Twitter: 4 Dinge, die sich nach Elon Musks Übernahme für User ändern könnten

Elon Musk hat nach der Twitter-Übernahme Großes mit der Socia-Media-Plattform vor. Aber was könnte das in Zukunft für den Nachrichtendienst bedeuten?

von Kay Nordenbrock,
26.04.2022 13:59 Uhr

Elon Musk hat scheinbar Großes für seine Social-Media-Plattform geplant. Diese vier Änderungen könnten jetzt auf Twitter-Nutzer zukommen. Elon Musk hat scheinbar Großes für seine Social-Media-Plattform geplant. Diese vier Änderungen könnten jetzt auf Twitter-Nutzer zukommen.

Die Social-Media-Plattform Twitter hat am Montag einen Deal mit dem Milliardär Elon Musk geschlossen, der die Plattform übernehmen und privatisieren möchte. Musk hatte angeboten, Twitter für 54,20 US-Dollar pro Aktie in Bar zu kaufen, was einer Gesamtsumme von 44 Milliarden US-Dollar entspricht. 

Das Angebot hatte er bereits Mitte April unterbreitet, am gestrigen Montag hat Twitter dem Deal zugestimmt (via cnet.com). Durch den Kauf könnte sich einiges auf der beliebten Kurznachrichtenplattform ändern. Wir listen auf, welche Änderungen demnach auf euch zukommen könnten.

Musk hat viel mit Twitter vor

Bereits gestern hat Musk einen Screenshot aus einem Statement von sich geteilt, der schon einige der unten genauer erläuterten Änderungen andeutet. Konkret heißt es darin: 

Redefreiheit ist das Fundament einer funktionierenden Demokratie, und Twitter ist der digitale Marktplatz, auf dem Fragen diskutiert werden, die die Zukunft der Menschheit betreffen.

Ich möchte Twitter besser denn je machen, indem ich das Produkt mit neuen Funktionen verbessere, die Algorithmen Open Source mache, um das Vertrauen zu erhöhen, die Spam-Bots besiegen und alle Menschen authentifiziere. 

Twitter hat ein enormes Potenzial – ich freue mich darauf, mit dem Unternehmen und der Community zusammenzuarbeiten, um es zu erschließen.

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Änderung #1: Den Algorithmus veröffentlichen 

In dem Statement sagt Musk deutlich, dass er den Algorithmus Open Source, also öffentlich machen möchte. Dieser Algorithmus ist im wesentlichen dafür zuständig, zu bestimmen, welche Inhalte ihr auf Twitter (zuerst) seht und welche euch nicht sofort angezeigt werden. 

Wie genau das bestimmt wird, ist allerdings bisher unklar. Das Musk das ändern möchte, deutet er schon Ende März an, wo er eine Umfrage startete, ob der Algorithmus Open Source sein sollte: 

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Musk geht aber noch einen Schritt weiter. In einem Live-Interview mit TED sagte er, dass Nutzer sehen können sollten, ob ihre Tweets von der Plattform degradiert oder hervorgehoben wurden, um Transparenz zu schaffen. Außerdem sollte der Code auf der Coding-Plattform Github sein, wo Programmierer den Twitter-Code nach Fehlern durchsuchen und Verbesserungen vorschlagen können. 

Änderung #2: Umgang mit Redefreiheit

Bevor wir anfangen, wollen wir kurz die Begrifflichkeiten klären: Die amerikanische Redefreiheit (Freedom of Speech) ist nicht gleichzusetzen mit der deutschen Meinungsfreiheit. Meistens wird die amerikanische Freedom of Speech sehr weit ausgelegt, was dazu führt, dass auch Äußerungen von ihr gedeckt werden, die in anderen Ländern bereits unter den Straftatbestand der Volksverhetzung, Anstiftung zu Straftaten oder übler Nachrede fallen. So ist beispielsweise die unwahre Tatsachenbehauptung in den USA keine Straftat und von der Redefreiheit gedeckt.

Musk erwähnte bereits in früheren Tweets, dass er mit der Handhabung der Redefreiheit auf Twitter aktuell nicht einverstanden ist. Konkret schrieb er dazu:

Da Twitter de facto als öffentlicher Marktplatz dient, untergräbt die Nichteinhaltung der Grundsätze der Redefreiheit die Demokratie grundlegend.

Was soll getan werden?

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Welche Maßnahmen er in diesem Bereich genau einleiten will, ist noch unklar. Es ist aber denkbar, dass Tweets und Accounts, die zuvor wegen Richtlinienverstößen von Twitter gelöscht wurden, in Zukunft anders behandelt werden könnten.

Änderung #3: Verstärkter Kampf gegen Spam-Bots

Gerade im Bereich der Kryptowährungen sind Spam-Bots ein Problem auf Twitter. Ihr findet sie vor allem unter Tweets von Accounts, die sich mit Bitcoin und Co. beschäftigen. Oft imitieren sie einen Account, um die Follower dazu zu bewegen, ihnen Kryptowährung zu überweisen. In fast allen Fällen handelt es sich dabei um eine Betrugsmasche.

Bereits im Januar hat sich Musk über die Bots beschwert. Dort teilte er ein Screenshot von Twitters Plänen der Implementierung von NFTs als Profilbild und kritisiert diese harsch.

Ein paar Tage bevor Twitter sein Angebot annahm, hat Musk das Thema noch einmal auf der Plattform aufgegriffen. Hier schrieb er: Wenn unser Twitter-Gebot erfolgreich ist, werden wir die Spam-Bots besiegen oder bei dem Versuch sterben! Und alle echten Menschen authentifizieren.

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Auch hier sind die genauen Maßnahmen, die Twitter unter Musk gegen die Bots vornehmen will noch nicht klar. Sicher ist aber aber, dass sie dem Milliardär schon seit längerem ein Dorn im Auge sind und dass er die Bots von der Plattform verbannen möchte. 

Änderung #4: Ein Bearbeiten-Button

Ein Button zum Editieren von Tweets könnte ebenfalls auf der Wunschliste für Änderungen des neuen Twitter-Besitzers stehen. Bisher gibt es ihn nicht, wohl auch vor dem Hintergrund, dass es kompliziert werden könnte, wenn sich der Inhalt von Aussagen im Nachhinein ändern lässt.

Am 5. April startete Elon Musk eine Umfrage, in der er wissen wollte, ob seine Follower einen Edit-Button wünschen, bewusst mit falsch geschrieben Antwortmöglichkeiten.

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Vorschläge zur Umsetzung gibt es viele, unter anderem vom Twitter-Nutzer Everyday Astronaut. Er schlägt die Bearbeiten-Funktion unter zwei Bedingungen vor: Zum einen soll sie nur für ein paar Minuten verfügbar sein, also fünf bis zehn Minuten nachdem der Tweet abgesetzt wurde. Zum anderen soll die Bearbeitung durch einen Link stets nachvollziehbar sein. So könne jeder sehen was geändert wurde. 

Musk antwortet darauf mit That sounds reasonable, also Das klingt vernünftig. Ein Interesse an dem Feature scheint also auch von seiner Seite aus gegeben zu sein. 

Elon Musk kauft Twitter und viele wollen zu Mastodon wechseln   156     3

Was ist das?

Elon Musk kauft Twitter und viele wollen zu Mastodon wechseln

Auch wenn noch nicht klar ist, wie genau die oben beschriebenen Punkte umgesetzt werden könnten und wie viel direkten Einfluss Musk darauf hat, dürfte unstrittig sein, dass Twitter sich durch die Übernahme von Musk verändern wird. Manche bewegt das bereits dazu, stattdessen die alternative Social-Media-Plattform Mastodon zu verwenden. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im oben verlinkten Artikel.

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