PC selbst bauen: Alles was ihr vor dem Selbstbau wissen solltet

Den PC selbst bauen ist gar nicht so schwer und kann sogar Geld sparen. Ein paar Dinge sollten dabei aber beachtet werden - welche, verraten wir euch hier.

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Update am 10.10.2022: Dieser Artikel wurde komplett überarbeitet

Der PC kann so viel mehr sein als nur ein schnödes Arbeits- oder Spielgerät. Während jede Playstation 5 oder Xbox Series X mehr oder weniger gleich aussieht, lässt sich der PC im Eigenbau perfekt individualisieren. Das geht weit über die reine Optik hinaus, denn natürlich wählt ihr beim Eigenbau jede einzelne Komponente selbst aus, perfekt nach euren Anforderungen natürlich.

So lässt sich gegenüber fertig konfigurierten Systemen nicht nur Geld sparen beziehungsweise lässt sich fürs gleiche Geld oft die passendere und schnellere Konfiguration erstellen. Wo der Discount-PC meist mit Einsteiger-Mainboards (die dann gerade bei großen Markenherstellern auch noch stark bei der Erweiterbarkeit und den UEFI-Optionen eingeschränkt sind) aufwartet, habt ihr die freie Auswahl. Gleiches gilt natürlich für CPU, RAM, Massenspeicher und vor allem auch die Grafikkarte.

Ganz so einfach wie im PC Building Simulator ist die erste eigene PC-Selbstkonfiguration zwar nicht aber wir haben ein paar praktische Hilfestellungen für euch. Quasi ein Tutorial fürs Real-Life. Ganz so einfach wie im PC Building Simulator ist die erste eigene PC-Selbstkonfiguration zwar nicht aber wir haben ein paar praktische Hilfestellungen für euch. Quasi ein Tutorial fürs Real-Life.

Doch vor dem Kauf der Einzelteile solltet ihr kurz in euch gehen und überlegen, was ihr tatsächlich benötigt und ob die Teile überhaupt zusammenpassen. Wir geben euch mit diesem Artikel hoffentlich ein paar Tipps, wie ihr teure Überraschungen vermeidet und am Ende im Idealfall den perfekt zu euch passenden PC vor euch stehen habt. Und der ist dann wahrscheinlich dank eurer Recherche und Arbeit eine deutlich liebevoller betrachtete Hardware als ein PC von der Stange.

Der CPU-Hersteller bestimmt die Plattform

Natürlich stehen nicht plötzlich Firmenvertreter von Intel oder AMD vor euch und zwingen euch zum Kauf eines bestimmten Mainboards. Je nachdem, für welche CPU ihr euch entscheidet, bestimmt das aber tatsächlich Dinge wie das Mainboard und in gewissen Fällen auch den Typ des Arbeitsspeichers. Dabei müsst ihr nicht nur auf den Hersteller des Prozessors, AMD oder Intel, achten, sondern auch auf die gewählte CPU-Generation. Unterschiedliche Modelle erfordern unterschiedliche Mainboard-Chipsätze und damit Mainboards.

Aktuell sind bei AMD die CPU-Sockel AM4 und, ganz neu, AM5. AMD Ryzen bis zur 5000er-Serie benötigt dabei Boards mit 300er, 400er oder 500er-Chip, beispielsweise B550 oder Z570. Ältere Boards wie die B350 und X370 können zwar mit moderneren Zen-CPUs aufgerüstet werden, heute noch ein derart altes Board zu kaufen wäre aber Geldverschwendung. Ein preiswertes aber gut ausgestattetes B450- oder X470-Board hingegen kann durchaus Sinn ergeben.

AMD startet mit AM5 durch, Intel mit Raptor Lake (13th Gen. Core i). Beide Plattformen bieten modernste Features wie PCIe Gen5 und DDR5. AMD startet mit AM5 durch, Intel mit Raptor Lake (13th Gen. Core i). Beide Plattformen bieten modernste Features wie PCIe Gen5 und DDR5.

Die neuen AM5-CPUs erfordern allerdings eine komplett neue Plattform, da sie unter anderem DDR5-Speicher voraussetzen. Dazu später mehr, zu diesem Thema gibt es einen eigenen Absatz.

Intel hingegen vertraut auf LGA1700 als Sockel für CPUs der elften und zwölften Core-i-Generation. Passende Mainboards tragen Namen wie B660 oder Z690, das Prinzip der Namensgebung ist bei AMD und Intel ähnlich. Neben den aktuellen Alder-Lake-CPUs Core ix-12x00 werden diese auch mit den bald erscheinenden Raptor-Lake-CPUs der 13ten Generation zusammenarbeiten. DDR5 und auch PCIe 5.0 sind hier bereits mit an Bo(a)rd.

Mit der CPU- und Mainboardwahl steht auch der passende Arbeitsspeicher fest: AMDs AM4 beherrscht nur DDR4, AM5 hingegen nur DDR5. Intel ist bei den 600er-Mainboards und den dazugehörigen CPUs flexibler, hier gibt es für Sparfüchse auch Boards mit DDR4-Support (beispielsweise um bestehenden RAM zu übernehmen). Über kurz oder lang wird DDR4 aber der Vergangenheit angehören. Soviel zur Kurzfassung, jetzt folgt der ausführliche Teil.

Keine Sorge, wir wollen euch keinen veralteten Kram andrehen. Aber zur Veranschaulichung: Auch Anfang der 2000er Jahre war die PC-Zusammenstellung gar nicht so anders als heute. Keine Sorge, wir wollen euch keinen veralteten Kram andrehen. Aber zur Veranschaulichung: Auch Anfang der 2000er Jahre war die PC-Zusammenstellung gar nicht so anders als heute.

Unsere Tipps in verschiedenen Preisklassen

Wenn ihr keine tiefergehenden Informationen über die einzelnen PC-Komponenten und ihr Zusammenspiel benötigt, könnt ihr euch jetzt unsere Beispiel-Zusammenstellungen anschauen. Wir haben für euch PC-Komponenten für Gamer in verschiedenen Preisklassen zusammengestellt, von denen wir wissen, dass sie zusammen einen guten PC ergeben.

Diese Zusammenstellungen sind natürlich nicht in Stein gemeißelt, weder bei den jeweiligen Herstellern noch bei den Shops oder Produkten. Achtet nur darauf, dass eure Alternativen trotzdem zusammenpassen und die richtigen Produkteigenschaften haben. Gerade bei Mainboards steckt der Unterschied oft im Detail.

Günstig und erweiterbar: Die Einstiegsklasse

Beginnen wir mit der Zusammenstellung für preisbewusste Käufer. Gute Nachrichten: Auch wenn ihr beim initialen Kauf sparen wollt oder müsst, könnt ihr das System später noch deutlich erweitern wenn ihr wollt. Auf neue CPU-Generationen müsst ihr dabei jedoch verzichten, die entsprechende Plattform ist noch recht teuer.

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Nicht zu teuer, nicht zu schwach: Die Mittelklasse

Investiert ihr einige Euro mehr, bekommt ihr einen PC, der den meisten Lesern wohl vollkommen ausreicht. Selbst anspruchsvollere Titel lassen sich damit flüssig spielen - auch in WQHD. Natürlich ist auch hier die Upgradefähigkeit gegeben - sollte ein neuer Monitor mit noch höherer Auflösung den Weg auf den Schreibtisch finden beispielsweise.

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Highend für Anspruchsvolle: Die Luxusklasse

Hier ist das Motto: Von allem ein bisschen mehr. Sowohl bei der Leistung als auch bei den grundsätzlichen Features macht ihr mit diesem PC nichts falsch. Auch wenn ihr in 4K und hohen Refreshraten zockt, spielt das System gut mit, gleiches gilt für anspruchsvolle Rechenaufgaben wie Videoschnitt. Und auch die verbleibenden Fans von Virtual Reality am PC statt mobil via Meta Quest können hier bedenkenlos zugreifen.

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Die Komponenten eines Selbstbau-PCs

Wenn ihr den Schritt wagt und euren ersten PC aus Einzelteilen zusammenbauen wollt, braucht ihr diverse Einzelteile, die miteinander kompatibel sein müssen, soviel haben wir ja schon vorweg genommen. Bei Bauteilen wie der SSD ist das kein Problem, da jede SATA- oder M.2-SSD auf aktuelle Boards passt und auch problemlos arbeiten wird. Bei anderen Bestandteilen ist es schon etwas komplizierter, hier müssen gewisse Abhängigkeiten beachtet werden.

Ein Sonderfall für die PC-Zusammenstellung sind besonders kleine Formfaktoren, hier: ITX: Bei derart winzigen Gehäusen müsst ihr besonders gut nach ausreichend schmal dimensionierter Hardware suchen. Ein Sonderfall für die PC-Zusammenstellung sind besonders kleine Formfaktoren, hier: ITX: Bei derart winzigen Gehäusen müsst ihr besonders gut nach ausreichend schmal dimensionierter Hardware suchen.

Ein PC besteht üblicherweise aus einem Gehäuse, das groß genug ist, eure Wunschhardware aufnehmen zu können (ITX-Case und Servermainboard = keine gute Kombination aber auch große Grafikkarten oder Kühler können Probleme bereiten). Für die Stromversorgung braucht es ein ausreichend dimensioniertes Netzteil. Den Takt gibt dann die CPU an - ist diese zu langsam, bremst ihr eure Grafikkarte in Spielen aus, sonst funktioniert aber trotzdem alles. Die Wahl der Grafikkarte hängt auch von der Auflösung (und Refreshrate) eures Monitors ab - je mehr Bildpunkte berechnet werden müssen und je öfter sich der Bildaufbau pro Sekunde wiederholen soll, desto größer müsst ihr hier dimensionieren. Arbeits- und Festspeicher (RAM und SSD) sind ebenfalls unabdingbar. Kabel für Laufwerke liegen dem Mainboard normalerweise bei, achtet aber darauf falls ihr gebraucht kaufen wollt oder müsst.

In geschlossenen Gehäusen wird es der Hardware schnell warm, vergesst also nicht eine ausreichend dimensionierte Lüftung einzuplanen. Aber eigentlich war es das auch schon, neben einem Satz Werkzeug (primär: Schraubendreher mit den passenden Aufsätzen für Kreuzschrauben in verschiedenen Größen) braucht ihr nichts zusätzlich.

Ohne CPU geht nichts - die Wahl des Prozessors entscheidet aber nicht nur über die Gesamtleistung sondern auch darüber, welche weiteren Komponenten im Bereich Mainboard und Arbeitsspeicher genutzt werden können. Ohne CPU geht nichts - die Wahl des Prozessors entscheidet aber nicht nur über die Gesamtleistung sondern auch darüber, welche weiteren Komponenten im Bereich Mainboard und Arbeitsspeicher genutzt werden können.

Das Her(t)z des PCs

Der Prozessor (CPU)

Die CPU ist eine der Basiskomponenten und gibt, wie eben dargelegt, auch die dazugehörige Mainboardplattform fest. Versucht also nicht, die CPU mit Gewalt in den Sockel zu zwingen, wenn es nicht passt, hat das meistens einen Hintergrund.

Was die Performance angeht, herrscht seit einigen Jahren wieder ernsthafte Konkurrenz zwischen AMD und Intel, bei beiden Herstellern bekommt ihr voll gamingtaugliche Prozessoren. Zwar unterscheiden sich die Architekturen und im Detail auch Leistung, Energieaufnahme und Preis, den generell Job als Rechenzentrale im PC übernehmen aber alle verfügbaren CPU-Architekturen mit Bravour.

Näher auf die Wahl der richtigen CPU gehen wir in diesem Artikel ein:

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Generell gilt: Ab sechs Rechenkernen macht ihr nur wenig falsch wenn eure Ansprüche nicht in Richtung Highend tendieren. Bei Intel gibt es mittlerweile nicht mehr nur eine Sorte CPU-Cores, in einem Core-1-12x00-Prozessor stecken neben den bekannten und schnellen Performance-Cores mitunter auch mehrere Effizienz-Kerne. Diese rechnen langsamer und sind vornehmlich zum Sparen von Energie bei geringer Last vorgesehen. In Games profitiert ihr davon eher selten, konzentriert euch also eher auf die P-Cores. Bei AMD hingegen gibt es bislang ausschließlich Performance-Kerne.

Wenn ihr den PC vorrangig zum Zocken zusammenstellt, mag der Griff zu einem 12- oder 16-Kerner zwar verlocken, einen praktischen Mehrwert habt ihr durch die zusätzlichen Cores aber eher selten. Ein guter Sechskerner reicht oft bereits, wer etwas Puffer möchte greift zum Achtkerner. Alles darüber rentiert sich eher, wenn ihr regelmäßig auch Videos schneidet oder andere rechenintensive Anwendungen nutzt.

Das Mainboard bringt alle Komponenten zusammen und verfügt über zahlreiche Chips zur Ansteuerung all dieser Technik. Das Mainboard bringt alle Komponenten zusammen und verfügt über zahlreiche Chips zur Ansteuerung all dieser Technik.

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