Forscher erspähen am schwarzen Loch im Zentrum unserer Galaxie nie zuvor entdeckte Details – Ein Feuerwerk, das wir aus dem Sonnensystem in klein kennen

Dem James-Webb-Teleskop gelingt erneut ein spektakulärer Erfolg im Bereich der Infrarot-Astronomie: Ein Blick mitten ins Zentrum unserer Galaxie. Dort ist ein supermassives Schwarzes Loch und in der Scheibe darum zeigt sich Erstaunliches.

Das James-Webb-Teleskop hat einen eingehenden Blick auf Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße geworfen. (Bildquelle: NASA) Das James-Webb-Teleskop hat einen eingehenden Blick auf Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße geworfen. (Bildquelle: NASA)

Der Blick ins Zentrum der Milchstraße fällt uns schwer, denn es verbirgt sich allzeit hinter einem dichten Mantel aus Staub. Doch das James-Webb-Weltraumteleskop durchdrang nun den Schleier mit seinen leistungsstarken Infrarot-Kameras.
Ein Team von Wissenschaftlern hat so das bisher detaillierteste Bild des supermassiven Schwarzen Lochs Sagittarius A* erstellt. Dabei entdeckten sie eine bisher unbekannte Lichtshow, die ihresgleichen sucht.

Wir nehmen euch mit zu einem kosmischen Feuerwerk, das wir in kleinster Form nur allzu gut kennen – und fürchten.

Video starten 1:11 Stern in Donut-Form - NASA findet schwarzes Loch, um das ein zerstörter Stern kreist

Tägliche Lichtshow auf zentraler Bühne

Im Zentrum der Milchstraße befindet sich – nach unserem Kenntnisstand – wie in jeder Galaxie ein supermassives Schwarzes Loch. Darum kreisen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit enorme Massen an erhitzter Materie. Doch in dieser sogenannten Akkretionsscheibe passiert weit mehr als nur ein nie endender Strudel hinab zur Singularität. In den Daten des James-Webb-Teleskops entdecken nun Forscher mysteriöse Lichtblitze enormer Stärke (via NASA).

Eckdaten zu Sagittarius A*:

  • Entfernung zur Erde: Rund 26.600 Lichtjahre
  • Masse: 4,154 Millionen Sonnenmassen
  • Durchmesser: 24,5 Millionen Kilometer, das entspricht etwa einem Sechstel des mittleren Abstands zwischen Erde und Sonne.

Sie unterteilen sich in zwei Arten:

  • Wenige Sekunden lange Lichtblitze, die nahezu konstant über die Scheibe flackern.
  • Mehrmals pro Tag einen starken Lichtimpuls mit deutlich höherer Intensität

Wir konnten in dieser Aktivität kein Muster finden. Es scheint zufällig zu sein. Das Aktivitätsprofil des Schwarzen Lochs war jedes Mal neu und aufregend, wenn wir es betrachteten.

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Die Ursache ist laut der Forscher aber wahrscheinlich altbekannt, wurde bisher allerdings noch nie so intensiv beobachtet: Es handelt sich wahrscheinlich um Anomalien im Magnetfeld, die sich blasenartig ablösen. Erzeugt wird dieses wirre Feuerwerk an Licht-Eruptionen durch die chaotische Natur der supererhitzten Materie.

Wir kennen ähnliche Ausbrüche auf unserer Sonne. Auch hier bricht das Magnetfeld kurz lokal auf und erzeugt so einen beobachtbaren Energieausbruch oder sogar Materieauswurf in Form eines Sonnensturms.

Ein wahres Monster von einem Sonnensturm haben Wissenschaftler in der vor etwa 15.000 Jahren entdeckt – wir können froh sein, ihn nicht miterlebt zu haben. Denn die Aktivitäten auf unserer Sonne vermögen Schäden anzurichten, die den Fortbestand unserer Zivilisation gefährden könnten. Allerdings würde selbst das wildeste Weltraumwetter vor unser Haustür vor der Energieshow am Mittelpunkt der Milchstraße verblassen.

Des Weiteren entdeckten die Forscher sanft pulsierende Schwankungen der Energiemenge über mehrere Tage hinweg. Was genau diesen Vorgang steuert, ist bisher unbekannt und schwer zu deuten. Doch die Forscher haben einen Plan.

Ein Wunsch des Teams hinter der Beobachtung lautet, alsbald 24 Stunden ununterbrochene Beobachtungszeit zu erhalten – keine Selbstverständlichkeit bei James Webb. Denn es häufen sich die Anträge. Meistens sind es eher kürzere Phasen von jeweils wenigen Stunden, die über Monate hinweg kombiniert auf einen Tag oder mehr kommen.

Sie versprächen sich davon aber einen ganzheitlichen Eindruck, der hilft, die neu entdeckten energetischen Effekte auf der Akkretionsscheibe zu verstehen.

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