings nur dann, wenn weder die allgemeine Klangqualität noch die Mikrofonausgabe wichtig sind. Bei vielen Anwendern, die eher selten mit anderen in Voicechats unterwegs sind und am liebsten kleinere Titel spielen, bei denen der Sound schlichtweg keine so große Rolle spielt, dürfte das zutreffen.
Aber es gibt auch preiswerte Alternativen, die schon länger auf dem Markt und inzwischen günstiger zu bekommen sind, wie das SteelSeries Arctis Nova 5 Wireless.

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