Über 40 Jahre alter RAM-Chip aus der ehemaligen Sowjetunion mit Mikroskop analysiert: Erinnert an eine »Fischdose«

Auch die ehemalige Sowjetunion hat eine bewegte Chip-Geschichte. Einen Teil davon brachte ein Enthusiast nun unter die Lupe und zieht einen kuriosen Vergleich.

Der K565RU3 genannte DRAM-Chip ist eine 40 Jahre alte Intel-Nachbaut der Sowjetunion - und wurde jetzt unter die Lupe genommen. (Bildquelle: CPU Duke via X) Der K565RU3 genannte DRAM-Chip ist eine 40 Jahre alte Intel-Nachbaut der Sowjetunion - und wurde jetzt unter die Lupe genommen. (Bildquelle: CPU Duke via X)

Wenn wir an die ersten Prozessoren der Computer-Geschichte denken, kommen meist Chips wie der US-amerikanische Intel 4004 ins Gedächtnis. Aber auch die damalige Sowjetunion hatte einige Modelle wie den KR580VM80A (kyrillisch: КР580ВМ80А) als Nachbau des Intel 8080 parat.

Eine klassische CPU konnte der Chip-Enthusiast »CPU Duke« zwar nicht einheimsen, doch dafür sandte ihm ein Spender ein anderes Bauteil eines rund 40 Jahre alten UDSSR-Chips zu, sodass dieser genau unter die Lupe genommen werden konnte. (via PC Games Hardware).

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Unter der Fischdose verbirgt sich der DRAM-Chip

Bei dem als K565RU3 bezeichneten Chip (kyrillisch: K565PY3) handelt es sich um einen DRAM-Chip - also ein Speichermodul für Arbeitsspeicher. Um diesen freizulegen, gehörte laut CPU Duke aber eine gehörige Menge Kraft dazu: Das Abziehen der Abdeckung verglich der Bastler mit dem Vorgang bei einer Fischkonserve.

Im Anschluss wurde aber das tatsächliche Design des K565RU3-Chips freigelegt, das mithilfe eines Stereomikroskops zum Vorschein gebracht wurde. So ist auf den Bildern im X-Beitrag zu sehen, dass der K565RU3 auf eine Matrix aus 128 x 128 Speicherzellen setzte.

Auf derselben Oberfläche waren zudem Gravuren wie CAS (Column Address Strobe) oder RAS (Row Address Strobe) zu sehen, die ihr auch heute noch bei Arbeitsspeicher-Riegeln vorfindet.

Genaue Angaben hierzu ließen sich vom K565RU3 nicht ablesen, dafür prangerte in großen Lettern das russische Wort Темп (deutsch: Tempo) auf dem Chip, was wohl auf einen für damalige Verhältnisse schnellen Arbeitsspeicher hindeuten sollte.

Auch das westliche Äquivalent soll sich anhand des Chipdesigns rekonstruieren lassen. Demzufolge handelt es sich beim K565RU3 um eine Nachbau des Intel 4116 DRAM-Chips. Der für damalige Verhältnisse sagenhafte 16 Kilobit fassende Speicher kam unter anderem im Apple II oder dem ZX Spectrum zum Einsatz – welche sowjetischen PCs den K565RU3 nutzten, ist indes nicht bekannt.

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