Ein Student hat einen fliegenden Regenschirm entwickelt, der euch automatisch folgt

Eine eigentlich naheliegende Idee und ein bemerkenswertes Projekt, auch wenn es in der Praxis viele Hürden gibt.

Der junge Kanadier John Xu hat viel Einfallsreichtum und technisches Know-How bewiesen. (Bild: YouTube, I Build Stuff) Der junge Kanadier John Xu hat viel Einfallsreichtum und technisches Know-How bewiesen. (Bild: YouTube, I Build Stuff)

Regenschirme sind eine äußerst nützliche Erfindung, auch wenn man sie ständig vergisst und sie bei zu starkem Wind gerne mal kaputtgehen.

Doch wenn ich mal wieder meine Kinder zur Schule bringe und ihre viel zu schweren Tornister samt Turnbeuteln und Musikinstrumenten durch den Regen tragen muss, dann kommt es sehr ungelegen, eine Hand weniger zu haben, weil ich einen Schirm halten muss.

Wie wäre es da stattdessen, einen Schirm zu haben, der über mir schwebt und mir automatisch folgt? Genau so ein Modell hat der YouTube-Kanal I Build Stuff in über einem Jahr Eigenarbeit mit 3D-Drucker und Raspeberry Pi entwickelt.


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Der Mann hinter dem Projekt

I Build Stuff wurde vor fünf Jahren von John Xu aus Kanada ins Leben gerufen. Bereits im Alter von 13 Jahren hat er einen voll funktionsfähigen Roboter-Hund aus Lego gebaut.

Als Schüler der Eric Hamber Secondary School in Vancouver nahm er außerdem mit dem Team Aphelion an der CanSat Design Challenge teil. Ziel war es, einen Satelliten in der Größe einer Limonadendose zu entwickeln. Xu belegte mit seinem Team den ersten Platz.

Vor etwa einem Jahr hat sich Xu erfolgreich beim bekannten Massachusetts Institute of Technology beworben. Sein optionales Bewerbungsvideo ist ebenfalls bei YouTube zu finden. Darin ist auch der fliegende Regenschirm zu sehen.

Sein neuestes Video zeigt im Detail, wie er ihn gebaut hat:

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Wie der Schirm funktioniert

  • Das Modell besteht aus vier Armen. In der Mitte sitzt der Schirm und am Ende der vier Arme Motoren mit Propellern. Sie werden mit einem Flight Controller gesteuert, wobei ein GPS-Modul für eine stabile Postionierung in der Luft sorgt.
  • Unter dem Schirm befindet sich eine Tiefenkamera, die Phasenverschiebungen des reflektierten Lichts misst und so die Distanz zu Objekten ermitteln und ein 3D-Tiefenbild erzeugen kann.
  • Die Verarbeitung der Daten erfolgt mit Hilfe eines Mini-Computers (Raspberry Pi). So kann der Kopf des Benutzers erfasst werden. Befindet er sich nicht mehr in der Bildmitte, erhält der Controller entsprechende Befehle zur Korrektur der Position.

In Tests mit GPS-Tracking hat Xu festgestellt, dass es für den Einsatzzweck des Regenschirms zu ungenau ist. Hochpräzise proffesionelle Systeme waren dagegen mit Anschaffungskosten von mehreren tausend Euro zu teuer.

Sogar an die Transportfähigkeit hat der Student gedacht: Die Arme sind ausklappbar und die Teile aus dem 3D-Drucker bestehen aus kohlefaserverstärktem Nylon für hohe Stabilität bei möglichst geringem Gewicht.

Wie praxistauglich ist das Ganze?

Im Video ist der Abstand zwischen Schirm und Mensch recht groß. Außerdem ist der Schirm trotz recht schneller Positionskorrektur längst nicht immer mittig über der Person platziert.

Bei stärkerem Wind dürfte die Konstruktion ebenfalls ihre Probleme bekommen, von der Frage der Akkulaufzeit ganz zu schweigen.

Doch auch, wenn ich keinen neuen Begleiter für den Weg zur Schule an verregneten Tagen gefunden habe, zeigt das Projekt eindrucksvoll, was mit Kreativität und technischem Verständnis so alles erreichbar ist.


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