65 Zoll für unter 500 Euro: Was taugt der meistverkaufte TV auf Amazon?

Der Hisense E7DS ist Amazons Beststeller. Lohnt sich der QLED-Fernseher mit Dolby Vision?

Sind 469 Euro für diesen 65-Zöller ein guter Deal? (Bildquellen: Hisense, Maxe S., GameStar) Sind 469 Euro für diesen 65-Zöller ein guter Deal? (Bildquellen: Hisense, Maxe S., GameStar)

TVs gibt es wie Sand am Meer. Wenn ihr einen neuen sucht, ist Amazon eine gute Anlaufstelle, vor allem ein Blick in die meistverkauften Modelle ist ein guter Wegweiser.

Dort thront ganz oben derzeit der Hisense E7DS. Verfügbar ist der Fernseher laut Produktseite in gleich sieben Größen:

  • 43 Zoll für 224 Euro
  • 50 Zoll für 299 Euro
  • 55 Zoll für 360 Euro
  • 58 Zoll für 379 Euro
  • 65 Zoll für 469 Euro
  • 75 Zoll für 660 Euro
  • 85 Zoll für 850 Euro

Ich ordne das Angebot für euch ein und beziehe mich dabei auf die 65 Zoll Version; meine Aussagen gelten aber für alle Größen. Für wen lohnt sich Amazons meistverkaufter Fernseher?

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur, und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Im Heimkino-Bereich kennt er sich außerdem bei Audiogeräten aus, von der Soundbar über Kopfhörer bis zur Surround-Anlage ist er nie um eine Empfehlung verlegen.

Bevor ich beginne, findet ihr nachstehend die technischen Daten.

Technische Daten
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  • Display: LCD, QLED mit DLED-Hintergrundbeleuchtung
  • Auflösung: 3.840 x 2.160 Pixel
  • Bildwiederholrate: 60 Hz
  • Reaktionszeit: 8 ms
  • HDR: HDR10, HDR10+, HDR10+ Adaptive, HLG
  • Dolby Vision: Dolby Vision IQ und Dolby Vision Gaming
  • Gaming: VRR, ALLM, Game Mode Plus, HDR10+ Gaming, Dolby Vision Gaming
  • Anschlüsse: 3x HDMI 2.1, 2x USB 2.0
  • Tuner: DVB-T2/T/C/S2/S 
  • Betriebssystem: VIDAA Smart OS
  • Audio: 2x 10 Watt (20 Watt Gesamtleistung)
  • Abmessungen (BxHxT): 1.445 × 874 × 298 mm
  • Gewicht: 12,8 kg

Hisense E7DS: die Stärken

Sieht man mal vom Preis als reinen Wertvorteil ab, fallen vor allem 3 Dinge ins Auge.

✅ Direct-LED

Bei großen und günstigen LCD-TVs kommt meist eine Edge-LED-Beleuchtung zum Einsatz. Das bedeutet, dass die LEDs der Hintergrundbeleuchtung entlang des Bildschirmrandes sitzen.

Das spart Geld, aber geht auf Kosten der Bildqualität. Die Geräte besitzen eine niedrigere Spitzenhelligkeit als solche mit Direct-LED, wo flächendeckend LEDs verbaut sind.

Der Hisense E7DS besitzt eine DLED-Bestückung, die einem zu dunklen Bild zumindest ein Stück weit entgegenwirkt.

✅ VRR und ALLM

Bei diesen beiden Abkürzungen schlagen Spielerherzen höher, denn sie sind beim Spielen am TV – über Konsole oder PC – von Vorteil. Mittlerweile sind VRR und ALLM auch in günstigere Geräte eingezogen, aber noch kein Standard.

  • ALLM oder Auto Low Latency Mode. Mit ALLM kann eine Quelle den Fernseher anweisen, in einen Bildmodus zu wechseln, der die Eingabeverzögerung reduziert. Sprich: Der TV wechselt dann automatisch in den Game Mode und verlässt ihn wieder, wenn ihr nicht zockt.
  • VRR oder Variable Refresh Rate. Wenn das System Probleme hat, Bilder auf die Ziel-Framezahl zu rendern (meist 30 oder 60 FPS), dann entstehen Screen Tearing oder Ruckeln. VRR steuert dagegen. Das Feature sorgt dafür, dass das nächste Bild erst angezeigt wird, wenn es fertig ist. Das erzeugt ein flüssigeres Spielgefühl, selbst wenn nicht die eigentlich angepeilten Bilder pro Sekunde erreicht werden.

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✅ Dolby Vision

Klar, HDR hat mittlerweile nahezu jeder Fernseher an Bord, nicht aber Dolby Vision. Hier werden Lizenzgebühren fällig, die Hisense an Dolby entrichtet; selbstverständlich ist Dolby Vision im Einsteigerbereich aber nicht.

Der Vorteil von Dolby Vision sind dynamische Metadaten. Anstatt eines Mittelwerts für den gesamten Film oder eine Serie, wird jede Szene und gegebenenfalls jeder Frame dynamisch angepasst.

Das bedeutet, dass wenn ihr einen Film oder eine Serie anschaut, die Dolby Vision unterstützt, ist das HDR-Bild wesentlich granularer und hübscher.

Generell deckt der Fernseher so ziemlich alle HDR-Formate ab, abgesehen von den brandneuen wie Dolby Vision 2.

Hisense E7DS: die Schwächen

❌ 60-Hz-Panel

Für Spielerinnen und Spieler ist ein Panel mit einer zu niedrigen Bildwiederholrate ein Ausschlusskriterium.

Die Bildwiederholrate ist ein Maß dafür, wie oft ein Display die Anzeige auf dem Bildschirm in einer Sekunde vollständig neu darstellen kann. 

  • Ein 60Hz-Bildschirm kann 60 vollständige Bildwiederholungen in einer Sekunde durchführen. 
  • Ein 120-Hz-Bildschirm kann 120 vollständige Bildwiederholungen in einer Sekunde durchführen, also doppelt so viele.

Damit Spiele möglichst flüssig laufen, braucht es ein Panel mit einer hohen Hertzzahl, die magische Zahl ist 120 Hz. PS5 und Xbox One X unterstützen die Bildwiederholerate über HDMI 2.1.

Achtung, hier macht die Produktseite auf Amazon widersprüchliche Angaben. Im Titel ist von 60 Hz die Rede, in den technischen Daten von 120 Hz. In so einem Fall hilft ein Blick in die technischen Daten des Geräts auf Hisenses eigener Website – und dort ist von 60 Hz die Rede. 

❌ Spitzenhelligkeit von 300 Nits

Auf der Produktseite ist von 300 Nits Spitzenhelligkeit die Rede. Ich habe versucht, das zu verifizieren, stoße aber nur auf Werte für den E7DS Pro in der 100-Zoll-Variante. Die Kolleginnen und Kollegen von Computer Bild attestieren beim größeren Bruder eine Spitzenhelligkeit von 400 Nits. 300 Nits beim E7DS erscheinen mir daher realistisch (wobei dieser Wert je nach Bildschirmdiagonale variiert).

So oder so, 300 Nits sind verdammt wenig. Bedenkt man, dass die durchschnittliche Helligkeit auf das gesamte Display genommen noch darunter liegt, ist der E7DS nicht besonders hell.

  • Farben sehen nicht so knackig aus.
  • Das HDR-Bild leidet.
  • Bei heller Umgebung kann der Fernseher das einfallende Licht nicht ausgleichen.

Im Dunkeln Filme schauen ist bei diesem Gerät Pflicht. Die niedrige Spitzenhelligkeit steckt auch Dolby Vision einen Stock in die Speichen.

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❌ Kein Local Dimming

Zu den 300 Nits gesellt sich fehlendes Local Dimming, das besonders für HDR relevant ist. Dadurch, dass der TV keine partiell dimmbaren Bereiche besitzt, fehlt dem Gerät die Möglichkeit, die Helligkeit genau zu steuern.

Ohne lokal dimmbare Zonen kann der Fernseher helle und dunkle Bildbereiche nicht unabhängig voneinander kontrollieren. Dadurch bleiben HDR-Kontrast und Schwarzdarstellung hinter besseren LCDs zurück. 

Für wen lohnt sich der Hisense-TV?

Der Hisense E7DS – egal, in welcher Größe – ist für euch, wenn …

  • … ihr einen möglichst günstigen, aber großen TV sucht.
  • … ihr nicht auf dem Fernseher spielt und euch das 60-Hz-Panel egal ist.
  • … ihr einen kleinen und preiswerten Zweitfernseher sucht, etwa fürs Schlafzimmer.

Mögliche Alternativen zum Hisense E7DS:

  • Xiaomi TV F (via Amazon): Dieser Fernseher ist vor allem dann einen Blick wert, wenn ihr noch ein bisschen günstiger werden möchtet. Hier kostet die 65-Zoll-Variante nur 400 Euro, seid euch aber bewusst, dass ihr mit ähnlichen Nachteilen zu kämpfen habt.
  • TCL T6C (via Amazon): Bei diesem Exemplar legt ihr nur unwesentlich mehr Geld auf den Tresen, bekommt laut Produktbeschreibung aber 1.500 Nits Spitzenhelligkeit – ein immenser Sprung. Als Betriebssystem ist Fire TV OS von Amazon an Bord, das schmeckt nicht jedem.

Unterm Strich bietet sich der Hisense E7DS bestens als Zweitfernseher an. Erwartet allerdings keine Heimkinoqualität und das 60-Hz-Panel ist für die meisten Spielerinnen und Spieler ein No-Go.

Fair bepreist ist der TV trotzdem. vor allem weil es ihn in gleich sieben unterschiedlichen Größen gibt. Da ist für jeden etwas dabei.


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