Aktuell stampft ein altbekanntes Filmmonster durch die Lichtspielhäuser: Godzilla ist eine japanische Erfindung aus dem Jahr 1954 und filmgewordenes Mahnmal für das Grauen der auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben.
Mit »Godzilla Minus One« erschien dieser Tage auch in den deutschen Kinos die mittlerweile 37. Episode der Filmreihe aus den japanischen Toho-Studios (die amerikanischen Filme ausgeklammert).
Fans und Kritiker übertönen sich aktuell in Lobeshymnen zu dem Film, in dem Godzilla das Japan unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs heimsucht – und dabei natürlich Großstädte und Militärschiffe wie Lego-Spielzeug auseinandernimmt.
Das sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern hat Regisseur Takashi Yamazaki vor monstermäßige Herausforderungen gestellt.
Aber nicht so, wie man das bei einem Film mit der wandelnden Atombomben-Metapher unbedingt erwarten würde.
Die vielleicht größte Hürde für die Computerkünstler bei Godzilla Minus One
Yamazaki hat sich in ein Video zu den Visual-Effects-Experten des YouTube-Kanals »Corridor Crew« gesetzt. Dabei hat er enthüllt, dass nicht etwa das gigantische Monster oder seine Zerstörungswut die größte Aufgabe darstellte, sondern Wasser.
Yamazaki sagt, so auch zitiert auf screenrant.com:
»Die größte Herausforderung war es, die riesigen Wassermassen zu bewältigen. Das Wasser alleine hat 500 Terabyte beansprucht. Wir haben versucht, so viel Rechenleistung wie möglich bereitzustellen, aber wir kamen an unsere Grenzen, … es war ein Katz-und-Maus-Spiel, die Visual Effects unter Dach und Fach zu bringen. Wir haben ständig mehr Rechenpower benötigt.«
Hintergrund dazu: Godzilla Minus One ist voller Szenen, in denen Godzilla Booten hinterherjagt, ganze Schiffe zerbröselt oder einfach nur unter diesen entlang schwimmt.
Eine zusätzliche Herausforderung lag daran, die Balance zu halten zwischen Realismus und künstlerischer Freiheit, wie ein nächstes Zitat Yamazaki offenlegt:
»In Godzilla-Filmen kann die Darstellung der Monster schnell kompliziert werden. Da ist Godzilla, dieses hoch aufragende, echsenartige Ungetüm. Und dann ist da diese heikle Balance. Einerseits mussten wir realistisch wirkende Bewegungen darstellen, andererseits und sind seine Größe und Proportionen fantastisch [ohne Referenz aus der Realität].«
Das ganze Video, mit einer Lauflänge von knapp über einer viertel Stunde, könnt ihr gleich hier unten aufrufen. Der Abschnitt über Godzilla Minus One beginnt bei Minute 3:32.
Link zum YouTube-Inhalt
Vorteil für die Filmproduktion: Wenn es mal zu zeitlichen Engpässen kam, ein Computereffekt der schnellen Fertigstellung bedurfte, konnte Yamazaki - mit seinem beruflichen Hintergrund in Visual Effects - selber Aufgaben am Computer übernehmen.
Auch lesenswert: Ein Film, der sich auf andere Art und Weise mit der Atombombe beschäftigt, ist Oppenheimer – Fans sind enttäuscht: Oppenheimer von Christopher Nolan geht bei Visual-Effects-Oscars leer aus
Konnte Godzilla Minus One auch euch überzeugen? Oder findet ihr, ein Film wie Oppenheimer verhandelt Fragen rund um die Atombombe besser? Anders gefragt: Wird das Müllmonster Hydrox aus »Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster« jemals zurückkehren - oder gar in »Godzilla x Kong: The New Empire« einen Gastauftritt hinlegen? Ja, sehr unwahrscheinlich. Schreibt uns eure Meinung hierzu gerne in die Kommentare, wenn ihr mögt.

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