Coffee Lake-CPUs - Intel verschweigt wichtige Daten, Probleme möglich

Intel hat sich dazu entschieden, in Zukunft nicht mehr alle technischen Daten seiner Prozessoren zu nennen. Das kann Probleme verursachen.

von Georg Wieselsberger,
10.10.2017 11:41 Uhr

Intel nennt bei den neuen Coffee Lake-Prozessoren wie dem i7 8700K nicht mehr alle CPU-Daten. Intel nennt bei den neuen Coffee Lake-Prozessoren wie dem i7 8700K nicht mehr alle CPU-Daten.

Die aktuellen Intel-Prozessoren von Intel verwenden je nach angelegter Last verschiedene Taktraten. So gibt es den Basis-Takt, der die minimal von Intel garantierte Untergrenze darstellt. Außerdem gibt es vordefinierte Taktraten für Last auf mehreren CPU-Kernen und einen maximalen Turbo-Takt, wenn nur ein Kern belastet wird. Intel hat sich nun seit Coffee Lake (Core i 8xxx) dazu entschieden, nur noch den Basis-Takt und den Single-Core-Turbo zu nennen und verschweigt nun auch den Takt des L3-Cache und des Ringbus.

Mainboards übertakten oft von selbst

Wie Extremetech meldet, kann dies größere Probleme bereiten. Der neue Core i7 8700K kann einen Kern beispielsweise auf 4,7 GHz beschleunigen, während der Turbo-Takt für alle Kerne nur bei 4,3 GHz liegt. Viele Mainboard-Hersteller implementieren den Turbo-Takt anscheinend aber nicht korrekt, wie Extremetech und Golem übereinstimmend melden.

So kann es beispielsweise vorkommen, dass der Core i7 8700K ohne Zutun des Nutzers einfach für alle Kerne den für nur einen Kern gedachten maximalen Turbo-Takt von 4,7 GHz übernimmt. Bei Benchmarks entsteht dann ein falscher Eindruck der Standard-Leistung, bei unserem Testsystem war das aber nicht der Fall.

Gamestar-Test des Intel Core i7 8700K mit sechs Kernen

Mehr Energieverbrauch und Instabilität möglich

Mit etwas Pech kann das zu Instabilitäten führen, obwohl der Prozessor aus Sicht des Nutzers mit Standard-Einstellungen ohne Übertaktung läuft. Außerdem steigt so der Energieverbrauch zum Teil deutlich über die Intel-Angabe von 95 Watt TDP an.

Selbst wenn der Prozessor die 4,7 GHz auf allen Kernen bei ausreichender Kühlung ohne Stabilitätsprobleme schaffen würde, könnte dann das für Standard-Betrieb ausgelegte Kühlsystems eines Rechners nicht ausreichend sein und der höhere Takt zum Drosseln des Prozessors führen.

Warum Intel überhaupt der Ansicht ist, einige technische Daten verschweigen zu müssen, die sich mit einem Tool ohnehin auslesen lassen, ist nicht ganz klar. Laut Extremetech ist das sinnlos, erschwert den Nutzern aber die Prüfung, ob ihr Rechner korrekt konfiguriert wurde. Auch Golem fordert, dass Intel und die Mainboard-Partner die Spezifikationen nennen und vor allem im Standard-Betrieb auch einhalten.

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