Ordnung ist das halbe Leben, auch auf dem PC. Doch wie im echten Leben gilt hier ebenfalls, dass man es damit übertreiben kann. Tools, um den Rechner zu reinigen, werden deshalb nicht nur positiv betrachtet.
Ob das erklärt, warum Microsoft bis 2024 damit gewartet hat, ein eigenes Programm dieser Art für Windows 10 und Windows 11 zu veröffentlichen, ist unklar.
Sicher ist dagegen, wie ihr den kostenlosen Microsoft PC Manager installiert und was er nach aktuellem Stand im März 2025 kann, und genau darum geht es in diesem Artikel.
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Wir ignorieren die Windows-Warnung, den PC nicht auszuschalten und es passieren merkwürdige Dinge
Update, 13. März 2025: Wir haben den Artikel mit einer angepassten Installationsanleitung sowie Bildern und Beschreibungen der neuesten Funktionen des Microsoft PC Managers aktualisiert.
So installiert ihr den Microsoft PC Manager
Zwei wichtige Hinweise vorab:
- Bislang gibt es den PC Manager nur auf Englisch und Chinesisch und nicht auf Deutsch.
- Um ihn installieren zu können, müsst ihr die Region in den Windows-Einstellungen kurzzeitig ändern.
Sobald das Tool einmal installiert ist, könnt ihr die Änderung wieder rückgängig machen.
So geht ihr vor, um den Microsoft PC Manager zu installieren
- Öffnet die Einstellungen von Windows, geht zu
Zeit und Sprache -> Sprache und Region
und wählt unterLand oder Region
den EintragVereinigte Staaten
aus. - Nun könnt ihr im Microsoft Store nach dem PC Manager suchen und ihn dort herunterladen und installieren.
Es gibt übrigens auch eine Installationsdatei auf der Download-Seite von Microsoft. Die führt euch nach dem Öffnen allerdings ohnehin nur in den Microsoft Store, statt das Tool unabhängig davon zu installieren.
Was kann der Microsoft PC Manager?
Die App macht größtenteils Dinge, die Windows auch so schon kann, aber gebündelt in einem Tool und teils mit eigener Programmoberfläche.
Dazu zählen etwa das Löschen von temporären Dateien und das Entfernen von Apps aus dem Autostart, aber auch klassische Windows-Funktionen wie das Installieren von Updates und das Scannen nach Viren.
Es folgt ein Überblick mit allen Optionen des Programms auf Basis der aktuellen Version aus dem Microsoft Store. Bevorzugt ihr Bilder statt Worte, helfen euch die Screenshots oben, die alle Bereiche des Programms zeigen.
»Home« (5 Funktionen)
- PC Boost: Gibt soweit möglich Arbeitsspeicher frei und löscht aktuelle temporäre Dateien
- Health Check: Sucht nach weiteren temporären Dateien und empfiehlt Einstellungen wie das Nutzen der Standardoptionen für die Taskleiste oder das automatische Starten des PC Mangers mit Windows
- Process: Zeigt bestimmte aktuell laufende Prozesse und bietet die Möglichkeit, sie zu beenden
- Deep Cleanup: Besonders tiefe Suche nach potenziell löschbaren Dateien, unter anderem inklusive Browser-Cache, Anwendungs-Cache, Papierkorb und – umstritten – Windows Prefetch)
- Startup: Zeigt bestimmte Autostart-Elemente mit der Möglichkeit zur Deaktivierung an
»Protection« (6 Funktionen)
- Virus & Thread Protection: Startet die Suche nach Bedrohungen via Windows Defender
- Windows Update: Verfügbare Windows-Updates anzeigen und installieren
- Default Browser Settings: Öffnet die Systemeinstellungen für Standard-Apps
- Taskbar Repair: Zurücksetzen der Taskleiste auf die Standardeinstellungen
- Restore Default Apps: Standard-Tools für Office-Dateien, Internetseiten und PDF-Dateien auf Microsoft-Software festlegen (MS Office & MS Edge)
- Pop-up-Management: Funktion zum Blockieren unerwünschter Pop-ups
- Network-Check: Überprüft, ob alle Netzwerkfunktionen wie gewünscht funktionieren und zeigt die aktuelle Up- und Download-Rate an.
»Storage« (3 Funktionen)
- Disk Analysis: Zeigt in einem neuen Fenster die Belegung des Laufwerks sortiert nach verschiedenen Bereichen und der Größe von Ordnern und Dateien an
- Deep Cleanup: Dieselbe Funktion wie im Bereich »Home«
- Downloaded Files: Zeigt in einem neuen Fenster die Dateien im Download-Ordner an mit der Möglichkeit, nur bestimmte Dateitypen zu wählen und Dateien zu löschen
- Large Files: Sucht nach besonders großen Dateien und bietet die Möglichkeit, sie zu löschen
- Duplicate Files: Sucht nach Datei-Duplikaten mit der Möglichkeit, sie zu löschen
- Storage Sense: Öffnet die Systemeinstellungen für die Speicheroptimierung von Windows
»Apps« (4 Funktionen)
- Process Management: Schlägt unbenutzte Prozesse zum Beenden vor
- Startup Apps: Dieselbe Funktion wie
Startup
im BereichHome
- Deep Uninstall: Zeigt eine Übersicht aller installierten Programme mit der Möglichkeit, sie einzeln zu löschen
- Microsoft Store: Öffnet den Microsoft Store
»Toolbox« (4 Funktionen)
- Show Toolbar on the desktop: Blendet eine Toolbar ein, über die der PC Boost und verlinkte Programme schnell erreichbar sind
- Windows Tools: Links zu verschiedenen Windows-Anwendungen wie dem Editor und dem Taschenrechner
- Web Tools: Links zu Webseiten wie dem Bing Translator und dem Bing Währungsrechner
- Quick Access Links: Manuell anpassbare Links (standardmäßig ist ein Link zu MSN vorhanden)
Restore (1 Funktion)
Erlaubt gegebenenfalls das Zurücksetzen von Windows-Einstellungen auf den Standardwert.
»Settings« (4 Funktionen)
- Smart Boost: Der PC Boost wird automatisch durchgeführt, wenn
viel RAM
verwendet wird oder mehr als 1 GByte temporäre Dateien vorhanden sind - Custom Shortcuts: Tastenkombination festlegen, um das automatische Blockieren von Pop-Ups ein- und auszuschalten
- General Settings: Festlegen, ob der PC Manager automatisch mit Windows startet, Dark-Modus auswählen und die Sprache ändern
- Prompt Settings: Hinweisfenster vom PC Manager ein- oder ausschalten
Warum der PC Manager zum Release teils kritisiert wurde
Neowin berichtete zum ersten Store-Release Anfang 2024, dass im Toolbox-Abschnitt teilweise Links mit Tracking-Parametern zu finden seien. Auf Basis der von uns genutzten Version können wir das allerdings nicht bestätigen.
Kritik übte damals außerdem Winfuture an der Möglichkeit, die sogenannten Prefetch
-Dateien von Windows zu löschen, weil das auch zu Problemen führen könne und Microsoft in der Vergangenheit selbst davon abgeraten habe.
Vorhanden ist diese Option in der Tat, aber zumindest nicht standardmäßig ausgewählt. Über eventuell unerwünschte Folgen informieren, sollte das Tool dennoch.
Im Microsoft Store kommt der PC Manager indes bisher ziemlich gut weg: Bei immerhin knapp über 1.000 Bewertungen kommt er im Schnitt auf 4,3 von 5 möglichen Sternen.
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Habt ihr den neuen PC Manager von Microsoft bereits ausprobiert? Falls ja, welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Falls nein, findet ihr das Tool nach dem Lesen unserer Beschreibung interessant und möchtet es in Zukunft einmal selbst testen? Und wie steht ihr generell zu Tools, die den PC aufräumen sollen? Schreibt es gerne in die Kommentare und diskutiert mit!
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