KI-Skepsis in Deutschland: 63 Prozent sehen Rechenzentren als Gefahr für ihre Nachbarschaft

Eine Umfrage zeigt: Neue Rechenzentren stoßen in Deutschland auf Sorge – und deutliche Forderungen an Politik und Tech-Konzerne.

Rechenzentren zu bauen und zu betreiben ist sehr ressourcenintensiv. (Bildquelle: Sepia100, Adobe Stock) Rechenzentren zu bauen und zu betreiben ist sehr ressourcenintensiv. (Bildquelle: Sepia100, Adobe Stock)

KI, aber nicht zu jedem Preis: Immer mehr Anwohner in den USA wehren sich gegen den Bau von Rechenzentren, da sie Wasserknappheit und steigende Stromkosten befürchten.

Jetzt zeichnet eine Umfrage für Deutschland ein ganz ähnliches Bild: Auch hierzulande ist die Skepsis gegenüber dem Bau von Rechenzentren groß.

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Eine Mehrheit der Deutschen sorgt sich um den Ressourcenverbrauch

Das britische Meinungsforschungsinstitut Savanta.com hat im Auftrag der Organisationen Beyond Fossil Fuels in Kooperation mit AlgrithmWatch und weiteren NGOs eine Umfrage in Deutschland durchgeführt.

Darin wird das Wissen und die Meinung der Deutschen zum Bau neuer Rechenzentren abgefragt. Es zeigt sich: Einer Mehrheit der Deutschen fürchtet den hohen Ressourcenverbrauch:

  • Lokale Umweltsorge: 63 Prozent sind besorgt über die Auswirkungen des Wasserverbrauchs von Rechenzentren auf das umliegende Ökosystem.
  • Eigene Wasserversorgung: 57 Prozent sind besorgt über die Auswirkungen des Wasserverbrauchs von Rechenzentren auf ihre eigene Wasserversorgung.
  • Zukünftiger Energiebedarf: 43 Prozent sind der Meinung, dass Rechenzentren in Zukunft in bedeutendem Maße zum deutschen Energieverbrauch beitragen werden.
  • Aktueller Energiebedarf: 32 Prozent schätzen, dass Rechenzentren bereits heute einen bedeutenden Anteil am Energieverbrauch in Deutschland ausmachen.

Dr. Julian Bothe, Senior Policy Manager für KI und Klimaschutz bei AlgorithmWatch erklärt in der begleitenden Pressemeldung:

Die Sorgen sind mehr als berechtigt, wenn man auf die Zahlen blickt.

Die Lage in Deutschland

In Deutschland hat sich – wie aus einem Gutachten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) von Anfang dieses Jahres hervorgeht – Frankfurt am Main zum Hotspot bereits vorhandener Rechenzentren entwickelt.

Berlin und Brandenburg und das Rheinische Revier sollen als weitere Ausbaugebiete wichtig werden, etwa durch ein neues Rechenzentrum von Nvidia in München.

Warum Wasser? Rechenzentren brauchen Wasser vor allem zur Kühlung. Das Gutachten des BMWK, dass hier zumindest teilweise ein Trade-off zum Stromverbrauch besteht: Wasserkühlung bedeutet einen geringeren Strombedarf gegenüber mechanischen Kühlsystemen. Doch der Wasserbedarf ist groß.

  1. Ein mittelgroßes Rechenzentrum, dessen Technik eine maximale Stromzufuhr von einem Megawatt benötigt, verbraucht allein durch die Kühlung mit Wasserverdunstung im Jahr etwa 25,5 Millionen Liter Wasser.
  2. Im Regelfall wird Trinkwasser als Wasserquelle genutzt.

Und auch den aktuellen Strombedarf durch Rechenzentren weist der Bericht des BMWK als größer aus als vielleicht der ein oder andere erwarten würde:

  • Aktueller Bedarf: Im Jahr 2024 hatten Rechenzentren und kleinere IT-Installationen in Deutschland einen Strombedarf von 20 Terawattstunden (TWh), was etwa 4 Prozent des Bruttostromverbrauchs entspricht.
  • Mittelfristige Prognose: Bis zum Jahr 2030 wird mit einem deutlichen weiteren Anstieg der IT-Kapazitäten gerechnet, wobei voraussichtlich 31 TWh Strom benötigt werden.
  • Langfristprognose: Geht man von einem gleichbleibenden Wachstum aus, kann der Stromverbrauch bis zum Jahr 2045 auf knapp 80 TWh ansteigen, was einem Anstieg von fast 400 Prozent gegenüber 2024 entspräche.
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Klare Forderungen an Politik und Tech-Konzerne

Die Teilnehmer zeigen sich in der Umfrage jedoch nicht nur besorgt, sondern haben im Kontext der Umweltfolgen auch klare Forderungen an die Politik und die Tech-Konzerne, wie die Umfrage zeigt:

  • 69 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass neue Rechenzentren nur gebaut werden sollten, wenn sie ihren Strom aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Doch die entscheidende Forderung geht noch weiter.
  • 66 Prozent stimmen zu, dass der Bau nur gestattet sein sollte, wenn dafür neue, zusätzliche Kapazitäten an erneuerbarer Energie geschaffen werden.

Bothe ordnet diese Haltung klar ein:

Neue Rechenzentren benötigen zwingend auch zusätzliche erneuerbare Energie – sonst wird der KI-Hype unweigerlich zum Klimakiller.

Er weist darauf hin, dass es im Angesicht des steigenden Stromverbrauchs durch Rechenzentren nicht ausreiche, die einfach nur mit vorhandenem Ökostrom zu betreiben:

Es bringt überhaupt nichts, wenn ein neues Rechenzentrum sich einen grünen Sticker an die Fassade klebt, weil es mit erneuerbaren Energien betrieben wird, wenn dann für das Unternehmen nebenan doch wieder ein Kohle- oder Gaskraftwerk anspringen muss.

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