Vergangene Woche wurde bekannt, dass Epic wegen rückläufiger Umsätze mit Fortnite rund 1.000 Mitarbeiter entlassen hat. Das Unternehmen will dadurch Personalkosten einsparen. Unter den Entlassenen befanden sich auch zahlreiche Branchen-Veteranen und namhafte Fortnite-Entwickler, die das Spiel seit Jahren geprägt haben; darunter etwa Evan Kinney und Paige Dugre.
Die Lage innerhalb der Community ist angesichts der Entlassungswelle angespannt. Viele Spieler sind der Meinung, Epic habe damit sein bestes Personal entlassen, und sehen Schwarz für die Zukunft von Fortnite und anderen hauseigenen Epic-Marken. Und das sind nur die Meinungen von außen – die Folgen für die betroffenen Angestellten und ihre Familien sind hier noch nicht bedacht.
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Krebskranker Familienvater verliert seine Versicherung
Wie gravierend diese sein können, demonstriert aktuell der Fall Mike Prinke. Der Entwickler war insgesamt sieben Jahre als Technical Writer bei Epic tätig, bevor er letzte Woche mit Hunderten anderen Mitarbeitern entlassen wurde.
Mit der Entlassung endet in den USA häufig auch die Krankenversicherung über den Arbeitgeber. Und das ist für Prinkes Familie ein großes Problem. Denn der Vater leidet an einem unheilbaren Hirntumor, dessen Behandlung viel Geld verschlingt. Eine neue Krankenversicherung kann er ohne sicheres Einkommen und mit seiner bestehenden medizinischen Problematik nicht abschließen.
Öffentlich gemacht hat diese missliche Lage Prinkes Ehefrau. In einem Facebook-Posting schildert Jenni Griffin, dass man durch die Kündigung auch seine Lebensversicherung verliere. Die Familie wisse nun weder, wie sie die Krankenhaus-Rechnungen noch die wohl zwangsläufig kommende Beerdigung von Mike Prinke bezahlen soll:
[...] Nun, da ich mich der Tatsache stellen muss, meinen Mann zu verlieren … muss ich mich auch der Frage stellen, welche Art von Bestattung ich mir leisten kann. Wie ich dafür sorgen werde, dass wir ein Dach über dem Kopf behalten. Wie ich unseren Sohn und das Leben, das wir uns gemeinsam aufgebaut haben, beschützen werde. Was aus unseren Hunden werden wird.
Ich bin fest davon überzeugt, dass diejenigen, die diese Entscheidung getroffen haben, dieses Ergebnis nicht beabsichtigt hätten, wenn sie die ganzen menschlichen Auswirkungen verstanden hätten.
Mike ist nicht nur eine Nummer. Er ist ein Vater. Ein Ehemann. Ein Mensch, der von ganzem Herzen geliebt wird.
- Jenni Griffin (Ehefrau)
Kritik an Epic-Chef Tim Sweeney
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hagelt es im Netz erneut harsche Kritik an Epic und dessen umstrittenem Chef Tim Sweeney. Dieser steht wegen seiner als herzlos wahrgenommenen Äußerungen zu den Entlassungen bereits seit einigen Tagen im Kreuzfeuer der Community.
So hatte Sweeney unter anderem gesagt, dass durch die Entlassungen ja nun jede Menge gutes Personal für den Arbeitsmarkt frei werde. Mehr dazu lest ihr in der Linkbox weiter unten. Auf Twitter fragte etwa ein User den Epic-CEO, ob dieser nun glücklich sei, einen todkranken Mann entlassen zu haben.
Link zum Twitter-Inhalt
Da das Thema unweigerlich schlechte PR bedeutete, versuchte Sweeney, die Wogen zu glätten. Auf den Tweet antwortete der CEO, Epic stehe bereits mit der betroffenen Familie in Kontakt und wolle die Versicherungsproblematik lösen. Gleichzeitig habe Prinkes Erkrankung keine Rolle bei der Entscheidung gespielt, ihn zu entlassen.
Medizinische Informationen unterliegen strenger Vertraulichkeit und spielten bei dieser Entlassungsentscheidung keine Rolle. Es tut uns leid, dass wir diese äußerst schmerzhafte Situation nicht erkannt und im Vorfeld entsprechend gehandelt haben.
- Tim Sweeney (Epic-CEO)
Mittlerweile hat auch Prinkes Ehefrau Jenni Griffin bestätigt, mit den Verantwortlichen bei Epic in Kontakt zu stehen und über eine weitere Übernahme der Versicherungskosten zu sprechen. Damit dürften zumindest die finanziellen Sorgen von Mike Prinkes Familie etwas gelindert werden.
An der grundsätzlich problematischen Handhabung der Entlassungen durch das Führungspersonal bei Epic ändert das allerdings wenig. Die Zeichen innerhalb der Fortnite-Community stehen weiterhin auf Sturm.

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