Ein neues intelligentes Radarsystem verhängt Bußgelder gegen Alleinfahrer und die Technologie verändert so im besten Fall die Staulage in Spanien positiv

Die Idee von Fahrspuren nur für Busse und Fahrzeuge mit mehreren Insassen ist nicht neu. Bei ihrer Umsetzung soll jetzt in Spanien ein intelligentes Radarsystem helfen.

Damit spezielle Spuren in Spanien ihren Zweck erfüllen können, kommt dort besondere Kameratechnik zum Einsatz. (Bild: stock.adobe.com - Abubakar Muneer, leasys.com) Damit spezielle Spuren in Spanien ihren Zweck erfüllen können, kommt dort besondere Kameratechnik zum Einsatz. (Bild: stock.adobe.com - Abubakar Muneer, leasys.com)

Das Verkehrsaufkommen in stark befahrenen Regionen zu reduzieren, ist unter anderem auf zwei Wegen möglich: mehr Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel und mehr Menschen fahren gemeinsam in einem Pkw statt aufgeteilt auf verschiedene Fahrzeuge.

Um beide Faktoren zu begünstigen, setzt Spanien auf der viel befahrenen Autobahn A2 bei Madrid auf sogenannte HOV-Spuren (HOV = High Occupancy Vehicle = Fahrzeug mit hoher Auslastung). Der entsprechende spanische Begriff lautet VAO (Vehículos de Alta Ocupación).

Solche Spuren dürfen nur von Bussen und Fahrzeugen mit mindestens zwei Insassen genutzt werden.

Eine Idee, die nicht grundsätzlich neu ist, aber sich in der Durchsetzung schwierig gestaltet. Genau an dieser Stelle kommt das passende intelligente Radarsystem ins Spiel, um das es hier geht.


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Was das Radarsystem kann

  • Das auch als Belegungsradar bezeichnete System kann sowohl Nummernschilder erkennen als auch die Belegung eines Fahrzeugs erfassen.
  • Gegenüber Xataka.com hat die spanische Verkehrsbehörde DGT bestätigt, dass das System für den letzteren Zweck Infrarot- und Wärmebildkameras verwendet. So wird verhindert, dass es sich durch einfache Attrappen überlisten lässt.
  • Das Bußgeld für einen Verstoß beträgt 200 Euro. Laut Elconfidencial.com kann es mithilfe des Belegungsradars automatisch verhängt werden.

Auf der Webseite heißt es außerdem, dass der Generaldirektor der Verkehrsbehörde DGT mit klaren Worten beschreibt, wie er sich die Entwicklung auf den Straßen Spaniens vorstellt. Demnach werde das Auto in Zukunft geteilt oder gar nicht mehr vorhanden sein.

Noch sind in Spanien nur wenige Spuren für Busse und Fahrzeuge mit mindestens zwei Personen reserviert. Das könnte sich in Zukunft aber ändern. (Bild: dgt.es) Noch sind in Spanien nur wenige Spuren für Busse und Fahrzeuge mit mindestens zwei Personen reserviert. Das könnte sich in Zukunft aber ändern. (Bild: dgt.es)

Während in manchen Ländern wie Frankreich oder Norwegen das Fahren auf solchen Spuren mit einem E-Auto auch alleine erlaubt sein kann, gilt das in Spanien nur noch bei passender Verkehrssituation, wie die DGT Anfang Januar 2026 mitgeteilt hat.

Die Erklärung dazu lautet folgendermaßen:

Mit dieser Maßnahme bekräftigt die DGT den Grundsatz, dass reservierte Fahrspuren ihren wesentlichen Zweck erfüllen müssen: dem kollektiven Verkehr und Fahrzeugen mit hoher Auslastung Vorrang einzuräumen, eine effizientere Mobilität zu fördern und eine bessere Nutzung des Straßenraums in den Hauptzugangskorridoren zu Ballungsräumen zu gewährleisten.

Wo es HOV-Spuren in Spanien gibt, erfahrt ihr im oben verlinkten Artikel. Grundsätzlich erkennt ihr entsprechende Spuren meist an einem Rautensymbol oder Beschriftungen wie 2+/3+.

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Wie ist die Lage in Deutschland?

Bei uns gibt es keine Konzepte oder gar Umsetzungen, die mit den HOV-Spuren in Ländern wie Spanien, Frankreich, Norwegen oder den USA vergleichbar wären.

Reine Busspuren sind zwar in Deutschland vorhanden, aber fast ausschließlich innerorts.

Politische Diskussionen über das Konzept finden zwar durchaus teilweise statt. Aktuell ist aber nirgendwo hierzulande absehbar, dass solche HOV-Spuren eingeführt werden.

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