Ich habe einen Gaming-Monitor mit 540 Hz getestet – der perfekte Monitor für alle, die es wirklich ernst meinen?

Der ZOWIE XL2586X bietet mit seiner hohen Aktualisierungsrate und präzisen Bilddarstellung die Grundlage für den Traummonitor jedes Shooter Spielers. Aber kann der Monitor auch in der Praxis überzeugen?

Kommt mit Schilden und dem S-Switch Controller: der Zowie XL2586X von BenQ Kommt mit Schilden und dem S-Switch Controller: der Zowie XL2586X von BenQ

Kein HDR, kein G-Sync oder FreeSync, kein optischer Schnickschnack: Der Zowie XL2586X ist mit seiner Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080, der Aktualisierungsrate von 540 Hertz und einem Preis von knapp unter 1.200 Euro klar auf die kompetitive E-Sport-Szene im Shooter-Bereich ausgerichtet.

Hersteller BenQ verspricht durch eine neuartige Beschichtung lebendigere Farben sowie ein schärferes Bild bei schnellen Bewegungen durch die eigene DyAc 2-Option (DyAc = Dynamic Accuracy), die Motion-Blur-Effekte reduzieren soll.

Wir schauen uns an, welche Vorteile der neue Monitor von Zowie wirklich bietet und ob ihr auch von dem Gerät profitieren könnt, wenn ihr kein professioneller Spieler seid.

Transparenzhinweis: BenQ hat mir den Zowie XL2586X für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. BenQ hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

BenQ Zowie XL2586X
BenQ Zowie XL2586X
Der Zowie XL2586X richtet sich klar an die E-Sport-Szene. Unter dem Gesichtspunkt bekommt man Top-Leistung - zu einem extrem hohen Preis. Nur wer Shooter auf dem höchsten Niveau spielt, wird die 540 Hertz sowie die gute Bildschärfe zu schätzen wissen.

Die kräftigen Farben erleichtern das Erkennen von Gegnern und stellen im Vergleich zu anderen TN-Panels eine klare Verbesserung dar. Verzichtet wurde auf G-Sync und FreeSync wie auf eine höhere Auflösung, um 540 Hertz zu erreichen.

Das macht den Monitor für Durchschnittsspieler unattraktiv. Wer aber auf dem höchsten Niveau spielt und jeden möglichen Vorteil gebrauchen kann, wird mit dem Zowie XL2586X sicher glücklich.
  • Sehr hohe Bildwiederholrate von 540 Hertz
  • Trotz TN-Panel sehr kräftige Farben möglich
  • Selbst bei vielen ruckartigen Bewegungen noch hohe Bildschärfe
  • Aufgeräumtes Design ohne optische Ablenkung
  • S-Switch zum einfachen Navigieren durch Menü und Profile
  • Sichtschilde zur Abschirmung der Bereiche neben dem Monitor
  • Maximale Auflösung liegt lediglich bei 1920 x 1080p (Full-HD)
  • 540 Hertz zurzeit nur mit Windows 11 und ab RTX 2000 möglich
  • kein HDR
  • kein G-Sync (aber Adaptive-Sync)
  • hoher Preis von fast 1.200 Euro
bei Cyberport
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Besonderheiten beim Lieferumfang

Wie bei den höherpreisigen E-Sports-Monitoren von BenQ üblich, liegen zum Abschirmen der Seiten neben des Monitors zwei Schilde mit bei. Sie sollen dabei helfen, den Fokus auf dem Spielgeschehen beizubehalten.

Eine nette Beigabe, aber gefühlt einfach zu klein und zu schmal, um wirklich störende Faktoren um den Bildschirm herum zuverlässig abzuschirmen. Dazu kommt noch, dass sie bei Setups mit mehreren Monitoren oder zusätzlichen Lautsprechern an der Seite eher stören und darum auch in vielen Fällen gleich in der Verpackung bleiben können.

Wissenswertes zum Test
So wurde getestet

Der Zowie XL2586X war über drei Wochen lang als Hauptmonitor beim Arbeiten und Spielen im Einsatz. Das Hauptaugenmerk lag beim Testen auf kompetitiven Spielen wie Counter-Strike 2 und Valorant mit verschiedenen Monitoreinstellungen und Hertzzahlen zum Vergleich.

Die Framerate beim Spielen lag größtenteils bei über 500 FPS und wurde per Treiber auf maximal 540 FPS begrenzt.

Spezifikationen
Preise und Verfügbarkeit

Der ZOWIE XL2586X war zum Zeitpunkt des Tests auf der Herstellerseite von BenQ selbst sowie bei diversen Händlern in ausreichender Stückzahl für die UVP von 1.199 Euro verfügbar.

Als weitere Besonderheit ist der »S-Switch« enthalten: Eine per Kabel anschließbare Steuereinheit, die das Navigieren durch die Menüs des Monitors mit einem Rad erleichtert.

Außerdem lassen sich darüber bis zu drei individuell speicherbare Presets per Tastendruck direkt ansteuern und mit einer weiteren Taste kann man zwischen den einzelnen Input-Quellen umschalten.

Der S-Switch lässt sich auf dem Tisch einfach platzsparend hinter den Monitor schieben und bei Bedarf schnell hervorholen. Hierbei erweist er sich als wirklich hilfreich und praktisch, wenn es darum geht, schnell zwischen verschiedenen Quellen und Voreinstellungen umzuschalten oder komfortabel einzelne Einstellungen zu ändern.

Wer davon keinen regelmäßigen Gebrauch macht und darum auf den anschließbaren Controller verzichten möchte, kann die Einstellungen auch über einen kleinen integrierten Stick auf der Rückseite des Monitors steuern. Was aber deutlich unbequemer ist.

S-Switch Der S-Switch Controller lässt sich einfach hinter dem Bildschirm verstauen und bei Bedarf hervorholen um schnell und bequem zwischen verschiedenen Voreinstellungen zu wechseln.

Halterung Headset Auf der Rückseite befindet sich eine ausklappbare Halterung zur Aufhängung eines Headsets

Die Anschlüsse gestalten sich recht übersichtlich

Neben der Stromversorgung, drei HDMI-2.1-Ports und einem DisplayPort-1.4 Anschluss gesellen sich nur noch ein Kopfhöhrerausgang (3,5mm Klinke) und der Anschluss für die Steuerungseinheit auf der Rückseite dazu.

Zusätzliche USB-Anschlüsse sucht man dagegen vergeblich.

Während HDMI 2.1 die 540 Hertz bei 1080p nativ schafft, muss Display Port 1.4 auf DSC (=Display Screen Compression) zurückgreifen, um die erforderlichen Daten zu komprimieren und in 8 Bit Farbtiefe an den Monitor zu übertragen. Das liegt daran, dass HDMI 2.1 deutlich mehr Daten (42,7 Gbit/s) übertragen kann, als Display Port 1.4 (32,4 Gbit/s).

Keine großen Besonderheiten bei den Anschlüssen: Dreimal HDMI, einmal Displayport, ein Kopfhörerausgang und der Anschluss für den S-Switch zieren die Rückseite. Keine großen Besonderheiten bei den Anschlüssen: Dreimal HDMI, einmal Displayport, ein Kopfhörerausgang und der Anschluss für den S-Switch zieren die Rückseite.

So schlägt sich der Zowie XL2586X in Counterstrike 2 und Valorant

Im Praxistest kann der Monitor von Zowie entsprechend seines vorgesehenen Einsatzzwecks vollends überzeugen. Bei über 500 FPS und DyAc 2 auf der höchsten Stufe (Premium) hat man den Eindruck, stets ein gestochen scharfes Bild mit nahezu nicht vorhandener Latenz vor sich zu haben.

Selbst beim visuellen Verziehen während des Dauerfeuers einer AK in Counter-Strike 2 lassen sich die einzelnen Schüsse sowie die Gegner und Umgebung noch besser erkennen. Dadurch lässt sich der Verlauf der Schüsse einfacher nachvollziehen.

Der Unterschied wird einem allerdings erst im Direktvergleich mit einem anderen Monitor oder bei Deaktivierung von DyAc 2 erst richtig bewusst. BenQ selbst gibt auf seiner Seite zur Erklärung von DyAc den dadurch erhaltenen Vorteil mit circa einem Prozent an.

Wer bereits mit 360 Hertz Monitoren gespielt hat, wird durch die Steigerung auf 540 Hertz nur noch eine marginale optische Verbesserung wahrnehmen. Durch die kürzeren Abstände der dargestellten Bilder erhält man aber immer noch einen Vorteil. Der fällt allerdings so gering aus, dass er wohl nur noch im Profi-Bereich zum Tragen kommt.

Die beste Erfahrung wurde hier mit dem »Standardprofil«, der maximalen Bildwiederholungsrate von 540 Hertz bei der höchsten DyAc-2-Einstellung (Premium) und deaktiviertem AMA (= Overdrive Funktion) und ohne Adaptive Sync gemacht.

Die versprochenen kräftigen Farben machen sich deutlich bemerkbar und helfen bei der Gegnererkennung, optischen Abgrenzung der Trefferzonen, sowie Wahrnehmung von aufploppenden Punkten auf der Mini-Map.

Für wen lohnt sich der Zowie XL2586X?

Um den Vorteil der 540 Hertz auch voll ausnutzen zu können, sollte man im Spiel auch mindestens ebenso viele FPS erreichen. Somit zielt der Monitor momentan hauptsächlich auf die E-Sports Szene von Counterstrike 2 und Valorant ab, was auch vom Hersteller so kommuniziert wird.

Um die Framerate zu erreichen und Ziele in einer gewissen Größe zu haben, wird hierbei maximal mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixel gespielt, oft sogar mit etwas weniger im 4:3 Format.

Kleine Einschränkung: Momentan sind die 540 Hertz laut Hersteller nur unter einer aktuellen Windows 11 Version und mit einer Nvidia Grafikkarte ab der RTX 2000er Reihe mit aktuellen Grafikkartentreibern möglich. Ansonsten ist man auf 500 Hertz begrenzt. Der Support für 540 Hertz mit aktuellen AMD-Karten soll in Zukunft über Treiberupdates kommen.

Vergleich TN-Panel Farbvergleich: Links der Zowie XL2586X und rechts ein reguläres TN-Panel.

Vergleich IPS-Panel Auch den Vergleich mit dem IPS-Panel eines Gaming-Laptops (rechts im Vordergrund) muss der XL2586X nicht scheuen.

Color Vibrance Wie kräftig die Farben dargestellt werden, lässt sich für die einzelnen Farbtöne auch individuell einstellen.

DyAc 2 Um auch bei schnellen Bewegungen und visuellem Verzerren von Waffen noch ein scharfes Bild zu erhalten, sollte DyAc 2 auf der höchsten Stufe aktiviert sein.

Solltet ihr euch den Zowie XL2586X kaufen?

Der Zowie XL2586X könnte sich für euch lohnen, wenn …

  • … ihr eure Hardware auf bestmögliche Wettbewerbsleistung trimmen wollt.
  • … ihr in Full-HD spielt und die Hertzzahl voll ausreizt. 
  • … ihr die nötige weitere Ausstattung besitzt (Windows 11, aktuelle Nvidia-Karte). 
  • … ihr bereit seid, eine ordentliche Stange Geld in die Hand zu nehmen.

Mögliche Alternativen zum Zowie XL2586X:

  • ASUS ROG Swift Pro PG248QP: Wenn ihr 540 Hz wollt, ohne dafür 1.000 Euro auszugeben.
  • Acer Predator X25: Wenn euch ein IPS-Panel wichtiger ist als die absolut höchstmögliche Hertzzahl.

Preis-Leistung: Die UVP von 1.199 Euro macht den Monitor nur für Profi-E-Sportler und Enthusiasten im Shooter-Bereich wirklich interessant. Alle anderen greifen lieber zu günstigeren Alternativen oder OLED. Auch für kompetitive Spieler sollte aber klar sein, dass man ein Highend-Produkt mit entsprechend mäßigem Preis-Leistungs-Verhältnis kauft.

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