Es ist nicht Chrome: Google baut gerade einen neuen Browser, der alles anders machen soll

Google Labs stellt Disco vor – einen experimentellen Browser, der Browser-Tabs in maßgeschneiderte Web-Apps umwandelt. Aktuell ist der Test nur für macOS zugänglich.

Google Labs zeigt Disco mit der GenTab-Funktion: ein experimenteller Browser, der recherchieren und Web-Apps generieren kann. Google Labs zeigt Disco mit der GenTab-Funktion: ein experimenteller Browser, der recherchieren und Web-Apps generieren kann.

Google Labs präsentiert einen innovativen Ansatz zum Browsing. »Disco« heißt das neue Experiment, das zeigen soll, wie sich die Webnutzung verändern könnte.

Das Projekt entstand ursprünglich als Hackathon-Initiative innerhalb Googles und hat sich inzwischen zu einer vollständigen Vision entwickelt, wie die Entwickler in einem Blogeintrag erklären.

Der Browser steht ab sofort auf der Warteliste für macOS-Nutzer zur Verfügung.

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»GenTabs« als zentrales Feature

Disco funktioniert nach einem Prinzip, das typische Browser-Nutzung umkehrt, wie The Verge erklärt. Ihr gebt eine Anfrage ein – etwa die Planung einer Japanreise – und der Browser öffnet automatisch mehrere relevante Tabs, um Rechercheergebnisse zu sammeln.

Das System nutzt diese geöffneten Tabs anschließend als Grundlage, um daraus eine maßgeschneiderte Webanwendung zu generieren. Parisa Tabriz, Leiterin des Chrome-Teams bei Google, beschreibt die Idee gegenüber The Verge wie folgt:

Ich halte Disco nicht für einen universellen Browser. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, zu untersuchen, was passiert, wenn Nutzer von einfachen Tabs zu einer sehr personalisierten, maßgeschneiderten App übergehen, die ihnen hilft, genau das zu tun, was sie gerade brauchen.

Das Herzstück von Disco heißt »GenTab«. Diese Funktion basiert auf Geminis Fähigkeit, Code zu schreiben und dynamisch Browser-Inhalte zu verarbeiten. Das Beispiel des Reiseplans taucht im YouTube-Video erneut auf:

  • Wenn ihr diesen erstellen möchtet, analysiert GenTab die geöffneten Tabs und den Chat-Verlauf mit dem KI-Assistenten. Das System generiert dann in wenigen Sekunden eine interaktive Karte mitsamt Generator für den Reiseplan sowie eine Liste der verwendeten Quellen.
  • Jedes Mal, wenn ihr neue Informationen in einem Tab findet – etwa ein empfehlenswertes Restaurant – aktualisiert sich die generierte App automatisch mit den neuen Daten.
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Laut The Verge zeigt sich dabei eine bewusste Design-Entscheidung: Während viele KI-Assistenten Links in Chats anzeigen, diese aber nicht wirklich aktivieren, öffnet Disco proaktiv Tabs. Manini Roy, die ein Innovationslabor innerhalb des Chrome-Teams leitet, erklärt hierzu:

Wir zeigten zunächst nur Links im Chat an, merkten aber, dass viele Nutzer weiterchatteten, ohne die Tabs wirklich zu erforschen. Das hat sich mit Disco grundlegend geändert.

Interessierte können sich auf eine Warteliste eintragen, um Disco zu testen. Zunächst ist das Experiment nur für macOS zugänglich. Ob und wann andere Plattformen folgen, ist noch nicht bekannt.

Google macht im Laufe des Blogeintrags deutlich, dass die Entwicklung noch in frühen Phasen steckt und viele Fragen zur zukünftigen Ausgestaltung offen sind.

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