In Zeiten von Glasfaser und WiFi 7 wirkt das alte 2,4-GHz-Frequenzband wie ein Relikt aus der digitalen Steinzeit. Doch während wir für High-Speed-Streaming auf 5 GHz setzen, bleibt das 2,4-GHz-Band nach wie vor das Rückgrat für viele (Smart-Home-) Geräte. Es gibt aber ein Problem: Es ist oft instabil.
Die Lösung liegt jedoch nicht in neuer Hardware, sondern in einer simplen Einstellung, die das Prinzip Stabilität vor Geschwindigkeit
priorisiert. Wer im Homeoffice arbeitet, kennt das Szenario: Mitten im Videocall ruckelt das Bild, die Verbindung bricht kurz weg. Oft schieben wir die Schuld auf den Provider, dabei liegt das Problem meist nur an den Einstellungen des Routers.
Das Geheimnis der Kanäle 1, 6 und 11
Die meisten modernen Router sind so vorkonfiguriert, dass sie den Funkkanal im 2,4-GHz-Bereich automatisch wählen. Das klingt komfortabel, ist in dicht besiedelten Wohngebieten jedoch fatal. Der Router scannt die Umgebung und springt bei Störungen auf einen vermeintlich freien Kanal. Es ist genau dieser Wechsel, der oft zu den Verbindungsabbrüchen führt, über die wir uns wohl alle schon geärgert haben.
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ASUS zeigt im Trailer seinen schnellen WiFi-7-Router
Noch gravierender ist das Problem der Überlappung. Im 2,4-GHz-Band gibt es eigentlich nur drei Kanäle, die sich physikalisch nicht in die Quere kommen: 1, 6 und 11. Wer Kanäle dazwischen wählt, wie etwa Kanal 3 oder 8, verursacht Interferenzen mit beiden benachbarten Hauptkanälen. Das Ergebnis ist ein digitales Hintergrundrauschen
, das die Netto-Übertragungsrate in den Keller treibt.
20 MHz vs. 40 MHz
In der Theorie verspricht eine Kanalbreite von 40 MHz die doppelte Geschwindigkeit gegenüber 20 MHz. Allerdings ist das 2,4-GHz-Band schlicht zu schmal für diese breiten Kanäle. Ein 40-MHz-Signal belegt fast das gesamte Frequenzband und ist damit extrem anfällig für Störungen durch andere WLANs in der Umgebung, Bluetooth-Geräte oder sogar die Mikrowelle.
Die manuelle Beschränkung auf 20 MHz sorgt dagegen für ein zwar schmaleres, aber auch für ein deutlich robusteres Signal. Ihr könnt euch das wie eine Landstraße mit wenig Verkehr vorstellen. Dort kommt ihr schneller voran als auf einer mehrspurigen Autobahn, auf der gerade mal wieder ein Stau ist.
Praxistipp: So läuft eure FritzBox im 2,4-GHz-Band auf 20 MHz
Bei den Routern der meisten Hersteller könnt ihr in den Einstellungen einfach die 20-MHz-Grenze einschalten. Bei einer FritzBox ist diese Option hinter dem Begriff WLAN-Koexistenz
versteckt. So findet und aktiviert ihr sie:
- Öffnet die Benutzeroberfläche (fritz.box) im Browser.
- Navigiert zu WLAN > Funkkanal.
- Wählt die Option
Funkkanal-Einstellungen anpassen
. - Setzt abschließend den Haken bei
WLAN-Koexistenz aktiv (2,4-GHz-Frequenzband)
.
Ist dieser Haken gesetzt, erkennt die FritzBox, wenn andere Funknetze in der Nähe sind, und reduziert die Kanalbreite automatisch auf die stabilen 20 MHz, um Störungen zu minimieren. Eine feste Auswahl auf 20 MHz sieht AVM allerdings nicht vor.
Positionierung und Analyse
Bevor ihr nun damit beginnt, die Software-Einstellungen zu optimieren, solltet ihr als erstes den Standort eures Routers prüfen. Kein Software-Trick hilft, wenn der Router im Schrank oder hinter dem Fernseher versteckt ist. Ein Router gehört idealerweise an einen erhöhten und freien Platz im Raum.
Um herauszufinden, welcher der Kanäle (1, 6 oder 11) in der Umgebung am wenigsten belastet ist, empfiehlt sich die Nutzung von WLAN-Analyse-Tools. Empfehlenswert ist der NetSpot WiFi Analyzer in der Free-Version. Das kleine Programm zeigt euch unter anderem eine Übersicht mit allen WLAN-Netzwerken in eurer Nähe, welchen Kanal sie jeweils verwenden und wie hoch die Kanalbreite ist.
Wenn ihr wissen möchtet, wo die Vorteile des aktuellen WiFi-/-Standards liegen, schaut gerne mal in den dazugehörigen Artikel: WiFi 7 ist da: Es hat einen großen Vorteil, aber der ist nicht die Geschwindigkeit
Fazit
Mit einer korrekten Position des Routers und ein paar kleinen Einstellungen, sollte euer WLAN deutlich stabiler laufen. Oft reichen diese Schritte schon aus und ihr müsst nicht zwangsläufig in neue teure Hardware investieren.
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