Intel hat die Brechstange womöglich nur kurz wieder eingepackt: Neue Prozessoren in der Spitze mit immensem Stromverbrauch?

Intels kommende Core-Ultra-400-Prozessoren sollen im Spitzenmodell über 700 Watt Leistungsaufnahme erreichen. Zwei mutmaßlich deaktivierte Intel-Optionen füttern zumindest die Annahme, dass die Nova-Lake-Generation nahe am physischen Limit operiert.

Intel könnte mit Nova Lake wieder die Brechstange auspacken. (© BoliviaInteligente via Unsplash) Intel könnte mit Nova Lake wieder die Brechstange auspacken. (© BoliviaInteligente via Unsplash)

Rund um die mit Spannung erwartete nächste CPU-Generation von Intel in Form der »Core Ultra 400«-Generation (Nova Lake-S) gibt es neue Informationen, die auf ungute Weise hellhörig werden lassen.

Laut einem Leak soll die Vollkonfiguration der neuen Serie nämlich im Extremfall bis zu 700 Watt schlucken. Selbst gegenüber dem ohnehin schon durstigen (und entsprechend in Verruf geratenen) Intel i9-14900K ist das eine ungeheure Dimension.

Video starten 18:55 Intel packt die Brechstange aus: Was kann der Core i-14000?

Leistung am Limit

Die Informationen stammen vom bekannten Leaker kopite7kimi, der sich in der Vergangenheit häufig als zuverlässige Quelle für vorab durchgesickerte Hardware-Details erwiesen hat.

Laut seinen Angaben soll das Flaggschiff-Modell der Nova Lake mit zwei Compute-Tiles bei vollständiger Auslastung und komplett entfernten Limitierungen »mehr als 700 Watt« in Anspruch nehmen.

  • Zum Vergleich: Das ist fast das Doppelte dessen, was Intels aktueller Spitzenreiter Core Ultra 9 285K aus der Arrow-Lake-Generation bei extremer Nutzung mit bis zu 370-400 Watt zieht.
  • Wichtig ist dabei allerdings eine Einschränkung: Die genannten 700 Watt beziehen sich auf Vollast-Szenarien mit komplett deaktivierten Power-Limits.

Zudem ist offen, welche Testbedingungen zu den 700 Watt Leistungsaufnahme geführt haben. In der Praxis dürfte die TDP entsprechend niedriger liegen, auch wenn der Leaker betont, dass selbst die PL2-Grenze (also kurzfristige Leistungsspitzen) mit mehr als 400 Watt nicht wirklich niedrig ausfallen wird.

Zwei Werte bleiben Intel-Sache

Die tatsächliche Leistungsaufnahme dürfte unabhängig der exakten Zahlen demzufolge immer noch deutlich über dem liegen, was aktuelle Mainstream-Desktop-CPUs aufnehmen. 52 Kerne wollen schließlich mit Leistung gefüttert werden.

Mit solchen Werten werden Erinnerungen wach, wie sich Intel einst mit dem Core i9-14900K in eine Sackgasse manövriert hatte, der seinerzeit aufgrund von Instablititätsproblemen stark in die Kritik geriet.

  • Mit Jaykihn0 ergänzt ein weiterer, auf Intel spezialisierter Leaker, dass sich bei Nova Lake-S wohl die maximale Betriebstemperatur (TJMax) nicht mehr manuell anpassen lässt.
  • Auch das sogenannte »Thermal Throttling« lässt sich nicht deaktivieren. Gemeint ist eine Funktion, die automatisch die Taktrate herunterfährt, wenn sich die CPU ihrem TJMax-Limit nähert.

Der Leak lässt zumindest die Interpretation zu, dass Intel mindestens seine Spitzenmodelle vollkommen ans thermische Limit bringen möchte. Ob der CPU-Hersteller zur neuen Generation tatsächlich wieder mit der Brechstange aufkreuzt, bleibt bis mutmaßlich Ende 2026 abzuwarten.

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