Kann eine künstliche Intelligenz Michael Graf ersetzen?

Micha wagt ein Experiment: Kann ein KI-Generator einen besseren Stellaris-Artikel schreiben als er selbst? Nun, zumindest kommt George W. Bush darin vor.

von Michael Graf, Michael Förtsch,
02.03.2022 08:00 Uhr

Bei Stellaris macht Micha niemand etwas vor. Außer vielleicht KI-Micha? Bei Stellaris macht Micha niemand etwas vor. Außer vielleicht KI-Micha?

Eines steht fest: Irgendwann werden wir alle durch Roboter ersetzt. Fragt sich nur noch, wann. Wann werde ich, Michael Graf, von einer künstlichen Intelligenz verdrängt? Weil ich in meiner Arbeitszeit vor lauter Angst kaum noch schlafen kann, habe ich mich zu einem Experiment entschlossen:

Kann eine künstliche Intelligenz einen besseren Artikel über Stellaris schreiben als ich?

Ja, Stellaris! Über Age of Empires oder Command & Conquer könnte ein Klingone nach drei Fässern Blutwein schreiben, aber Stellaris - das ist hohe Kunst! Dafür braucht man Geschmack, Leidenschaft, Fingerspitzengefühl und eine Obsession mit Science-Fiction, die fast schon klinische Züge angenommen hat.

Also los, künstliche Intelligenz! Dann zeig mal, was du kannst!

MichaelGraf.exe

Für dieses Experiment habe ich unseren Autor Michael Förtsch angefunkt (den Tech-Journalisten, nicht den lutherischen Theologe aus dem 18. Jahrhundert), der sich mit KI-Textgeneratoren auskennt.

Genauer gesagt mit dem Generator GPT-2 (Generative Pre-trained Transformer 2) vom US-Unternehmen Open AI. Damit die Software möglichst realistische Artikel ausspuckt, haben sie die Entwickler zahlreiche Texte lesen und analysieren lassen. Dabei registrierte der Generator statistische Zusammenhänge, die sich in Texten zwischen einzelnen Worten und Wortgruppen ergeben. GPT-2 hat dadurch eine Art Bauplan, der aufzeigt, wie ein Text strukturiert sein muss, um sinnig auszusehen – selbst, wenn der Inhalt vollkommener Mumpitz ist.

Wenn wir schon eine Zukunftstechnologie ausprobieren, dann doch auch gleich bei einem futuristischen Spiel. Wenn wir schon eine Zukunftstechnologie ausprobieren, dann doch auch gleich bei einem futuristischen Spiel.

Entwickelt wurde GPT-2 ursprünglich mit englischen Texten. Aber es gibt auch ein deutsches Model – eine Lerndatei, die mit deutschen Texten generiert wurde. Die weiß nur etwa so viel über Videospiele wir ich übers Fortpflanzungsverhalten von Schnabeltieren, daher wurde das Model mit einer Sammlung von deutschen Texten aus Videospielmagazinen wie GameStar, GamePro, WASD, PC Games und weiteren aus den letzten Jahren nachtrainiert.

Für unseren speziellen Fall fütterte Michael GPT-2 zudem mit haufenweise Stellaris-Material von GameStar.de, insgesamt wühlte sich die KI durch 36.460 Wörter aus Artikel-, News- und Videotexten über Paradox' Weltraum-Strategiespiel. Machine Learning eben.

Wer Stellaris gespielt hat, weiß: Es kann gar nichts schiefgehen, wenn eine KI übernimmt. Nie. Wer Stellaris gespielt hat, weiß: Es kann gar nichts schiefgehen, wenn eine KI übernimmt. Nie.

Der folgende Text selbst entstand so: Dem Text-Generator habe ich eine Handvoll Sätze - die kursiv geschriebenen Passagen des Haupttextes und des Autorenkastens - vorgegeben. An die knüpfte GPT-2 an und versuchte, den Gedanken weiterzuspinnen. Insgesamt wurden 15 unterschiedliche Texte generiert. Einige davon waren vollkommener Unsinn, der folgende war... ach, lest am besten selbst.

Redigiert wurde der Text nur ganz dezent, beispielsweise wurden unvollständige Sätze entfernt. Der Text-Teaser wiederum ist einfach ein Schnipsel den wir wählten, weil »KI-Wissenschaftler« darin vorkamen.

OpenAI hat übrigens schon eine fortschrittlichere Generator-Version namens GPT-3 veröffentlicht. Aber die war mir fürs Erste doch zu gruselig, wir wollen ja nicht gleich, dass die Maschinen nach den Sternen greifen.

Außerdem wäre dann vielleicht die Stelle mit George W. Bush nicht drin gewesen, bei der ich fast vom Stuhl gefallen wäre.

Was KI-Micha über Stellaris schreibt

In Stellaris ist alles groß und breit. Fast wie der Racheakt das Universums. Aber woran forschen meine KI-Wissenschaftler nun eigentlich? Sie entfalten Stück für Stück das Wunder, das wir für die Niederlassungen auf den Randbereichen unseres Imperiums brauchen.

Stellaris ist das absolute Lieblingsspiel von Michael Graf, der für sein Leben gerne intergalaktische Imperien errichtet. Denn er hat sich schon in seiner Jugend in die Weltraumstrategie verliebt - dank Master of Orion 2. Das Besondere an Stellaris sind die Geschichten, die in Michaels Kopf entstehen.

Jedes Mal, wenn er über die Erweiterung seines Imperiums nachdenkt, muss er an Martial Arts und die Star-Wars-Prequels denken. Wenn also ein Traum wahr wird und er über seinen nächsten Schritt nachdenken muss, kommt er sich manchmal ein bisschen töricht vor.

Er muss über seine Schiffe nachdenken. Was verbergen sie? Woher kommt es, dass er nicht durch ihre futuristischen Augen sehen kann?

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