Frankreich will pro heruntergeladenem Gigabyte zur Kasse bitten – Speicher-Giganten wie GTA 6 könnten dadurch teurer werden

GTA 6 könnte dadurch etwa 10 Euro teurer werden.

Große Spiele wie GTA 6, das laut Leaks über 200 GB groß sein soll, könnten mit diesem Gesetz teurer werden. (Bildquelle: Rockstar Games) Große Spiele wie GTA 6, das laut Leaks über 200 GB groß sein soll, könnten mit diesem Gesetz teurer werden. (Bildquelle: Rockstar Games)

Frankreichs Nationalversammlung hat überraschend für einen Gesetzentwurf gestimmt, der eine Steuer von 5,5 Cent pro übertragenem Gigabyte Datenverkehr vorsieht. Sollte die Regelung tatsächlich in Kraft treten, drohen bei speicherintensiven Spiele-Downloads wie GTA 6 rechnerische Mehrkosten von 10 bis knapp 12 Euro.

Darum ist das wichtig: Die Initiative zielt eigentlich auf US-Tech-Riesen wie Netflix oder Google ab, trifft aber auch digitale Spieleplattformen wie Steam, PlayStation und Nintendo. Um Mehrkosten abzufedern, könnten Plattformen und Publisher Downloadpreise anheben, Patches kostenpflichtig machen oder hochauflösende 4K-Grafikpakete künftig nur noch als optionalen Zusatz anbieten. 

Deutsche Spieler sind von der Steuer rechtlich nicht betroffen, da sie ausschließlich an französische Anschlüsse gebundene Datenströme erfasst. Ein solcher nationaler Alleingang birgt jedoch das Risiko, dass Anbieter Preise im gesamten Euroraum angleichen oder andere EU-Länder ähnliche Abgaben fordern.

Video starten 31:23 GTA 6: Jasons echte Stimme, 210 GB Download & Embargo-Leaks! | Radio Buschfunk mit Heideltraut

Im Detail: Hintergrund ist ein Änderungsantrag (Amendement n°I-1358) zum Haushaltsplan für 2027, eingebracht von der Fraktion der Sozialisten. Internetanbieter in Frankreich sollen das ankommende Datenvolumen pro Inhaltsanbieter quartalsweise anonymisiert erfassen und an das Finanzamt melden, das daraufhin 0,055 Euro pro Gigabyte einzieht.

  • Als Schutzmechanismus sieht das Papier eine Obergrenze vor: Die Abgabe ist auf maximal 15 Prozent des in Frankreich erzielten Umsatzes des Anbieters gedeckelt. 
  • Die Praxisrelevanz zeigt das Rechenbeispiel GTA 6: Bei einer geleakten Installationsgröße von rund 210 Gigabyte fielen rein nach Volumen 11,55 Euro Steuer an. 
  • Kostet das Spiel 80 Euro, stößt dieser Betrag direkt an die vorgesehene 15-Prozent-Grenze (bei 80 Euro brutto maximal 12,00 Euro, bezogen auf den regulären Nettoumsatz maximal 10,00 Euro). 
  • Für Publisher und Plattformen bedeutet das, dass bei großen Titeln der maximal mögliche Steuersatz greifen würde.
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So geht es weiter: Das Gesetz ist noch längst nicht beschlossen. Die Abstimmung in der Nationalversammlung kam nur durch eine Zufallsmehrheit von 11 zu 10 Stimmen zustande, da am späten Freitagabend lediglich 35 von 577 Abgeordneten anwesend waren. 

Die französische Regierung und die Haushaltsberichterstatter haben sich ausdrücklich gegen den Antrag ausgesprochen. Im nächsten Schritt wandert der Haushaltsentwurf in den Senat. 


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Branchenkenner gehen davon aus, dass die umstrittene Gigabyte-Steuer im weiteren parlamentarischen Verlauf oder durch ein Veto der Regierung wieder gestrichen wird.

Was meint ihr: Wäre eine Abgabe pro Gigabyte der richtige Weg, um Streaming- und Gaming-Riesen an den Netzkosten zu beteiligen, oder zahlen am Ende ohnehin nur wir Spieler und Spielerinnen die Zeche? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!


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