Firefox - Mit Quantum gegen Chrome & Co.

Mit Firefox Quantum hat Mozilla erstmals seit Längerem eine umfassende Überarbeitung des hauseigenen Browsers präsentiert. Jetzt wurde bekannt: Mozilla finanzierte Quantum über einen Rekordumsatz von 520 Mio. Dollar im Jahr 2016.

von Sara Petzold,
04.12.2017 16:02 Uhr

Firefox Quantum (Bildquelle: Mozilla)Firefox Quantum (Bildquelle: Mozilla)

Vor kurzem hat Mozilla mit Firefox Quantum dem hauseigenen Browser eine umfassende Rundumerneuerung spendiert. Die im November 2017 veröffentlicht Version mit der Nummer 57 läuft deutlich schneller als der Vorgänger und soll mit der verbesserten Performance Nutzer hinzugewinnen oder zumindest vom Abwandern zur Konkurrenz abhalten.

Rekord-Umsatz von 520 Mio. US-Dollar im Jahr 2016

Für Mozilla hat die Generalüberholung des Open-Source-Browsers - wie das Online-Magazin cnet meldet - der Rekord-Umsatz von 520 Mio. US-Dollar im Jahr 2016 möglich gemacht. Mozilla konnte den aus Spenden sowie Partnerschaften mit Suchmaschinen wie Google, Yahoo, DuckDuckGo und Baidu generierten Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent steigern, während die Ausgaben mit 361 Millionen US-Dollar lediglich um rund zehn Prozent höher ausfielen als 2015.

Mozilla nutzte den generierten Gewinn, um sich im Kampf gegen die Konkurrenz wieder nach vorne zu bringen, nachdem sich das Unternehmen zwischen 2013 und 2015 in einer schweren Krise befunden hatte - CEO Chris Beard gab in einem Interview zu, dass er damals befürchtete, Mozilla würde nicht mehr lange überleben. Mittlerweile sitzt Mozilla laut eigenen Angaben aber wieder fester im Sattel und verzeichnet rund 100 Millionen Nutzer täglich.

Firefox Quantum als Bollwerk der Netzneutralität

Mit dem Firefox Quantum verfolgt Mozilla weiterhin das Ziel, Verschlüsselungsstandards durchzusetzen und für die Netzneutralität zu kämpfen. Das bedeute auch, gegen Tools wie Chrome oder ehemals Microsofts Internet Explorer zu kämpfen, die mit einem Quasi-Monopol die Netzneutralität gefährden würden, da Inhalte und Funktionen dann möglicherweise nur noch für diese Browser entwickelt und optimiert würden.

Mozilla hat sich der Aufgabe verschrieben, »dafür zu sorgen, dass das Internet eine weltweite öffentliche und für alle zugängliche Ressource ist« und »das Internet lebendig und zugänglich zu erhalten, so dass Menschen auf der ganzen Welt informiert zum Web beitragen und es erschaffen können".

In Hinblick auf die nahe Zukunft zeigte sich Denelle Dixon, Chief Legal And Business Officer bei Mozilla, jedenfalls selbstsicher. Gegenüber cnet sagte sie:

"Wir vertrauen in die Zukunft von Mozilla und haben unsere Geschäftsbeziehungen so strukturiert, dass wir uns für kontinuierliches Wachstum und Erfolg positionieren [können]."

Derzeit hat Googles Browser Chrome in Sachen Nutzerzahlen aber weiterhin deutlich die Nase vorn, noch schwieriger sieht es für Mozilla aktuell noch im Mobile-Bereich aus, wo Chrome und Safari praktisch alleine dominieren. Allerdings plant Mozilla auch in diesem Bereich weitere finanzielle Investitionen.


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