iRobot Corporation hat am 14. Dezember 2025 bekanntgegeben, dass das Unternehmen freiwillig ein »vorkonfiguriertes Kapitel-11-Verfahren« eingeleitet hat. Dabei handelt es sich um das US-amerikanische Äquivalent zu einer deutschen Insolvenz mit Reorganisation. Nach Abschluss des Verfahrens wird der Hersteller zu 100 Prozent zum chinesischen Unternehmen Picea gehören.
Hierzulande war iRobot vor allem für ein Produkt bekannt: Der »Roomba« genannte Saugroboter, der 2002 seinen Durchbruch im Endkundenmarkt feierte und teilweise sogar – analog zu Tempo und Taschentüchern – synonym mit der Produktgruppe verwendet wurde.
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Betrieb soll unverändert fortgeführt werden
Während des Verfahrens wird iRobot den Geschäftsbetrieb im normalen Umfang fortsetzen. Laut Mitteilung sind keine Störungen bei der App-Funktionalität, Kundenprogrammen, globalen Partnerschaften, Lieferketten oder dem technischen Support zu erwarten.
- Nach der gerichtlichen Billigung wird iRobot als privates Unternehmen vollständig von Picea kontrolliert; die Notierung an der US-amerikanischen Börse Nasdaq wird aufgelöst.
- Die Restrukturierung soll iRobot eine stabilere Bilanz ermöglichen und neue Investitionen in Robotik-Innovationen sowie Smart-Home-Technologien freisetzen, wie das Unternehmen in der Mitteilung erklärt.
Die Transaktion wird unsere finanzielle Position stärken und sorgt für Kontinuität bei unseren Konsumenten, Kunden und Partnern.
Gary Cohen, iRobot-CEO
Laut Reuters hat iRobot eine veritable Talfahrt hinter sich: Im Jahr 2021 lag die Bewertung des Unternehmens noch bei 3,56 Milliarden US-Dollar; von solchen Zahlen kann man nach einem Absturz um gut 96 Prozent mit aktuell 140 Millionen US-Dollar Unternehmenswert nur träumen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich indes auf etwa 190 Millionen US-Dollar.
Ablauf und Dauer des Kapitel-11-Verfahrens
Das Verfahren funktioniert etwa so: Ein Unternehmen reicht einen Reorganisationsplan ein, der den Gläubigern vorschlägt, wie die Schulden beglichen werden. Die Gläubiger stimmen ab – und wenn zwei Drittel zustimmen, werden die restlichen überstimmt.
Die Dauer selbst ist unterschiedlich. Bei einfachen Fällen kann es bereits in drei Monaten vorbei sein; komplexe Unternehmen stecken hingegen auch mal länger als zwei Jahre fest. Im Fall iRobot wird die Fertigstellung indes bis Februar 2026 angestrebt.
Was passiert mit Aktionären?
Ein kritischer Punkt für Investoren: Aktionäre stehen ganz hinten in der Warteschlange. Zunächst werden gesicherte Gläubiger bezahlt (etwa Banken mit Sicherheiten), dann ungesicherte Gläubiger (Lieferanten, Mitarbeiter), und erst danach – falls überhaupt etwas übrig ist – Aktionäre. In den meisten Fällen gehen Aktienbesitzer leer aus. Das ist bei iRobot der Fall: Aktieninhaber werden »keinen Anteil am reorganisierten Unternehmen erhalten«.
Mit dem neuen Haupteigentümer hat iRobot immerhin gute Erfahrungen gesammelt: Picea war bereits über Jahre als primärer Auftragsfertigungsunternehmen für iRobot tätig und wird nach Abschluss seine »Innovations-, Fertigungs- und technische Expertise« einbringen, wie es in der Mitteilung weiter heißt.
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