Ein Schwergewicht der Gaming-Branche baut gerade Europas Antwort auf die Unreal Engine 5

Arjan Brussee, Mitgründer von Guerrilla Games und Ex-Epic-Direktor, entwickelt mit der Immense Engine eine europäische Game-Engine, die KI-Agenten als Bausteine nutzt.

Arjan Brussee baut die Immense Engine – eine vollständig europäisch gehostete Game-Engine mit KI-Agenten statt klassischer Menüoberflächen. (© Europäische Kommission, Epic Games, De Technoloog) Arjan Brussee baut die Immense Engine – eine vollständig europäisch gehostete Game-Engine mit KI-Agenten statt klassischer Menüoberflächen. (© Europäische Kommission, Epic Games, De Technoloog)

Seit Jahrzehnten teilen sich zwei Plattformen aus den USA den globalen Markt der Spieleentwicklung: Unreal Engine und Unity. Wer eine Alternative sucht, greift meistens zu weiteren amerikanischen oder chinesischen Produkten.

Arjan Brussee, Mitgründer von Guerrilla Games und ehemaliger Global Director of Product Management für ebenjene Unreal Engine bei Epic Games, will das ändern.

Brussee entwickelt eine neue Plattform namens »The Immense Engine« – einen Game-Engine-Ansatz, der von Grund auf für KI-Workflows konzipiert sein soll, wie er auf dem niederländischen Podcast »De Technoloog« (via TechSpot) erklärt.

Video starten 2:34 The Sinking City 2: Der Lovecraft-Horror zeigt sich in voller Unreal-Engine-5-Pracht, erscheint noch diesen Sommer

Immense Engine: KI-Agenten als Module statt Maus und Menü

Brussees Kritik an bestehenden Engines ist zunächst technischer Natur. Laut Brussee sind Werkzeuge wie Unreal und Unity für menügetriebene, manuelle Workflows gebaut – und genau das lasse sich nicht sauber auf eine Entwicklungsumgebung übertragen, in der KI einen zentralen Platz einnimmt.

Das ist ein Bauwerk, das für und von Menschen gemacht wurde, die mit einer Maus durch ein Menü klicken müssen. Willst du etwas ändern, muss das für die gesamte Engine gelten.

Hinzu kommt: Bisher baue »niemand eine vollkommen in Europa gehostete Engine, die von Europäern entwickelt und sich vollständig an EU-Regeln und -Richtlinien hält«.

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Die Immense Engine soll diese Lücke füllen – und den technischen Aspekt anders lösen: KI-Agenten wie Claude oder ChatGPT werden dabei als Module ins System eingehängt, anstatt sie nachträglich zu integrieren.

  • Das Ziel ist eine Architektur, die sich flexibel mit neuen KI-Entwicklungen koppeln lässt, ohne die gesamte Codebasis anfassen zu müssen.
  • »Kommt Anthropic mit etwas Neuem, das interessant ist, kannst du das einfacher ankoppeln und in den rasanten KI-Entwicklungen mithalten«, so Brussee sinngemäß.

Durch signifikante Verbesserungen bei der GPU- und CPU-Leistung soll die Unreal Engine 5.7 ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein


Kleines Team, großer Output: Was KI-native Entwicklung leisten soll

Der Produktivitätsgewinn, den Brussee eigenen Kalkulationen zufolge anpeilt: Ein kleines Team soll damit Aufgaben stemmen können, für die heute zehn bis fünfzehn Entwickler nötig wären.

Hinzu komme ein breiterer Anwendungsbereich als bloßes Gaming. Brussee sieht Bedarf bei Defensiveinrichtungen und in der Logistik, wo 3D-Simulationen unter strenger Datenkontrolle laufen müssen. Genau hier könnte die EU-Konformität der Engine ein konkretes Kaufargument sein.

Konkrete Release-Termine oder vollständige Spezifikationen hat Brussee aber bislang nicht kommuniziert.

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