Für Rockstar kommt GTA 6 zu einem perfekten Zeitpunkt – für Spieler ist das Gegenteil der Fall

Die aktuelle Diskussion um die 60-FPS-Frage macht deutlich, wie goldrichtig Rockstar mit dem Release-Termin liegt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Tech-Autor Nils freut sich sehr auf GTA 6, er würde sich aber eine andere Release-Strategie von Rockstar wünschen. Tech-Autor Nils freut sich sehr auf GTA 6, er würde sich aber eine andere Release-Strategie von Rockstar wünschen.

Der Release von GTA 6 rückt näher und näher, dementsprechend erhöht sich die Schlagzahl an Nachrichten rund um neue Informationen und Leaks zu dem Spiel.

Aktuell in der Community viel diskutiert: Kommt GTA 6 direkt zum Start mit einem 60-FPS-Modus? Oder wird es maximal 30 bis 40 FPS geben?

Hoffnungen auf 60 FPS hatte eine Händler-FAQ zu dem Spiel gemacht. Die Technik-Experten von Digital Foundry halten das aber aufgrund der hohen Anforderungen an die CPU für unrealistisch.

Diese Diskussion hat mir indes etwas verdeutlicht, das ohnehin längst klar war: GTA 6 kommt mit Blick auf die verfügbare Technik für Rockstar zu einem perfekten Zeitpunkt – und für uns Spieler zu einem denkbar ungünstigen.


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Ein genauerer Blick auf die wichtige CPU

In einer großen, lebendigen und möglichst realistischen Open World wie der von GTA 6 spielt die Prozessorleistung potenziell eine besonders wichtige Rolle. Insofern teile ich die Einschätzung von Digital Foundry, dass für GTA 6 zunächst mit maximal 30 FPS (und mit viel Glück mit 40 FPS) zu rechnen ist.

Sollte GTA 6 zum Release nicht mit 60 Bildern pro Sekunde auf den Konsolen laufen, dürfte das niemanden überraschen. Schließlich sind die aktuellen Generationen bis dahin ziemlich genau sechs Jahre alt, und ihre CPU-Technik war schon 2020 nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

Daran ändert auch die PlayStation 5 Pro von 2024 nichts, weil ihr Prozessor abseits des High CPU Frequency Mode im Vergleich zur regulären PS5 identisch geblieben ist und somit kaum mehr Leistung bietet.

Zur Einordnung: Die aktuellen Konsolen setzen auf AMDs Zen-2-Architektur der Ryzen-3000-Generation aus dem Jahr 2019. Auf dem PC sind wir mittlerweile bei Zen 5 und Ryzen 9000 angekommen.

Doch was nach einer nervigen Begrenzung für die Entwickler von GTA 6 und einer unumgänglichen Performance-Einschränkung zum Release klingen mag, ist für Rockstar eine goldene Gelegenheit.

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Dasselbe Spiel so oft wie möglich zu Geld machen

Wer GTA 6 einerseits so früh wie möglich spielen will, aber andererseits das beste Spielerlebnis mit möglichst hoher FPS-Zahl und Grafikqualität nicht verpassen möchte, der wird GTA 6 mindestens zweimal kaufen müssen: Einmal für die aktuellen Konsolen und ein weiteres Mal für ihre Nachfolger oder den PC.

Wir wissen zwar bislang nicht, wann die Nachfolger der PlayStation 5 und der Xbox Series X erscheinen. Aber spätestens 2028 dürfte es so weit sein – und damit lange genug nach dem ersten Release von GTA 6, um noch einmal Geld für das Spiel auf einer anderen Plattform in die Hand zu nehmen.

Für eine mögliche PlayStation 7 ist sogar eine Enhanced Edition des Spiels denkbar, ähnlich wie wir es bereits im Falle von GTA 5 und der verbesserten Version für die PS5 und die Xbox Series X gesehen haben. Insgesamt stehen so vier verschiedene Versionen des Spiels im Raum, die Rockstar verkaufen kann:

  • GTA 6 für die PS5 (Pro) und die Xbox Series X (mit maximal 30 bis 40 FPS)
  • GTA 6 für die PS6 (Pro) und die nächste Xbox (mit maximal 60 FPS)
  • GTA 6 für den PC (ohne FPS-Limit)
  • GTA 6 Enhanced für die PS7 (und den PC)

Ein Vorgehen, das Rockstar bekanntermaßen bereits mit GTA 5 erprobt hat:

  • GTA 5 für die PS3 und die Xbox 360 (Release September 2013)
  • GTA 5 für die PS4 und die Xbox One (Release November 2014)
  • GTA 5 für den PC (Release April 2015)
  • GTA 5 Enhanced für die PS5 und die Xbox Series X (Release März 2022)

Auf dem PC gab es die Enhanced-Version des Spiels im vergangenen Jahr übrigens immerhin als kostenloses Upgrade (auch wenn die Veröffentlichung von Problemen überschattet wurde).


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Was für (PC-)Spieler die deutlich bessere Variante wäre

In einer besseren Welt würde ich mir statt des oben skizzierten Release-Ablaufs Folgendes wünschen:

  • GTA 6 spart sich die aktuellen Konsolen und erscheint im Jahr 2027 oder 2028 für die PS6 und die neue Xbox mit 60 FPS. Dank ausreichend Entwicklungszeit ist das Spiel top-optimiert, ganz ohne Crunch-Time für die Entwickler.
  • Zeitgleich kommt die PC-Version ohne jedes FPS-Limit auf den Markt, ebenfalls in völlig fehlerfreiem Zustand.
  • Zum Release der PS6 Pro und der PS7 bringt Rockstar jeweils kostenlose Upgrades, die die Grafik verbessern und/oder die Performance erhöhen, auch auf dem PC.

Ich weiß, ich weiß: Das ist vollkommen utopisch, und man kann es Rockstar vermutlich nur bedingt ankreiden, dass sie aus dem größten Release in der Spielegeschichte so viel Gewinn wie möglich herausholen wollen.

Doch zumindest weiß Rockstar dank High-End-Hardware für den PC schon ziemlich lange recht gut, was für eine PlayStation 6 und die nächste Xbox in Sachen Leistung zu erwarten ist, sodass die Entwicklung durchaus früh genug darauf hätte ausgelegt werden können.

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Das ist auch deshalb der Fall, weil sich PC- und Konsolen-Hardware seit der PS4 und der Xbox One so ähnlich sind wie nie zuvor. Ein Umstand, der nicht nur bis heute gilt, sondern der aller Voraussicht nach auf für die kommenden Konsolen Gültigkeit haben wird.

Eine Frage der Perspektive

Mir ist bewusst, dass ich als PC-Spieler leicht reden habe, wenn ich von einem um ein bis zwei Jahre nach hinten verschobenen Release von GTA 6 im Jahr 2027 oder 2028 spreche. Schließlich ist ohnehin nicht früher mit einer PC-Version des Spiels zu rechnen.

Dennoch finde ich, dass ein derart gestückelter Release, wie er bei GTA 6 zu erwarten ist, für die meisten Spieler eine denkbar ungünstige Lösung darstellt und auch den Entwicklern das Leben deutlich schwerer macht.


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Ich will gleichzeitig nicht bestreiten, dass man auch auf der PS5 (Pro) und der Xbox Series X beziehungsweise mit 30 oder 40 FPS viel Spaß mit GTA 6 haben kann, um die eingangs erwähnte Diskussion wieder aufzugreifen.

Das ändert aber nichts daran, dass ein Release mit Next-Gen-Hardware und 60-FPS-Modus in möglichst großer Grafikpracht einem Titel wie GTA 6 in meinen Augen nicht nur besser zu Gesicht stehen würde, sondern dass ich es auch für die insgesamt klar zu bevorzugende Lösung aus Spieler- und Entwicklersicht halte (Stichwort Crunch).

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr meine Argumentation nachvollziehen könnt und wie ihr darüber denkt!


Kommentare(4)
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