Exklusiver Content & monatliche Vollversionen

Exklusiver Content & monatliche Vollversionen

Nachdem sein Erfinder spurlos verschwand, ist eine ausgezeichnete DnD-Alternative von Fans runderneuert worden

Grimwild begeisterte 2024 eine kleine Rollenspiel-Community und gewann sogar einen Award. Dann ist der Erfinder plötzlich verschwunden.

Grimwild gewann einen Award und ist bei Fans sehr beliebt. Aber seit über einem Jahr gilt sein Erfinder als vermisst. Artwork: Per Janke. Grimwild gewann einen Award und ist bei Fans sehr beliebt. Aber seit über einem Jahr gilt sein Erfinder als vermisst. Artwork: Per Janke.

Die Geschichte von Grimwild ist eine der kuriosesten im Pen&Paper-Kosmos. Denn bis heute sind die Umstände rund um das mysteriöse Verschwinden seines Erfinders vollkommen ungeklärt. Niemand weiß, warum die als J. D. Maxwell bekannte Person von einem Tag auf den nächsten für niemanden mehr erreichbar war.

Doch die Community, die sich um Grimwild gebildet hatte, ließ sich davon nicht abschrecken. Gemeinsam haben sie das Ruder in die Hand genommen und in einem gewaltigen Gruppenprojekt eine völlig neue Edition von Grimwild zusammengestellt, die jetzt veröffentlicht wurde. Rascal-News hat kürzlich mit den Beteiligten darüber gesprochen und auch über die mysteriöse Vorgeschichte von Grimwild.

Video starten 5:45 Was ist Pen&Paper? Unser Experte klärt die Grundlagen

Die Geschichte von Grimwild

Das Rollenspiel wurde 2024 mittels der Crowdfunding-Plattform BackerKit finanziert, fertiggestellt und als kostenloses Regelwerk veröffentlicht. Es galt als eine spannende Alternative zu Dungeons & Dragons. Die Fans mochten daran, dass Grimwild einen großen Fokus auf narratives Spiel, kinoreife Momente und einen flotten Spielablauf legte.

Es bot also ein Gegengewicht zu dem insgesamt recht regellastigen Dungeons & Dragons mit einer vergleichbaren Fantasy-Spielwelt. Als Inspirationen für Grimwild wurden andere beliebte Regelsysteme wie Fate, Blades in the Dark oder Dungeon World genannt. Das Spiel gewann sogar einen Ennie-Award als bestes kostenloses Produkt – die Ennies sind der wichtigste Branchenpreis für Pen&Paper-Rollenspiele.

2025 wurde dann eine zweite Crowdfunding-Kampagne gestartet. Diesmal sollte damit eine physische Version finanziert werden. Beide Kampagnen brachten zusammengerechnet etwa 87.000 US-Dollar ein. Auch die zweite Kampagne hatte ihr Ziel bereits erreicht. Bald sollte der Druck von Grimwild starten und dann ... Stille.

Im Sommer 2025 verschwand der Erfinder J. D. Maxwell komplett von der Bildfläche. Niemand weiß wieso. Es ist vollkommen unklar, ob Maxwell sich bewusst zurückgezogen hat, ob es etwas mit seinem gesundheitlichen Zustand zu tun hat oder ob ihm Schlimmeres widerfahren sein könnte.

Für die Illustrationen von Grimwild ist der in Berlin beheimatete Künstler Per Janke verantwortlich. Für die Illustrationen von Grimwild ist der in Berlin beheimatete Künstler Per Janke verantwortlich.

Normalerweise liegt die Vermutung natürlich auch nahe, dass es sich bei Grimwild um einen Exit-Scam handelt. Also dass Maxwell nur das Geld der Community einsacken wollte, um sich dann aus dem Staub zu machen. Das scheint hier aber unwahrscheinlich. Die ursprüngliche Kampagne lief vollkommen ordnungsgemäß ab. Das Geld wurde wie schon erwähnt gesammelt, die Ziele erreicht und das Rollenspiel veröffentlicht.

Anders sieht es natürlich bei der zweiten Kampagne aus. Hier wurde das Geld gesammelt, die physische Version aber nie ausgeliefert. Laut den Aussagen einiger freier Mitarbeiter von Maxwell gab es zwar einen Auftrag bei der Druckerei und die Herstellungskosten waren bezahlt, doch die Druckerei hat nie eine finale Freigabe erhalten. Da Maxwell jedoch der einzige gesetzliche Vertreter des dazugehörigen Verlags Oddity Press ist, konnte auch niemand sonst diese Freigabe geben.

Auf die Konten mit dem gesammelten Geld hat ebenfalls niemand von den freien Mitarbeitern oder Discord-Moderatoren Zugriff. Es ist unklar, ob das gesammelte Geld dort noch liegt oder nicht. Gleich was die Gründe sind, etwas bekommen haben die Backer der physischen Version von Grimwild für ihr Geld bis heute nicht.

Die Community übernimmt

Weiterhin wird Grimwild von einer aktiven Community allerdings gespielt und gemocht. Der einst offizielle Discord-Server ist inzwischen von den Moderatoren übernommen worden. Gemeinsam haben sie das Projekt gestemmt, eine Community Edition von Grimwild zu veröffentlichen. Hier haben hunderte Fans zusammengearbeitet und eine Version erschaffen, die viele Probleme des ursprünglichen Projekts beheben konnte. Beispielsweise ist die neue Version besser lesbar und einsteigerfreundlicher.

Möglich war das alles, da Maxwell sein Rollenspiel bewusst unter der Creative-Common-Lizenz 4.0 veröffentlichte. Damit ist es allen Menschen freigestellt, sein Werk weiterzuverbreiten, zu modifizieren und zu überarbeiten. Solange der ursprüngliche Creator genannt wird. Jetzt wo Maxwell also vermutlich nicht mehr zurückkehrt, gehört Grimwild damit im Grunde den Fans.


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.