KI-Gesichter - Stockfoto-Firma bietet Fotos nicht existenter Menschen an

Bei Stockfotos mit Personen gibt es immer aufwändige Rechtefragen zu klären. Ein Stockfoto-Anbieter hat aber jetzt 100.000 KI-Gesichter im Programm.

von Manuel Schulz,
25.09.2019 19:02 Uhr

Die von einer KI erzeugten Portrait-Fotos wirken größtenteils beeindruckend real (Bild: generated.photos)Die von einer KI erzeugten Portrait-Fotos wirken größtenteils beeindruckend real (Bild: generated.photos)

Wer für Werbefotos Bilder mit Personen sucht, greift meist auf die Angebote an Stockfotos zurück. Bei deren Erstellung gibt es oft Schwierigkeiten, denn es müssen zahlreiche Fragen bezüglich der Rechte am Bild einer Person geklärt sein.

Die Firma Icons8 hat die Not zur Tugend gemacht und kam auf eine interessante Frage: Warum nicht einfach Gesichter von Personen nehmen, die es nicht gibt. Die Künstliche Intelligenz (KI) ist schon so weit, dass sie überzeugende Gesichter erschaffen kann.

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100.000 KI-Gesichter hat Icons8 zum Start des Programms erzeugen lassen. 100.000 Menschen, die es in Wirklichkeit nicht gibt - Probleme mit Urheberrechten gibt es dafür auch nicht.

Perfekt sind nicht alle KI-Bilder - das Schielen entlarvt das Foto als Fake. (Bild: generated.photos)Perfekt sind nicht alle KI-Bilder - das Schielen entlarvt das Foto als Fake. (Bild: generated.photos)

Der erste Schwung der Bilder ist sogar »Royalty Free«, also lizenzfrei und darf von jedem frei verwendet werden - ein Link oder ein Hinweis auf die Webseite generated.photos ist allerdings Pflicht, wenn eines der Bilder verwendet wird. Zum Download stehen die 100.000 Bilder im Google-Drive.

Gedacht sind die Bilder für Landing-Pages, Broschüren, Produktseiten, Präsentationen, Newsletter oder als Profilfotos. Die Portraits sind dabei vielfältig und enthalten viele Altersgruppen, Formen und Ethnien.

Auffällige Details lassen Fakes auffliegen

Während die meisten Bilder beinahe erschreckend echt aussehen, gibt es bei einigen der Bilder auffällige Merkmale, die sie als Fakes enttarnen. Manchmal schauen die Augen in unterschiedliche Richtungen, manchmal gibt es Flecken auf den Gesichtern, die keinen natürlichen Ursprung haben können.

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Entstanden sind die Bilder mit einem Datensatz fürs maschinelle Lernen und dem KI-Algorithmus StyleGAN von Nvidia, um möglichst realistische Gesichter zu erzeugen. Der Datensatz selbst basiert auf Fotos realer Menschen.

Der schwarze Fleck ist ein Fehler der KI beim Generieren des Bildes. (Bild: generated.photos)Der schwarze Fleck ist ein Fehler der KI beim Generieren des Bildes. (Bild: generated.photos)

Dazu wurden im Laufe von zwei Jahren 29.000 Fotos von 69 unterschiedlichen Models geschossen, die alle von Icons8 gemacht wurden- Stockfotos von Dritten wurden nicht verwendet. Ein Grund dafür war es laut Icons8, gleichbleibende Qualität aller Fotos zu gewährleisten.

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Dazu wurden alle Bilder unter den gleichen Lichtbedingungen aufgenommen. Anschließen wurden die Bilder mit Schlagworten versehen und in Kategorien eingeteilt - für die Zukunft ist sogar eine API (Programmierschnittstelle) geplant, mit der man selbst gezielt Gesichter anhand gewisser Vorgaben wie Alter, Geschlecht oder Haarfarbe erzeugen lassen können soll.


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