Ich habe in den letzten Wochen den Comet-Browser von Perplexity genutzt. Nach zwei Tagen mit dem KI-Browser war ich noch etwas vorsichtig.
Comet ersetzt klassische Suchmaschinen durch eine integrierte »Answer Engine« und will Google Chrome ernsthafte Konkurrenz machen. Doch kann mich der Newcomer nach drei Wochen wirklich überzeugen?
Das sind die Stärken des Comet-Browsers
Der größte Vorteil von Comet liegt in seiner KI-Integration. Als Agent kann er Mails beantworten, Termine organisieren oder Routen planen. Besonders praktisch: die Verknüpfung mit Google-Diensten. Wer regelmäßig im Mail-Chaos versinkt, wird die intelligente Unterstützung schätzen.
Der Sprachassistent glänzt für mich vor allem bei Audio-Zusammenfassungen von Webseiten. Komplexe Artikel lassen sich schnell erfassen, ohne alles durchlesen zu müssen, und wer lieber hört, anstatt zu lesen – oder einfach gerne Multitasking betriebt – wird diese Funktion lieben.
Nicht nur einmal habe ich eine Zusammenfassung vorlesen lassen und bin mit meinem Funkheadset in die Küche gestiefelt, um mir währenddessen einen Kaffee zu machen – herrlich.
Dasselbe gilt übrigens für YouTube-Videos. So müsst ihr beim nächsten Tutorial nicht mehr 20 Minuten irrelevante Tipps anschauen, bis ihr zu dem Teil kommt, der euch wirklich interessiert.
Generell gefallen mir die Zusammenfassungen besser als die von den Chrome-Extensions wie »ChatGPT-Summarize« oder »YouTube Summary«. Sie sind etwas detaillierter formuliert und nicht ganz so stichpunktlastig. Für mich ist das der perfekte Mittelweg.
Guter Erklärbär: Auf unbekannten Webseiten oder mit neuen Tools kann ich einfach fragen »Was sehe ich hier?« Die KI erklärt Funktionen und Zusammenhänge verständlich.
Speed-Boost spürbar: Im direkten Vergleich zu meinem bisherigen Favoriten Vivaldi fühlt sich Comet deutlich schneller an. Seiten laden flüssiger, die Reaktionszeit ist merklich besser.
Shortcuts zuweisen: Beinahe jede wichtige Funktion lässt sich mit einem Shortcut belegen. So kann ich schnell navigieren und die Funktionen effizient nutzen.
Eigener Discover-Feed: Wie im oben verlinkten Artikel beschrieben, finde ich den Comet-eigenen Discover-Feed wirklich gut und informativ. Leider besteht das Problem der schlechten Übersetzung weiterhin. Ich empfehle daher, den Feed auf Englisch umzustellen.
Wo die KI-Magie versagt
Viele der beworbenen »praktischen Funktionen« lassen sich klassisch mit einem Klick schneller lösen.
Beispiel Terminplanung: Statt mir die Termine für diese Woche auflisten zu lassen, schaue ich deutlich lieber selbst in den Kalender. Die KI-Auflistung wirkt mir einfach zu unstrukturiert.
E-Mail-Bearbeitung: Bei geschäftlichen Mails traue ich der KI noch nicht vollständig. Zu wichtig sind Nuancen und Kontext, die sie möglicherweise übersieht.
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Der Assistent wirkt oft orientierungslos: Soll er eine Antwort im Chat geben oder direkt auf der aktuellen Seite arbeiten?
Ein Beispiel: Auf Google Sheets sage ich »Erstelle eine Tabelle mit Inhalten X und Y«. Statt direkt in Sheets zu arbeiten, gibt er mir eine minimalistische Tabelle im Chat aus. Diese Kontextverwirrung nervt im Alltag und kommt leider etwas zu häufig vor.
Vermisste Funktionen: Ich bin Gestensteuerung aus Vivaldi gewohnt und führe so diverse Funktionen im Browser aus.
Ich schließe und öffne beispielsweise gerne den Browser mit den Gesten, doch bisher ist so eine Funktion noch nicht im Comet-Browser verfügbar, wenn sie es überhaupt je sein wird.
Mein Fazit
Jan Stahnke: Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits finde ich den Assistenten zwar praktisch, aber in vielen Bereichen auch nicht ausreichend. Dennoch möchte ich ihn nicht missen.
Momentan nutze ich deswegen zwei Browser: Vivaldi und Comet.
Um final auf den neuen Browser umzusteigen, muss der Assistent noch etwas ausgereifter funktionieren. Doch ich glaube, dass durchaus eine Menge Potenzial im Comet-Browser steckt, das ich noch nicht ganz nutze.
Deswegen werde ich vorerst weiter mit zwei Browsern arbeiten und euch weiterhin berichten, wie sich Comet und meine Arbeitsweise mit ihm entwickeln.
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