In immer mehr Ländern müssen Onlineplattformen inzwischen nachweisen, dass Minderjährige bestimmte Inhalte nicht zu sehen bekommen. Die gängigen Methoden dafür wie Ausweis-Scan oder Gesichtserkennung lösen regelmäßig Unbehagen und Kritik aus.
Auch Discord kämpft mit diesem Spagat. Im Februar hatte der Dienst eigene Pläne für eine globale Alterskontrolle auf Eis gelegt, nachdem Nutzer massiv Kritik geübt hatten. Nun hat Mitgründer und CTO Stanislav Vishnevskiy im offiziellen Blog verkündet, wie die überarbeitete Version aussieht – und ab dieser Woche ausgerollt wird.
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19:30
»Die haben dann die *****backen zusammengekniffen ...« - GameStar 10/16 im Rückblick
Automatische Einstufung statt Ausweispflicht für alle
Im Zentrum steht ein Modell, das Konten anhand von Verhaltensmustern automatisch einer Altersgruppe zuordnet – etwa dem Kontoalter, der Aktivität oder den Servern, in denen jemand unterwegs ist.
- Demnach soll das automatische Verfahren mehr als 90 Prozent der Nutzer erfassen, die dadurch überhaupt nichts weiter tun müssen.
- Discord betont dabei ausdrücklich, dass weder Nachrichten noch Anrufe ausgewertet würden und kein einzelner Server über die Einstufung entscheide.
Wenn ihr unsicher seid, in welcher Gruppe ihr gelandet seid, findet ihr euren Status künftig unter »Account-Status« in den Nutzereinstellungen. Eine unabhängige Prüfung der Trefferquote gibt es dazu bisher nicht.
Mehr Wege zur Bestätigung als Ausweis und Selfie
Werdet ihr nicht automatisch eingeordnet, sollt ihr laut Discord künftig zwischen mehreren Nachweisen wählen können; je nach Region soll das auch ganz ohne ID-Scan oder Video-Selfie gehen.
- Alternativ soll nämlich eine hinterlegte Kreditkarte beim US-amerikanischen Dienstleister Stripe, die Altersfreigabe aus Apples App Store oder Googles Play Store, der Ausweis-Pass in Google Wallet oder der plattformübergreifenden Dienst AgeKey zur Verifizierung ausreichen.
- Bei der Gesichtserkennung will Discord indes nur noch mit Anbietern arbeiten, deren Auswertung vollständig auf dem Gerät der Nutzer läuft, sodass biometrische Daten das Smartphone gar nicht erst verlassen.
Sturmlauf gegen die ursprüngliche Idee: »Ich werde mein Gesicht nicht für eine Chat-App scannen«: Massive Kritik an Discords neuen Verifikations-Plänen – Nutzer drohen mit Abwanderung
Was sich für Teenager konkret ändert
Landet ihr in der Altersgruppe »Teen«, greifen laut der Ankündigung drei Einschränkungen: Nachrichten von Fremden landen zunächst in einem separaten Anfragen-Postfach, altersbeschränkte Server, Kanäle und als sensibel markierte Inhalte bleiben verborgen, und euer vollständiges Profil samt Aktivität ist nur für Freunde und kleinere Server sichtbar. Als »unbestätigt« Eingestufte unterliegen vorerst denselben Regeln.
Discord will die Zahlen zur neuen Alterseinstufung künftig auch in seinen Transparenzberichten veröffentlichen. Ob die Trefferquote dort tatsächlich so hoch ausfällt wie versprochen, zeigt sich dann an echten Zahlen.

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