Fensterputzroboter sind … speziell. Denn im Gegensatz zu Saug- und Wischrobotern, die mittlerweile vollkommen automatisch durch eure Bude fegen und wochenlang ohne euch auskommen können, erfordern Fensterputzroboter stetig euren Einsatz – immerhin fliegen sie nicht alleine von Scheibe zu Scheibe.
Auch wenn das leider selbst im Jahr 2025 noch ein Wunschtraum bleibt, will euch Ecovacs das lästige Fensterputzen mit dem neuen Winbot W2S Omni
so leicht und bequem machen wie nie zuvor.
Ich hatte das Gerät mittlerweile zwei Wochen im Einsatz und verrate euch im Test, warum der neue Putzroboter von Ecovacs zu den besten seiner Klasse gehört, was mein persönliches Highlight ist – und ob sich der hohe Preis von 600 Euro (UVP) lohnt.
Die All-in-One-Station macht den Unterschied
Der Winbot W2S Omni kommt wie sein Vorgänger mit einer praktischen All-in-One-Station, die es in sich hat. Sie ist nicht nur ein praktischer Tragekoffer, in dem Roboter, Stromkabel und Reinigungslösung Platz finden. Sie dient dank eines Saugnapfes an der Unterseite auch als sicherer Standfuß während des Betriebs, versorgt den Roboter über einen internen Akku mit Strom und bietet zudem Tasten für die wichtigsten Funktionen.
So könnt ihr den Roboter wahlweise auch ohne App starten und zwischen den verschiedenen Reinigungsmodi wechseln. Mehr dazu gleich.
Dank des integrierten Akkus, der bis zu 110 Minuten hält, seid ihr maximal flexibel, denn ihr könnt den Roboter auch dort Fenster putzen lassen, wo ihr nicht in unmittelbarer Nähe eine Steckdose habt. Zudem spart ihr euch das nervige Ein- und Ausstecken bei jedem Fenster – ein klares Plus.
Natürlich könnt ihr nach wie vor trotzdem auf eine herkömmliche Stromverbindung zurückgreifen – in der Rückseite ist ein Stromkabel verstaut.
Besonders angetan hat es mir aber der automatische Kabeleinzug: Nach getaner Arbeit genügt ein Knopfdruck, und das kombinierte Strom- und Sicherungskabel wird sauber aufgerollt.
Das ist der Komfort, den ich von einem Premium-Gerät erwarte! Gehäuse des Roboters und Station selbst sind übrigens aus hochwertigem Kunststoff gefertigt. So bleibt beides schön leicht, ohne billig zu wirken.
Komfortabel ist letztlich auch die Einrichtung: Die App ist binnen weniger Minuten eingerichtet: QR-Code scannen, ins WLAN einwählen und schon kann’s losgehen.
Der Winbot W2S Omni im Praxiseinsatz
Bevor der Roboter ans Werk geht, müsst ihr noch zwei Handgriffe erledigen: Einerseits das im Lieferumfang enthaltene Reinigungsmittel (oder optional Leitungswasser) in den 80 ml großen Tank geben und andererseits das Wischtuch befeuchten. Das ist per Klettband an der Unterseite befestigt und lässt sich leicht lösen und anbringen.
Apropos, das Anbringen auf das Fenster ist ebenso einfach: Knöpfchen zwei Sekunden lang gedrückt halten, Roboter an die Scheibe halten und schon saugt er sich fest.
Wie der W2 Pro Omni setzt auch der neue W2S Omni auf die WIN-SLAM 4.0-Technologie, die für eine 37 Prozent höhere Effizienz sorgen soll. Was ich sagen kann: Der Roboter fährt die Glasoberflächen systematisch, leicht überlappend ab, sodass keine Stelle ausbleibt. Dabei ist er ziemlich flott unterwegs.
Zusätzlich versprüht er gelegentlich an Ober- und Unterseite den fein zerstäubten Glasreiniger, sodass dieser nicht die Scheibe hinunterlaufen und antrocknen kann. Super!
Für eine noch bessere Grundauberkeit sorgt die neue Kantenreinigung. Nähert sich der Roboter einer Kante, fährt er aktiv zwei kleine, rotierende Schrubber mit bis zu 200 Umdrehungen pro Minute aus. Diese bürstet den Schmutz, der sich gerne in den Fensterdichtungen festsetzt, gezielt weg. Kanten und Ecken werden damit noch etwas sauberer.
Dabei hat der W2S Omni auch mit rahmenlosen Fenstern wie zum Beispiel meiner Duschkabine keine Probleme. Die Sensoren erkennen den Rand der Glastür problemlos.
Für Fenster mit Ecke oder Wölbung ist er dagegen bauformbedingt nicht geeignet. Glasscheiben mit Textur solltet ihr ebenfalls weiterhin per Hand säubern, da der Roboter an diesen nicht so gut haftet.
Vielfältige Modi und die Reinigungsleistung
Der Winbot W2S Omni kommt mit einer ganzen Reihe von Reinigungsmodi. Über die App oder die Station kann man je nach Bedarf wählen:
- Schnellreinigungsmodus: Ideal für den leichten Staub auf den Innenscheiben. Der Roboter arbeitet zügig und ist in wenigen Minuten fertig.
- Gründliche Reinigung: Geeignet für die Außenseite. Der Roboter arbeitet gründlicher und entfernt auch groben Schmutz.
- Tiefenreinigungsmodus: Mein Standardmodus für die Außenseiten. Hier fährt der Roboter die Fläche zweimal in unterschiedlichen Mustern ab, was auch stärkere Verschmutzungen halbwegs zuverlässig entfernt.
- Randreinigungsmodus: Hier konzentriert sich der Roboter ausschließlich auf die Kanten.
- Zonenreinigungsmodus: Extrem praktisch für einen gezielten Fleck, zum Beispiel einen Handabdruck auf der Terrassentür. Man kann den Roboter manuell zu der Stelle navigieren und ihn nur diesen Bereich intensiv reinigen lassen.
Das Ergebnis war durchweg beeindruckend: Staub, Regenflecken und Fingerabdrücke meines Sohnes entfernte er nahezu schlierenfrei. Nur bei genauerem Hinsehen gegen Sonnenlicht ließen sich leichte Schlieren erkennen.
Dabei bekam er selbst gröbere Verschmutzungen wie Fettflecken weggewischt. Bei angetrockneten Flecken wie Vogelkot stieß er jedoch an seine Grenzen.
Zudem blieb beim Abnehmen des Roboters am Ende manchmal ein kleiner, feuchter Abdruck zurück, der aber mit einem Wisch beseitigt war.
Ganz ohne Handarbeit kommt ihr ohnehin nicht aus, da mindestens die Fensterrahmen selbst gewischt werden müssen. Dennoch: Bei Sauberkeit und Effizienz spielt der W2S in der höchsten Liga.
Das wird auch bei den Details deutlich: So könnt ihr bei Bedarf den W2S Omni auf das Putztuch stellen und die beiden Eckschrubber automatisch reinigen lassen. Das erleichtert die Säuberung und Wartung auf angenehme Weise.
Saugleistung und Sicherheit
Den Roboter in mehreren Metern Höhe arbeiten zu lassen, erfordert Vertrauen in die Technik. Hier braucht ihr euch aber keine Sorgen zu machen. Ecovacs hat die Saugkraft von 5.500 Pa auf 8.000 Pa erhöht. Der Roboter saugt sich so felsenfest an die Scheibe, dass man zu keiner Sekunde Angst haben muss, er könnte abrutschen.
Dazu kommt ein 12-stufiges Sicherheitssystem. Das reicht von den Sensoren zur Kantenerkennung über das (optionale) robuste Sicherungsseil bis hin zur intelligenten Software, die Luftdruckänderungen erkennt und die Saugkraft anpasst.
Besonders beruhigend: Selbst bei einem Stromausfall oder wenn der Akku der Station zur Neige geht, sorgt der interne Lithium-Akku des Roboters dafür, dass er noch über 30 Minuten sicher am Fenster haften bleibt. Das gibt einem mehr als genug Zeit, um zu reagieren.
Was mir ebenso gefällt: Das kombinierte Strom- und Sicherungskabel ist so gefertigt, dass es nicht knickt und beim Betrieb dem Roboter nicht in die Quere kommt. Sollte der Robo doch mal an ein Hindernis stoßen oder sich festfahren, ertönt ein Warnsignal und er bleibt haften.
Solltet ihr den Winbot W2S Omni kaufen?
Der W2S Omni eignet sich besonders für:
- Besitzer großer Fensterflächen: Wer große, bodentiefe Fensterfronten, Wintergärten (senkrechte Flächen) oder schwer erreichbare Fenster im Obergeschoss hat, profitiert massiv. Hier spielt der Roboter seine Stärken in puncto Sicherheit und Komfort voll aus.
- Technikaffine Menschen mit hohem Komfortanspruch: Wenn ihr bereits Saug- und Wischroboter für euch entdeckt habt und den bestmöglichen Automatisierungsgrad im Haushalt anstrebt, ist der W2S Omni die logische Konsequenz. Die All-in-One-Station und die smarte App-Steuerung bieten genau das.
- Personen mit körperlichen Einschränkungen: Für Menschen, denen das Klettern auf Leitern oder das anstrengende manuelle Polieren schwerfällt, ist der Roboter nicht nur eine enorme Erleichterung, sondern auch ein echter Sicherheitsgewinn im Alltag.
Welche Alternativen gibt es?
- Hutt W8: Oft als starker Konkurrent im gehobenen Mittelfeld gehandelt. Er bietet ebenfalls eine intelligente Sprühfunktion und eine hohe Saugleistung, die er automatisch an den Verschmutzungsgrad anpasst. Er ist deutlich günstiger als der Winbot, verzichtet aber auf eine vergleichbar komfortable All-in-One-Station und eine dedizierte mechanische Kantenreinigung.
- Mamibot W120-T: Eine solide und preiswertere Alternative. Er reinigt zuverlässig und wird oft für seine einfache Bedienung gelobt. Er navigiert in Z-förmigen Bahnen und wird per App oder Fernbedienung gesteuert. Bei der Kantenreinigung und dem generellen Komfort-Level kann er aber nicht mit dem Premium-Ansatz des W2S Omni mithalten.
- Winbot W2 Pro Omni: Der direkte Vorgänger mit dem Komfort der All-in-One-Station, allerdings ohne die Kantenreinigungsfunktion und mit niedrigerer Saugleistung für die Haftung an der Scheibe.
Fazit: Ein teurer, aber lohnenswerter Sprung nach vorn
Der Ecovacs Winbot W2S Omni ist eine sinnvolle Weiterentwicklung des W2 Pro Omni und hat mich vor allem hinsichtlich Komfort und Reinigungsleistung überzeugt.
Durch die praktische Station mit integriertem Akku und Bedienfeld ist der Roboter blitzschnell im Einsatz. Durch die verbesserte Kanten- und Eckenreinigung lässt er beinahe keine Wünsche offen.
Tatsächlich fallen mir kaum Kritikpunkte ein, vom hohen Preis einmal abgesehen. Für 600 Euro kann ich zwar nicht erwarten, dass er selbständig die Fensterscheibe wechselt, beim Lieferumfang war Ecovacs aber unnötig knauserig.
Zwar liegt ein zweites Putztuch bei, die kleine Reinigungsmittelflasche dürfte aber nicht lange reichen. Eine 1-Liter-Flasche Glasreiniger zum Nachfüllen wäre angebracht gewesen.
Ja, der Preis von 600 Euro bleibt dennoch eine Ansage. Doch wer viele, große oder schwer erreichbare Fenster hat, wird den Komfortgewinn zu schätzen wissen.
Es hat selten so viel Spaß gemacht, Fenster sauberzumachen. Der Winbot W2S Omni erledigt eine lästige und für manche Menschen gefährliche Arbeit nicht nur gut, sondern exzellent.
Für mich ist er der aktuell einer der besten Fensterputzroboter auf dem Markt und ein Highlight im Rahmen der IFA-Neuheiten 2025. Dafür gibt es zurecht den Highlight-Award.




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