Dreame schickt mit dem L50 Pro Ultra einen Saug- und Wischroboter ins Rennen, der die Brücke zwischen der absoluten Oberklasse und einem attraktiven Preis schlagen soll.
Er erbt fast alle Top-Features des teuren Flaggschiffs X50 Ultra Complete inklusive des einfahrbaren Laserturms und des ausfahrbaren Wischmopps, verzichtet aber auf die UV-Desinfektion von Mopp und Staubbeutel sowie die hervorragenden Klettereigenschaften des großen Bruders.
Dafür liegt die UVP beim L50 Pro Ultra mit 1.299 Euro satte 200 Euro unter dem des Topmodells (1.499 Euro). Merkt man da überhaupt einen Unterschied?
Ich habe den Roboter zwei Wochen lang im Härtetest durch einen turbulenten Familienalltag geschickt, um herauszufinden, ob die wenigen Kompromisse in der Praxis überhaupt auffallen.
Transparenzhinweis: Dreame hat uns den L50 Pro Ultra für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Das Test-Szenario: So habe ich getestet
Ich habe den Dreame L50 Pro Ultra zwei Wochen lang in der unteren Etage meines Einfamilienhauses auf die Probe gestellt, um seine Alltags-Performance zu bewerten.
- Testumgebung: 38 m² Reinigungsfläche (von insgesamt 66 m²).
- Böden: Hauptsächlich Fliesen und PVC sowie niedrigflorige Teppiche.
- Besondere Herausforderungen: Haushalt mit einem 4-jährigen Kind (Krümel, Spielzeug) und einer Katze.
- Saugleistung: Für die Bewertung der Saugleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Mehl, Haferflocken sowie Katzentrockenfutter verteilt. Darüber hinaus habe ich jeweils eine Handvoll Katzenhaare auf Fliesen und Teppich drapiert.
- Wischleistung: Für die Bewertung der Wischleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Milch, Saft und Kaffee verteilt und diese in einem zweiten Durchgang eintrocknen lassen.
- Schwellen: Da meine Umgebung keine Türschwellen hat, teste ich sie mithilfe eines in der Höhe verstellbaren Hindernisses.
Lieferumfang & erster Aufbau
Im Karton findet sich ein solides Startpaket. Neben Roboter und Station liegen bei:
- zwei Staubbeutel (Ersatz-Staubbeutel ist dabei)
- eine Flasche Reinigungsmittel (200 ml)
- eine praktische Teleskop-Bürste zur Reinigung der Station
- Schnellstartanleitung + Benutzerhandbuch
Die Einrichtung war in weniger als 10 Minuten erledigt, bei mir aber mit einem kleinen Problem verbunden. Normalerweise schließt ihr die Station an den Strom an, startet die Dreame-App und scannt zur Aktivierung einen QR-Code mit der Kamera des Roboters.
Genau das funktionierte bei mir jedoch nicht. Glücklicherweise bietet Dreame als Workaround die Kopplung über ein lokales Netzwerk an, was auf Anhieb funktionierte.
An dieser Stelle sei gesagt, dass mein Kollege Frederic den Roboter bereits vor mir ausprobiert und möglicherweise nicht korrekt zurückgesetzt hat. So oder so: Die Einrichtung ist dank der detaillierten Beschreibungen in der App ein Kinderspiel.
Die Kartierung meines Erdgeschosses war in Rekordzeit von knapp fünf Minuten erledigt – ohne an Präzision einzubüßen.
Die Station im Detail: Aufbau, Design & Funktionen
Hier schauen wir uns die Kommandozentrale des Roboters genau an.
Design & Maße: Die Station misst 59 x 34 x 45,7 cm (HxBxT) und ist im Vergleich zu vielen Konkurrenzmodellen relativ hoch, aber dafür schmal. Dadurch schmiegt sie sich optisch elegant ins Umfeld ein und wirkt nicht wie ein Klopper.
Die Front mit golden schimmernder Abdeckung ist ein echter Hingucker und rundet das edle Design ab. Für mich definitiv eine der schönsten Saugroboterstationen auf dem Markt.
Aufbau & Handhabung: Der Frisch- (4,5 Liter) und Schmutzwassertank (4 Liter) sind unter einer Klappe an der Oberseite verborgen und lassen sich leicht entnehmen. Hinter der Frontabdeckung befindet sich der 3,2 Liter fassende Staubbeutel sowie ein Behälter für das Reinigungsmittel, beide ebenfalls einfach herausnehmbar.
Funktionen: Die Station wäscht die Mopps mit bis zu 75 °C heißem Wasser und dem integrierten Reinigungsmittel, trocknet sie mit Heißluft, saugt den Staubbehälter des Roboters ab und füllt dessen internen Wassertank auf. Dadurch gibt es beim Wischen weniger Unterbrechungen.
Der Roboter im Detail: Aufbau, Design & Technik
Nun zum eigentlichen Star, dem fahrenden Putzhelfer.
Design & Maße: Der Roboter misst 35 cm im Durchmesser. Der größte Vorteil ist der einfahrbare Laserturm. Dadurch ist der Roboter nur 8,95 cm hoch und passt problemlos unter Möbel wie unser TV-Lowboard oder sogar das wandhängende WC. Mit ausgefahrenem Turm misst er 11,15 cm.
Die Turmoberfläche ist aus Metall und wird von einem leuchtenden LED-Ring umfasst, was einen ebenso edlen Eindruck hinterlässt wie die Station.
Aufbau & Technik: An der Unterseite arbeitet ein Doppelwalzensystem aus Gummi, das Haare effektiv entwirrt und ein Aufwickeln verhindert. Der Roboter besitzt nur eine Seitenbürste, die er aber für eine bessere Eckenreinigung anheben und sogar ausfahren kann.
Eine Besonderheit des L50 Pro Ultra sind seine beiden rotierenden Mopps, die nicht nur angehoben, sondern auch seitlich ausgefahren werden können, um Kanten perfekt zu wischen.
Ebenfalls cool: Zur Überwindung von Hindernissen kommt eine zahnradähnliche Kletterhilfe zum Einsatz.
Reinigungsleistung: Wie schlägt sich der L50 Pro Ultra im Alltag?
Saugleistung
Hartböden & Teppich: Auf Hartböden (Fliesen/PVC) liefert der L50 Pro Ultra mit seinen 19.500 Pascal eine exzellente Leistung. Haferflocken und Katzentrockenfutter wurden zuverlässig aufgesaugt – selbst beim Mehl blieb nur ein kleiner Rest in den Fliesenfugen übrig.
Auf unserem niedrigflorigen Teppich hatte der Roboter jedoch wie die meisten Modelle mit feinem Katzenstreu sichtlich Mühe und erreichte nur ein befriedigendes Ergebnis. Haare inhalierte er jedoch anstandslos.
Kanten und Eckenreinigung: Dank der ausfahrbaren Seitenbürste und der ausfahrbaren Wischmopps ist die Kanten- und Eckenreinigung sehr gut. Er kommt deutlich näher an Leisten und in Ecken als viele Konkurrenten.
Spezial-Disziplin Tierhaare: Hier glänzt der Dreame. Katzenhaare wurden sowohl auf Hartboden als auch auf dem Teppich hervorragend aufgenommen. Das Doppelwalzensystem verhindert dabei effektiv, dass sich Haare darum wickeln. Egal, wie viele Haare ich meiner Katze vom Leib striegelte, der L50 Pro Ultra hat sie problemlos geschluckt.
Wischleistung
Mit frischen Flecken wie Kaffee, Saft oder Milch kommt der Dreame spielend klar. In der App gibt es zudem eine Funktion (noch im Beta-Stadium), die den Roboter Flüssigkeiten automatisch erkennen lässt. Das ist sinnvoll, damit diese nicht in der Wohnung verteilt und die Mopps direkt gereinigt werden.
Eingetrockneten Flecken waren dagegen eine Herausforderung. Den Milchfleck bekam er nach zwei Runden weg, den klebrigen Saft dagegen selbst nach drei Fahrten nicht. Positiv: Er hinterlässt keinerlei Schlieren und die Wischleistung wirkt schön gleichmäßig.
Navigation & Hinderniserkennung
Der L50 Pro Ultra navigiert via Laser und DToF-Sensor sehr systematisch und effizient durch die Räume. Bei niedrigen Objekten fährt er seinen Laserturm ein, was sich ebenfalls in der App einstellen lässt.
Dank KI-Unterstützung soll der Roboter bis zu 180 Objekte erkennen, die er (bei Bedarf mit Foto) auf der Karte vermerkt.
Die Hinderniserkennung mittels Kamera und LED-Licht bei Dunkelheit funktioniert hervorragend:
- Spielzeug: Kleine Spielzeug-Autos wurden zu 95 % erkannt und nur in einem Fall leicht touchiert – ein herausragendes Ergebnis.
- Schuhe & Stromkabel: Wurden im Test zu 100 % zuverlässig erkannt und umfahren.
- Komplexe Bereiche: Unter Stühlen und um Tischbeine navigiert er souverän. Er hängte sich kein einziges mal auf.
- Türschwellen: Eine 2 cm hohe Schwelle überwindet er dank seiner Steighilfe problemlos. Danach ist jedoch Schluss. Eine 2,5 cm hohe Hürde schaffte er nur mit starkem Anlauf und langem Geruckel. Laut Dreame ist die Steighilfe auf bis zu 4 cm ausgelegt, allerdings nur in Kombination bei zwei Stufen. Habt ihr sehr hohe Schwellen, solltet ihr das berücksichtigen.
App & smarte Funktionen
Die Dreamehome-App ist eine der besten auf dem Markt. Sie ist übersichtlich, funktionsreich und bietet unzählige Einstellungsmöglichkeiten. Mehr-Etagen-Erkennung ist ebenso an Bord wie ein eigener Sprachassistent, der direkt auf dem Gerät läuft.
Natürlich könnt ihr Karten benennen, aufteilen, kombinieren und mit Möbeln versehen. Neben Sperrzonen könnt ihr auch Schwellen und niedrige Bereiche sowie Vorhänge markieren – bei letzteren beiden fährt der Saugroboter seinen Turm ein.
Die verbaute Kamera könnt ihr auch beim L50 Pro Ultra als Überwachungskamera nutzen und etwa den Roboter manuell durch eure Wohnung fahren, um nach dem Rechten zu sehen.
Wenn ich auf hohem Niveau meckern wollte, würde ich kritisieren, dass die individuellen Reinigungseinstellungen für einzelne Räume nicht ganz so trivial zu finden sind wie bei einigen anderen Herstellern.
Dafür bietet Dreame nicht nur eine Handy-App mit nützlichen Widgets, sondern auch eine App für die Apple Watch.
Hinweis zum Datenschutz
Zur Nutzung ist ein Konto in der Dreame-App zwingend erforderlich. Der Hersteller geht mit den durch die Kamera erfassten Daten transparent um und gibt euch viel Kontrolle.
Standardmäßig werden Bilder von erkannten Hindernissen gemacht, um sie in der App anzuzeigen. Diese werden laut Dreame verschlüsselt übertragen und serverseitig nach kurzer Zeit gelöscht.
Wichtig: Nur wenn man aktiv einen Erkennungsfehler meldet (Feedback-Funktion), wird das entsprechende Bild zur Analyse an Dreame gesendet. Zusätzlich gibt es eine Opt-in-Funktion, um animierte GIFs von Haustieren aufzunehmen. Auch diese werden verschlüsselt gespeichert und können jederzeit von euch gelöscht werden.
Beide Kamera-Funktionen lassen sich in den Einstellungen komplett deaktivieren, ohne die normale Reinigungsleistung zu beeinträchtigen.
Wartung & Reinigung
Die Wartung ist vorbildlich einfach. Die Station nimmt einem fast die gesamte Arbeit ab. Die Waschschale ist dank der entnehmbaren Unterschale sehr leicht zu reinigen. Auch der Staubbehälter im Roboter ist gut zugänglich.
Was mir sonst noch aufgefallen ist
- Akkuleistung: Der Akku ist etwas kleiner als bei Vorgängermodellen. Für die Reinigung (Saugen + Wischen) meiner 38 m² benötigte er 53 Prozent der Ladung. Für Wohnungen über 100 m² könnte es im Kombinationsbetrieb knapp werden, sodass er zum Zwischenladen an die Station fahren muss.
- Mopps ablegen: Der Roboter kann seine Wischmopps in der Station zurücklassen, um im reinen Saugmodus Teppiche nicht versehentlich zu beschmutzen. Ein nettes Feature, dessen Nutzen im Alltag meines Erachtens aber begrenzt ist, da die Mopps nur im Saugbetrieb abgelegt werden können, wenn sie ohnehin nicht nass sind.
Vergleich zum Dreame X50 Ultra Complete
Der L50 Pro Ultra ist im Kern ein X50 Ultra mit wenigen, aber gezielten Abstrichen. Der Aufpreis von 200 Euro (nach UVP) für das Flaggschiff X50 lohnt sich meiner Meinung nach kaum, denn ihr bekommt nur geringfügig mehr Leistung:
- eine etwas stärkere Saugleistung (20.000 sttat 19.500 Pa)
- eine bessere Kletterhilfe (schafft bis zu 6 cm statt 4 cm)
- eine UV-Desinfektion in der Station
Preis-Leistungs-technisch hat der L50 Pro Ultra klar die Nase vorn.
Fazit: Für wen lohnt sich der Dreame L50 Pro Ultra?
Der Dreame L50 Pro Ultra ist eine absolute Preis-Leistungs-Empfehlung. Er packt nahezu alle High-End-Features des teuren Flaggschiffs – wie den einfahrbaren Turm und die ausfahrbaren Reinigungs-Elemente – in ein günstigeres Paket.
Er brilliert auf Hartböden, im Umgang mit Tierhaaren und mit seiner fantastischen App. Wer primär Hartböden und keine sehr hohen Schwellen hat, macht hier nichts falsch und bekommt einen der besten Roboter auf dem Markt.
Der Dreame L50 Pro Ultra lohnt sich für euch, wenn...
- ...ihr die beste Technologie und maximale Flexibilität (flache Bauweise, ausfahrbare Mopps) sucht
- ...ihr Wert auf ein besonders schickes Design legt
- ...euer Haushalt hauptsächlich aus Hartböden besteht und ihr Haustiere habt
- ...ihr Technik-Fans seid und eine detailreiche App für Handy und Apple Watch bevorzugt
Schaut lieber nach einer Alternative, wenn...
- ...ihr sehr viele Teppiche habt, auf denen oft feiner Schmutz (wie Katzenstreu) liegt
- ...ihr sehr hohe Türschwellen (über 2,5 cm) habt
- ...ihr eine sehr große Wohnfläche von über 150 m² in einem Durchgang saugen und wischen lassen möchtet.
Und falls ihr besonders viel Zeug in eurer Wohnung rumliegen habt, solltet ihr euch dieses Modell näher anschauen:
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Neben Saugen und Wischen kann dieser neue Saugroboter auch eure alten Socken aufräumen
Alternativen zum Dreame L50 Pro Ultra
- Robock Saros 10R: Bei besonders vielen Tierhaaren noch etwas besser und mit 7,98 cm noch flacher.
- Dreame X50 Ultra Complete: Für alle, die keine Kompromisse eingehen wollen und die bessere Kletterhilfe sowie das umfangreiche Zubehörpaket zu schätzen wissen.
- Ecovacs X8 Pro Omni: Besonders stark bei der Wischleistung, dafür schwächer bei der Kantenreinigung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Dreame L50 Pro Ultra einer der besten Saug- und Wischroboter ist. Er bietet innovative Features wie den absenkbaren Laserturm und den ausfahrbaren rechten Mopp sowie die schwenkbare Seitenbürste, die bisher nur den teuersten Modellen vorbehalten waren – allerdings deutlich günstiger.
Damit bekommt der L50 Pro Ultra zurecht eine Platzierung in unserer Kaufberatung der besten Saugroboter.
Wer einen technologisch fortschrittlichen, flexiblen und wartungsarmen Helfer für einen Haushalt mit überwiegend Hartböden sucht, findet hier aktuell kaum ein besseres Gesamtpaket für sein Geld.







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