Solarenergie ist spätestens seit diesem Jahr in aller Munde: Immer mehr Balkonkraftwerke werden auf den Markt geworfen, mit denen sich einiges an Energie - und damit Geld - einsparen lässt.
Eine der Möglichkeiten für solche Solaranlagen ist ein bifaziales Modul.
Dabei handelt es sich buchstäblich um zweiseitige PV-Module, die sowohl auf der Ober- als auch der Rückseite die Sonneneinstrahlung einfangen und in Strom umwandeln.
Als vergleichsweise junges Produktfeld ist bei Balkonkraftwerken jedoch noch viel Verbesserungspotenzial vorhanden.
Eine Option hierfür wurde nun von dem Unternehmen Solar Kapital in großem Stile auf eine 2.500 Quadratmeter großen Fläche in Lagkadas (Griechenland) getestet.
Geotextilien für mehr Leistung
Für den Feldversuch wurde unterhalb der Solaranlage weißes Geotextil angebracht. Solche Folien finden sich für den Heimgebrauch im gut sortierten Baumarkt.
Die PV-Module selbst wurden über je zwei 100-Kilowatt-Wechselrichter verbunden, mit einem festen Neigungsgrad von 25 Grad und befanden sich in einer Höhe von 1,5 Metern über dem Boden.
Ein Jahr lang wurde hier der Albedo-Effekt gemessen. Damit wird das Rückstrahlvermögen einer nicht spiegelnden Oberfläche bezeichnet; also das Verhältnis zwischen reflektierter und absorbierter Strahlung.
Aus diesem Grund sollte auch eine weiße Folie verwendet werden - dunklere Flächen absorbieren das Licht eher, anstelle es zu reflektieren, was dem Grundgedanken der bifazialen Module widerspricht.
Mehr Leistung, kürzere Amortisationszeit - mit einem Haken
Zwischen Juni 2022 und Mai 2023 wurden laut dem Bericht im PV-Magazin die Resultate gemessen. Das Ergebnis:
Der gewichtete durchschnittliche Leistungszuwachs der beiden Wechselrichter liegt bei 6,4 Prozent.
Die Messresultate unterlagen hierbei leichten Schwankungen, da es wetterbedingt zu unterschiedlichen Einstrahlungsstärken gekommen ist. Verglichen wurden die Werte mit identischen Wechselrichtern, die zwischen Mai 2021 und April 2022 gemessen wurden.
Laut Solar Kapital liegt die Amortisationszeit für das Auslegen vom Geotextil bei etwa zweieinhalb Jahren, welche auf einer Einspeisevergütung von 7,3 Cent pro Kilowattstunde basiert.
Allerdings ist hierbei zu beachten, dass der Zeitraum eher als grobe Schätzung zu verstehen ist - schließlich können je nach Untergrund die Installationskosten steigen. Zudem verliere das Geotextil im Laufe der Zeit an Reflexionsgrad, da es ständiger Witterung und Staub ausgesetzt ist.
Parallel dazu wurde seit April 2023 ein weiteres Testprojekt durchgeführt, bei dem die genutzten Module nicht speziell für die bifaziale Ausrichtung konfiguriert waren.
Auch hier wurden etwa 200 Quadratmeter weißes Geotextil unter die jeweiligen Module platziert. Im Vergleich zum Gerät ohne Folie wurde in den beiden Monaten seither eine Leistungssteigerung von 2,5 Prozent beobachtet.
Laut Solar Kapital soll dadurch die Amortisationszeit bei einer Einspeisevergütung von 33,5 Cent pro Kilowattstunde bei etwas weniger als einem Jahr liegen und sich so durchaus schnell rentieren.
Nutzt ihr bereits ein Balkonkraftwerk? Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Modellen gemacht? Werdet ihr das Experiment mit der weißen Folie auch zuhause testen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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