Seite 2: Die besten Outdoor-Handys für 2023

Darauf solltet ihr beim Kauf von Outdoor-Handys besonders achten

Wer die Seiten namhafter Hersteller nach besonders robusten Smartphones abklappert, wird nicht viele Modelle finden. Außer Samsung hat es keiner der aktuell großen Mainstream-Handy-Schmieden in unsere Bestenliste geschafft. In diesem Segment bekannt sind Unternehmen wie Crosscall, AGM, Blackview, Doogee oder Caterpillar.

Android regiert die Outdoor-Welt

Alle von uns empfohlenen Geräte setzen auf Googles Android-Betriebssystem. Das liegt nicht etwa an einer Vorliebe unsererseits, sondern an der absoluten Dominanz des OS in dieser Sparte. Von Apple können wir beispielsweise einfach kein Smartphone für den ruppigen Außeneinsatz empfehlen.

Kleine Hersteller tun sich oft schwer bei der Versorgung mit Android-Updates. Wenn ihr ein Outdoor-Smartphone als langfristigen Begleiter sucht, kann zum Beispiel das Versprechen von Samsungs Xcover 6 Pro über vier Jahre Betriebssystem- und fünf Jahre Sicherheits-Updates kaufentscheidend sein.

Gehäuse: Wasserdicht und stoßfest soll es sein

Das A und O für die Widerstandsfähigkeit ist das Gehäuse und das Design per se. Glas und gebürstetes Aluminium sind hier fehl am Platz. Zu hoch ist das Risiko von Sprüngen, Kratzern und Dellen im Material. Stattdessen wird viel Kunststoff verwendet, Ecken und Kanten sind möglichst rutschfest gummiert, die Displayränder fallen recht groß aus, um Stöße besser wegstecken zu können.

Wichtig ist auch die IP-Zertifizierung. IP steht für Ingress Protection und bedeutet Schutz gegen Eindringen, in diesem Fall von Staub und Wasser. Im Prinzip gilt, je höher die angegebenen beiden Ziffern sind, desto besser. Fast alle hier aufgeführten Handys sind mindestens IP68-zertifiziert. Die Angabe für Wasserdichtigkeit bezieht sich immer auf Süßwasser.

Obendrein habt ihr beim Hersteller meistens keinen Garantieanspruch, falls es doch zum Wasserschaden kommen sollte. Mit der erfreulichen Ausnahme von Caterpillar!

Solche Strapazen muss ein Outdoor-Handy Gehäuse unter Umständen wegstecken können. Solche Strapazen muss ein Outdoor-Handy Gehäuse unter Umständen wegstecken können.

Militärstandards

Einige Geräte schmücken sich mit dem Siegel des Militärstandards MIL-STD-810G und -810H. Das sollte an und für sich bedeuten, dass dieses Telefon einen besonders harten Parcours zu Stoßfestigkeit, Kälte- und Hitzeresistenz, Vibrationen, Luftdruckschwankungen und einigen weiteren Disziplinen bestanden haben sollte.

Allerdings ist dies mehr als Marketing-Gag zu verstehen, denn es reicht ein einzelner erfolgreich absolvierter Test bereits aus, um sich dieses Zertifikat zu verdienen. Welcher das ist, darf obendrein der Hersteller auch noch selbst aussuchen. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, diese Zertifizierung in unserer Kaufberatung nicht anzugeben.

IP-Zertifizierungen

Die erste Ziffer des IP-Codes gibt den Schutz gegen Fremdkörper an. Eine 5 wäre staubgeschützt, die 6 steht für staubdicht. Die zweite Ziffer steht für den Schutz gegen Wasser. Hier sind die wichtigsten Codes und ihre Bedeutung:

IP-KennungSchutz gegen StaubSchutz gegen Wasser
IP67staubdichtSchutz gegen kurzes Untertauchen
IP68staubdichtSchutz gegen dauerndes Untertauschen bis 1 Meter
IP69/IP69KstaubdichtSchutz gegen Wasser bei Hochdruckreinigung

Ausstattung und Spezifikationen für Weltweite Ortung, praktische Features und moderne Prozessoren

Technisch bewegen sich die hier empfohlenen Modelle alle in etwa auf Mittelklasse-Niveau konventioneller Smartphones. Die neuesten und schnellsten SoCs finden sich in dieser Klasse nicht. Auch 5G-Unterstützung ist noch nicht im Standard angekommen.

Oftmals kommen Octa-Core-CPUs mit nur zwei leistungsstarken und sechs Effizienz-Kernen zum Einsatz. Diese reichen zwar nicht an die Top-Leistungen des aktuellen High-End heran, ermöglichen aber ein flottes Bedientempo. Ein besonderer Fokus liegt ohnehin auf Energieeffizienz, was dem Dauereinsatz im Freien ohne verfügbare Steckdose zugutekommt.

Wer häufig zwischen mehreren Ländern unterwegs ist, für den könnte die Dual-SIM-Funktionalität einen echten Mehrwert bieten. Häufig wird jedoch der zweite SIM-Slot auch als SD-Erweiterungsplatz verwendet. In diesen Fällen müsst ihr euch also entscheiden zwischen Dual-SIM oder erweitertem Speicher. Wer beides zugleich unbedingt benötigt, findet aber auch ein passendes Outdoor-Handy.

Wenn das Smartphone als Navigationsgerät fungieren soll, etwa bei längeren Trips durch abgeschiedene Wildnis oder selbst in Häuserschluchten weltweiter Großstädte, kann die Ortung umso präziser sein, je mehr GNSS-Satellitensysteme, wie GPS, Galileo, GLONASS, Beidou oder QZSS von eurem Telefon unterstützt werden. Bei der Orientierung in den Bergen hilft euch außerdem ein Barometer für die Höhenbestimmung.

Display: Leuchtstärke ist Trumpf im grellen Sonnenlicht

Es ist wohl das Bauteil, welches am häufigsten zu Bruch geht. Glas ist eben empfindlich, auch wenn Corning mit Gorilla Glass immer belastbarere Varianten entwickelt. Die aktuellste und stabilste Ausführung heißt Victus 2, das selbst einen 2 Meter Sturz auf Asphalt überstehen soll. Es wird aber noch in keinem der hier gelisteten Smartphones verwendet. Einige Modelle sind immerhin ausgestattet mit dem noch aktuellen Primus Gorilla Glass Victus.

Für die Verwendung unter gleißendem Sonnenlicht braucht es natürlich ein sehr leuchtstarkes Display. Leider ist das genau der Punkt, an dem es häufig hakt, denn hier lässt sich eine Menge Geld einsparen. Auch in puncto Auflösung macht sich dies bemerkbar: Während High-End-Handys teilweise WQHD+ (2960x1440 Pixel) bieten, findet man hier meist FHD+ (2220x1080 Pixel) oder gar nur HD+ (1480x720 Pixel) vor.

OLED-Displays haben sich ebenso wenig als Standard etabliert, wie eine 120-Hertz-Bildwiederholrate. Die Bedienung mit Handschuhen und auch im Nassen ist hingegen bei den meisten Geräten kein Problem.

Ein brillantes Dynamic AMOLED 2x Display wie das Galaxy S22 Ultra bietet kein Outdoor-Handy. Ein brillantes Dynamic AMOLED 2x Display wie das Galaxy S22 Ultra bietet kein Outdoor-Handy.

Kamera: Mindestens eine Klasse unter Mainstream-Geräten

Für Schnappschüsse sind alle Outdoor-Handys mit einer akzeptablen Kamera ausgestattet. Am unteren Ende des Feldes ist diese aber eher nur für Dokumentationszwecke geeignet, wirklich gute Landschaftsaufnahmen, Porträts oder gar Nachtszenen zählen nicht zu ihren Stärken.

Selbst die besten Geräte in diesem Vergleich sind in der Fotoqualität nicht auf Augenhöhe mit Flaggschiff-Smartphones wie dem iPhone 14 Pro. Was in dieser Liga für Fotos möglich sind, erfahrt ihr in diesem Artikel:

Dafür kann man sich bei einigen Modellen über eine Wärmebildkamera freuen. Die ist nicht nur für PC-Overclocking-Enthusiasten zu Hause interessant, sondern kann im Arbeitsalltag, Haushalt oder in der Freizeit nützlich werden, um beispielsweise die Isolierung der eigenen vier Wände zu überprüfen oder um sicherzugehen, dass das Feuer beim Campen auch ganz gelöscht ist.

Ebenso spannend ist eine Nachtsichtkamera mit Infrarotsensor, der im Dunkeln zumindest Schwarz-Weiß-Aufnahmen ermöglicht.

Akku: Lange Nutzungsdauer durch hohe Kapazitäten oder Wechselakkus

Für eine tagelange Nutzung braucht es auch bei noch so effizienter Hardware vor allem eines: Einen großen Akku. Und den bekommt man bei so einigen Outdoor-Handys auch. Das Oukitel WP19 Pro bietet mit 21.000 mAh eine fast sieben Mal so große Kapazität wie ein iPhone 14 Pro. Das schlägt sich aber auch auf das Gewicht nieder.

Satte 570 Gramm bringt es auf die Waage. Andere Geräte, wie das Samsung Xcover 6 Pro setzen auf wechselbare Energiespeicher. Diesen darf man dann aber weder vergessen aufzuladen, noch mitzunehmen! Auch der Schutz gegen Eindringen von Staub und Wasser ist durch diese Lösung leicht eingeschränkt.

Beim Laden muss mitunter ungewohnt viel Geduld aufgebracht werden. Denn wirklich schnelles Aufladen wird nur selten unterstützt. Mit maximal 10 Watt braucht das Cubot KingKong Mini 3 unnötig lange, bis der kleine 3.000 mAh Akku wieder voll ist. Oben genanntes Oukitel WP19 kann immerhin mit 33 Watt Ladeleistung deutlich flotter wieder einsatzbereit werden.

Da das Thema Akku gerade bei Outdoor-Handys ein sehr wichtiges ist, interessiert euch vielleicht ein Ausblick in die Zukunft der Technik:

Die Möglichkeit für induktives Laden ist auch keine Selbstverständlichkeit. Sofern das Auto eine entsprechende Vorrichtung hat, könnte das aber gerade für vielreisende Außendienstler ein Segen sein. 

Letztendlich müsst ihr abwägen, was ihr wirklich benötigt und einen Kompromiss eingehen. IP-69 Zertifizierung oder wechselbaren Akku, super lange Laufzeit oder angenehmes Gewicht zum Tragen in der Hosentasche. Alles zusammen geht leider nicht.

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