Mittlerweile habe ich eine Handvoll KI-Gadgets im Alltag getestet und zahlreiche weitere ausprobieren können. Vor allem auf der IFA gehörten Transkriptionsgeräte und Gadgets mit cleveren KI-Begleitern zu den stark vertretenen Gerätetypen.
Zu genau diesen Geräten gehört der Comu Action Pro, ein KI-Begleiter mit MagSafe-Funktion im schmalen Powerbank-Format. Auf den ersten Blick war ich skeptisch, ob ich das Gadget wirklich ausprobieren möchte, da vorherige Geräte dieser Art eher unspektakulär ausfielen.
Doch während der Comu Action Pro teilweise an den gleichen Schwächen wie seine Konkurrenz leidet, bietet das Gadget aus meiner Sicht zwei praktische Vorteile, die ich im Alltag genauer prüfen wollte.
Hinweis: Um das Gerät ausprobieren zu können, habe ich von Comu ein kostenloses Kontingent an Credits erhalten, das für die umfangreichen KI-Funktionen benötigt wird.
Das leistet der Comu Action Pro im Alltag für euch
Der Comu Action Pro wird als eine Art KI-Begleiter beworben, der euch im Alltag unterstützen soll. Dafür kann das Gerät Gespräche aufzeichnen, verschriftlichen und aufgezeichnete Prompts direkt an eine KI weiterleiten.
Dafür müsst ihr nur die KI-Taste direkt am Gerät gedrückt halten und schon wird eure Eingabe in Echtzeit an die Comu-App übertragen. Dort landet der Befehl in einem Chat-Fenster, das abhängig vom Prompt eine passende KI auswählt.
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So kommt etwa ein anderes Sprachmodell zum Einsatz, wenn ihr eine Präsentation erstellen lasst, als bei einem einfachen Textbefehl. Einen zusätzlichen Button für KI-Features bieten andere Geräte dieser Art nur selten, was den täglichen Workflow deutlich angenehmer gestaltet.
Das Gerät leidet allerdings an einem Problem, das ich mit vielen dieser Gadgets habe: Häufig kosten diese mehrere Euro oder im Fall von Comu rund 170 Euro und sind aus technischer Sicht letztendlich nicht mehr als ein externes Mikrofon mit Knöpfen und Akku.
Die eigentliche Rechenleistung stammt nämlich nicht vom Gerät selbst, sondern von der Software, die ihr zusätzlich herunterladen und mit eurem Begleiter verbinden müsst. Diese lädt eure Informationen am Ende auch nur zur Verarbeitung in die Cloud.
Dadurch hebt sich das Gadget trotzdem ab
Über 100 Euro für ein Gadget auszugeben, bei dem man am Ende auch das Mikrofon des Smartphones hätte verwenden können, hinterlässt immer einen faden Beigeschmack. Comu verspricht allerdings, dass die verbaute Mikrofontechnik die der meisten Smartphones deutlich übertrifft.
Im Comu Action Pro arbeiten sechs Mikrofone: vier omnidirektionale Einheiten, ein Richtmikrofon und ein Knochenschallmikrofon, um Stimmen präzise zu isolieren. Das hilft euch besonders dann, wenn ihr das Gerät in lauten Umgebungen nutzt oder weiter entfernt sitzt.
Ich habe das Gadget beispielsweise mal in mein Lieblingscafé mitgenommen, das in der Regel alles andere als leise ist. Oft unterhalten sich dort zahlreiche Gäste, eine Old-School-Hip-Hop-Playlist dudelt im Hintergrund und durch die Lage düst alle paar Minuten ein Auto vorbei.
Trotzdem kommen mir dort die besten Ideen für meine privaten Projekte sowie neue Ideen für Artikel. Ich habe mich also ins Café gesetzt und das Gerät über den Button immer wieder mit meinen Ideen und Ansätzen bequatscht.
Das hat auch gut funktioniert und bis auf ein paar kleine Fehler in der Transkription – die im Gegensatz zu anderen Apps und Gadgets deutlich geringer ausgefallen sind – habe ich trotz der Lärmkulisse keine Probleme festgestellt.
Andererseits war das Ergebnis auch nicht besser als das der Transkriptionstools, die ich sonst verwende – etwa Wispr Flow oder Riverside.
Basis-Transkription ohne Abo ist ein praktischer Vorteil
Den größten Unterschied zu anderen KI-Begleitern findet ihr bei Comu in der App. Die grundlegenden KI-Funktionen, etwa zum Verschriftlichen eurer Notizen, könnt ihr uneingeschränkt ohne zusätzliche Kosten verwenden.
Im Basisplan der App stehen euch 113 Sprachen zur Verfügung und ihr könnt so viele Meetings und Aufzeichnungen machen, wie ihr wollt.
Für mich ist das sehr wichtig, da ich ehrlicherweise nicht dazu bereit wäre, zusätzlich für eine App zu zahlen, um die Grundfunktionen eines Gadgets zu nutzen, das ich ebenfalls kaufen musste.
Allerdings sind nicht alle Features kostenlos und spätestens bei den tiefgehenden KI-Funktionen – und damit so ziemlich mehr als die Hälfte der Funktionen des Comu Action Pro – müsst ihr zahlen. Entweder mit einem Abo, das euch regelmäßig Credits gibt, oder indem ihr eine bestimmte Zahl an Credits kauft.
Für diese Features müsst ihr zusätzlich zahlen
Zu den Funktionen, für die ihr zahlen müsst, gehören tiefgehende Analysen eurer Inhalte, Live-Übersetzungen, automatische Einordnungen oder das Generieren von Inhalten wie etwa Präsentationen oder Übersichten.
Generell hängen die Funktionen, die mit der praktischen KI-Taste am Gerät verbunden sind, hinter der Bezahlschranke. Was sich anders auch nicht lösen dürfte, da ihr für jede Anfrage auch auf einen KI-Agenten zugreift, der Kosten verursacht.
Mit Credits funktioniert der Button sehr gut und ich kann mir bei meinen Anfragen sparen, jedes Mal das Handy zu entsperren. Die Ergebnisse werden mir zwar nur in der App angezeigt, für schnelle Prompts reicht es aber allemal aus.
Nur als ich eine Anfrage zum Erstellen einer Präsentation gemacht habe, hat das nicht so gut funktioniert. Die App hat zwar meine Cafe-Notizen gut erfasst, dann allerdings eine Frage zu meinen Designwünschen gestellt, wodurch ich erst mein Handy entsperren, die Comu-App öffnen und ein Design auswählen musste, bevor ich weiter diktieren konnte.
Bis auf den Fall fühlt es sich allerdings praktisch an, die Befehle direkt über das Gerät weiterzugeben – auch wenn das fast genau so viele Schritte benötigt, wie einen Prompt in meine üblichen KI-Tools zu diktieren.
Ein echter Pluspunkt bleibt die Akkulaufzeit: Im Gerät steckt ein 1.000-mAh-Akku, der aufgrund der genügsamen Hardware bis zu 70 Stunden Dauerbetrieb durchhält. Dadurch spare ich immerhin etwas Handy-Akku.
Mein Fazit: Der smarte Begleiter stößt schnell an seine Grenzen
Die App- und Cloud-Struktur ist von Haus aus nach SOC 2, DSGVO (GDPR) und HIPAA zertifiziert. Dadurch lässt sich das Gerät theoretisch im beruflichen Umfeld benutzen und bietet mehr Sicherheit als manche Drittanbieter-Apps auf dem Handy.
Ob die IT-Abteilung in eurem Betrieb ein solches Gadget tatsächlich freigibt, steht auf einem anderen Blatt. Viele Unternehmen definieren interne Sicherheitsrichtlinien, die weit über gesetzliche Mindeststandards hinausgehen.
Bei manchen Freunden von mir, die in sicherheitskritischen Bereichen arbeiten, sind viele Geräte beispielsweise verboten. An die Firmenrechner darf dann häufig nicht einmal eine private Tastatur angeschlossen werden – geschweige denn ein externer KI-Rekorder.
Zudem stellen viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden längst offizielle Lizenzen für Modelle wie Gemini, Claude oder ChatGPT bereit.
Vor diesem Hintergrund dürften nur wenige Betriebe bereit sein, zusätzliche Abonnements für externe Hardware abzuschließen, die funktionell kaum einen Mehrwert gegenüber bestehenden Softwarelösungen bietet. Für Privatpersonen und Selbstständige leistet das Gerät dennoch gute Dienste – vor allem bei Notizen.
Ich persönlich würde das Gerät aber vermutlich weniger im Alltag benutzen, da ich für die KI-Features kein zusätzliches Abo abschließen würde. Schließlich zahle ich schon für ein LLM, mit dem ich sehr zufrieden bin. Bei dem ich alle Features der Comu-Software ohne zusätzliches Gadget direkt am Handy verwenden kann.





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