Eine der größten Herausforderungen bei der Energiewende ist, ausreichend Platz für Solar- und Windkraftanlagen zu finden. In Bayern wurde im Herbst 2025 eine neue Technologie eingeweiht, die Abhilfe schaffen könnte.
Schwimmende Solarparks
Im Kieswerk Jais im Landkreis Starnberg wurde im Oktober 2025 die erste vertikal schwimmende Photovoltaikanlage eingeweiht. Auf einem künstlichen See, der durch die Industrie entstanden ist, kann nun Energie gewonnen werden.
Im Zentrum steht dabei die patentierte SKipp-Float
-Technologie von SINN Power. Die einzelnen Paneele sind dabei wie Segelboote mit einem knapp eineinhalb Meter langen Unterwasserkiel ausgestattet. So sollen sie auch starken Winden trotzen können.
Durch die Anordnung bedeckt die Anlage weniger als fünf Prozent der Wasserfläche. Vorgeschrieben sind dabei maximal 15 Prozent, da für die Flora und Fauna ausreichend Licht und Sauerstoff hindurchkommen können muss.
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Offenbar haben schon viele Wasservögel die Schwimmkörper für sich entdeckt. An den Kielen bilden sich zudem Algen, die wiederum zur Nahrung für Fische wird. Die Wasserqualität soll sich verbessert haben, wodurch Umweltfreundlichkeit, Effizienz und Stabilität vereint werden können.
Die Paneele sind so ausgerichtet, dass sie in den Morgen- und Abendstunden am meisten Energie produzieren. Also genau dann, wenn sie am meisten gebraucht wird. Das Kieswerk konnte den Netzstrombezug in den ersten drei Wochen um knapp 70 Prozent reduzieren.
Riesiges Potenzial: Die Anlage in Bayern zeigt, dass erneuerbare Energien flächenschonend und ökologisch verträglich angezapft werden können. Ähnliche Anlagen sollen in weiteren Kiesgruben und Baggerseen installiert werden. Aber das ist nur der Anfang.
In Zukunft soll die SKipp-Float-Technologie auch auf dem offenen Meer eingesetzt werden. Dort können deutlich größere Flächen effektiv genutzt werden. In China gibt es etwa schon jetzt große Solarparks im Meer.
Während die Wende hin zu erneuerbaren Energien viele Herausforderungen birgt, wird weltweit immer mehr Strom verbraucht und benötigt. In den USA wird sogar darüber gestritten, ob Rechenzentren in Stoßzeiten abgeschaltet werden müssen.
Das Projekt in Bayern könnte einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass solche Probleme in Zukunft gelöst werden und das ganz ohne dass Wälder gerodet oder ganze Landstriche verunstaltet werden müssen. Wie gut die Lösung skalierbar ist, muss sich aber erst noch zeigen.

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