Generative KI hat sich in den vergangenen Jahren in zahlreichen Industriezweigen mehr oder minder erfolgreich etabliert. Die Möglichkeit, mit wenig technischem Wissen teils täuschend echte Dokumente und Bilder anzufertigen, ruft konsequenterweise auch Betrugsversuche auf den Plan.
Allein das Fintech-Unternehmen Ramp (via Financial Times) hat innerhalb von nur drei Monaten gefälschte Belege mit einer Gesamtsumme von mehr als einer Million US-Dollar entdeckt. Die Dunkelziffer dürfte mutmaßlich weit höher liegen. Dabei sind die falschen Rechnungen so gut gemacht, dass selbst erfahrene Prüfer getäuscht werden.
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Das Ende der Wahrheit: Was können wir noch glauben?
»Trauen Sie Ihren Augen nicht«
Zu dieser Feststellung kam zumindest Chris Juneau, der als Senior Vice President bei SAP Concur arbeitet. Demzufolge sind die generierten Bilder der Belege inzwischen so nah an der perfekten Fälschung, dass man Kunden rät, »ihren eigenen Augen nicht zu trauen«.
- Als Startpunkt für diesen Trend gilt der Launch von GPT-4o, das erstmals in der Geschichte der OpenAI-Modelle die Bildgenerierung der breiten Masse zugänglich machte.
- So benötigen Angestellte laut Juneau weder gängige Programme wie Photoshop noch Wissen darüber, wie man die »klassischen« Bildbearbeitungstools überhaupt richtig bedient.
Begegnen will man den KI-generierten Betrugsversuchen mit einem eigenen Einsatz von KI. Das eingangs erwähnte Unternehmen Ramp setzt dabei auf ein Tool, das etwa die Inhalte auf den Zetteln auf Ungereimtheiten analysiert. Dazu können etwa sich stetig wiederholende Kellnernamen oder Uhrzeiten zählen.
Zudem könne Ramps KI-Tool auf Firmendaten zugreifen, sodass im Verdachtsfall die Reisedaten mit den Belegdaten abgeglichen werden. Laut einem Ramp-Angestellten habe der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in diesem Kontext einen einfachen Vorteil:
Die Tools können alles mit einem hohen Maß an Detailgenauigkeit und Aufmerksamkeit betrachten, während bei Menschen nach einer gewissen Zeit Dinge durchrutschen – sie sind eben menschlich.
Gegenüber der Financial Times erklärte OpenAI indes, dass solche Betrugsversuche mit Spesenabrechnungen gegen die Nutzungsbestimmungen verstoßen. Wie das Unternehmen dagegen vorgehen will, lassen die Aussagen hingegen ungeklärt.
Werden Nutzer in Deutschland dabei erwischt, drohen empfindliche Strafen – schließlich erfüllt dies unter Umständen den Straftatbestand des Betrugs und der Urkundenfälschung.
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