DisplayHDR 1400 - VESA stellt neuen Standard und Anforderungen vor

Die VESA stellt mit DisplayHDR 1400 ein neues Gütesiegel für HDR-fähige Monitore vor und hebt künftig die Anforderungen für alle Klassen an.

von Alexander Köpf,
07.09.2019 06:20 Uhr

Die VESA ist eine internationale Organisation zur Videostandardisierung. Die VESA ist eine internationale Organisation zur Videostandardisierung.

Die Zahl der HDR-fähigen Monitore nimmt stetig zu. Zur Klassifizierung dienen die DisplayHDR-Standards der Video Electronics Standards Association (VESA).

Bislang galt DisplayHDR 1000 als höchstes Qualitätsniveau für LCD-Displays, nun jedoch wurde mit DisplayHDR 1400 ein noch höherer Standard geschaffen - zudem werden auch die Einstufungskriterien für alle Klassen verschärft.

Testverfahren wird aufgewertet

Am 4. September 2019 kündigte die VESA an, künftig ihre »High-Performance Monitor and Display Compliance Test Spezification« (DisplayHDR) von Version 1.0 auf Version 1.1 anzuheben. Die technische Entwicklung bei Monitoren sei in den letzten Jahren sehr gut vorangeschritten und eine Anpassung daher sinnvoll.

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High Dynamic Range (HDR) hält in Spielen, Anwendungen und Filmen Einzug, entsprechende Displays werden immer besser. Die VESA passt den Standard nun der technischen Entwicklung an. High Dynamic Range (HDR) hält in Spielen, Anwendungen und Filmen Einzug, entsprechende Displays werden immer besser. Die VESA passt den Standard nun der technischen Entwicklung an.

Ab Mai 2020 werden neben aufgewerteten Tests zum Farbraum auch einige neue Test, wie Active Dimming, verpflichtend abverlangt (siehe Liste unten). Display-Hersteller können ihre Produkte aber auch jetzt schon unter den erschwerten Bedingungen einstufen lassen.

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Die VESA geht daher davon aus, dass die überwiegende Mehrheit neuer Monitore ohnehin nach DisplayHDR 1.1 zertifiziert wird. Aber auch die meisten ältere Modelle sollen den Anforderungen bereits entsprechen:

"Systeme, die bereits die DisplayHDR 1.0 Zertifizierung erhalten haben, benötigen keine Rezertifizierung. Wir gehen davon aus, dass die große Mehrheit der Systeme, die die Voraussetzungen für 1.0 erfüllen, auch den Anforderungen von DisplayHDR 1.1 genügen."

Bislang wurden laut VESA über 125 Monitore nach DisplayHDR 1.0 zertifiziert.

DisplayHDR 1400

DisplayHDR 1400 erfordert in der Spitze kurzfristig 1400 cd/m². Über 30 Minuten müssen 900 cd/m² gehalten werden. DisplayHDR 1400 erfordert in der Spitze kurzfristig 1400 cd/m². Über 30 Minuten müssen 900 cd/m² gehalten werden.

Mit DisplayHDR 1400 wird außerdem ein neuer höchster Standard eingeführt. Grundvoraussetzung hierfür ist das Erreichen einer kurzfristige Spitzenhelligkeit von 1.400 cd/m² für zehn Prozent der Bildfläche. Aus diesem Wert ergibt sich auch die Nomenklatur der Gütesiegel: so verlangt die Klassifizierung DisplayHDR 1000 entsprechend 1.000 cd/m².

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Gegenüber letzterer müssen Displays mit der Zertifizierung DisplayHDR 1400 zudem ein 3,5 Mal größeres dynamisches Kontrastverhältnis vorweisen und die Schwarzwerte in den Ecken dürfen 0,02 cd/m² nicht überschreiten.

Dazu kommen noch weiterer Spezifikationen, die in den Richtlinien zu DisplayHDR CTS 1.1 zu finden sind.

Der Asus Pro Art PA32UCG beherrscht die Anforderungen für DisplayHDR 1400 bereits, ist aber für professionelle Zwecke und nicht primär Gaming gedacht. Der Asus Pro Art PA32UCG beherrscht die Anforderungen für DisplayHDR 1400 bereits, ist aber für professionelle Zwecke und nicht primär Gaming gedacht.

Es gibt auch schon einen Monitor, der den Anforderungen von DisplayHDR 1400 entspricht: der Asus ProArt PA32UCG wird im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin ausgestellt, die vom 6. bis 11. September 2019 für Besucher geöffnet ist.

Die Neuerungen der Spezifikation DisplayHDR 1.1 laut VESA:

  • Active Dimming - DisplayHDR erfordert nun Active Dimming Performance Levels, ein Feature, das den den Energieverbrauch von Displays erheblich senken kann und intensiveres Schwarz ermöglicht.
  • DisplayID Accuracy - gewährleistet die richtige Leuchtkraft und Farbskala, die in der DisplayID oder für die Extended Display Identification Data (EDID) festgelegt ist. Dadurch wird das Videosignal für das jeweilige Display optimiert und gewährleistet hierdurch die bestmögliche Performance.
  • Dual Corner Box Test - Farbtests sowohl für Schwarz als auch Weiß wurden erheblich verbessert, was sich vor allem in intensiveren Farben wiederspiegelt.
  • Neue Spezifikationen der Farbbereiche - DisplayHDR enthält nun einen 10 Prozent Farbverbesserungs-Test, zusätzlich zu dem bereits existierenden 100 Prozent Vollbild-Farbtest. Diese Verbesserungen sorgen für bessere Performance unter Windows.
  • Kombinierte Leuchtkraft - DisplayHDR erhält einen Mechanismus, um absolute Farbechtheit bei voller Leuchtkraft zu gewährleisten.
  • On-Screen Display (OSD) Mode Indication - alle DisplayHDR-zertifizierten Monitore mit OSD-Menü-Funktion müssen in Zukunft deutlich anzeigen, welche Modi DisplayHDR unterstützt. Damit wird es Nutzern wesentlich erleichtert, ihre Einstellungen zu optimieren.
  • DisplayPort Certification Specification - jeder DisplayHDR-zertifizierte Monitor mit einem DisplayPort-Interface muss sich einer DisplayPort-Zertifizierung unterziehen, um sicherzustellen, dass das Display optimal mit VESA DisplayPort-zertifizierten Kabeln und Peripheriegeräten funktioniert.

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