Am 31. Juli 2025 erzielte Epic Games einen weiteren Erfolg im langjährigen Rechtsstreit gegen Google. Das US-Berufungsgericht des neunten Bezirks (9th Circuit Court of Appeals) wies Googles Berufung gegen das wegweisende Urteil von 2023 vollständig ab.
Die Richter bestätigten damit die einstimmige Jury-Entscheidung, die Google ein illegales Monopol mit seinem Play Store und dem dazugehörigen Bezahlsystem bescheinigt hatte.
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Epic-Chef feiert den »totalen Sieg« – Richterin mit Fortnite-Vergleich
Richterin M. Margaret McKeown eröffnete ihre Urteilsbegründung (via The Verge) mit einem Vergleich zum Videospiel Fortnite:
In dem aufregenden Überlebenskampf, der im Videospiel Fortnite dargestellt wird, ist der Triumph von Chaos und Heldentum geprägt. Im Gegensatz dazu beruht die Lösung dieses Falls auf bewährten Rechtsgrundsätzen bezüglich Verfahrensregeln, Kartellrecht und einstweiligen Verfügungen.
Epic-Games-CEO Tim Sweeney feierte das Urteil umgehend in den sozialen Medien als »totalen Sieg«. Laut Sweeney bedeutet diese Entscheidung auch, dass der Epic Games Store künftig über den Google Play Store vertrieben werden kann, anstatt dass Nutzer die App sideloaden müssen.
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Das ursprüngliche Urteil in der Kurzfassung
Das Gericht stellte fest, dass Google seine Marktmacht durch verschiedene wettbewerbswidrige Praktiken missbraucht hatte.
- Besonders problematisch bewerteten die Richter die milliardenschweren Vereinbarungen, die Google mit Geräteherstellern wie Samsung getroffen hatte.
- Diese Unternehmen erhielten Beteiligungen an den Play-Store-Umsätzen, wenn sie sich bereiterklärten, den Play Store als primären App-Marktplatz auf ihren Geräten zu positionieren.
Darüber hinaus verlangte Google von Herstellern, die Google-Apps auf ihren Geräten vorinstallieren wollten, dass sie keine Geräte mit alternativen Android-Versionen verkaufen durften. Diese Praktiken führten dazu, dass der Play Store einen Marktanteil von über 90 Prozent auf Android-Geräten erreichte, obwohl das Betriebssystem theoretisch offen für alternative App-Stores ist.
Google auf dem Weg zum Supreme Court
Google kündigte umgehend an, das Urteil vor dem Supreme Court – dem Obersten Gerichtshof der USA – anzufechten. Lee-Anne Mulholland, Googles globale Leiterin für Regulierungsangelegenheiten, erklärte gegenüber The Verge:
Diese Entscheidung wird die Nutzersicherheit erheblich beeinträchtigen, die Wahlmöglichkeiten einschränken und die Innovation untergraben, die schon immer zentral für das Android-Ökosystem war.
Der Konzern argumentiert, dass die gerichtlich angeordneten Änderungen die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer gefährden könnten. Außerdem behauptet Google, dass der Play Store im direkten Wettbewerb mit Apples App Store stehe und daher kein Monopol bestehe. Das allerletzte Wort ist also wohl noch nicht gesprochen.

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