Ihr habt sicher schon das ein oder andere Video gesehen, in dem ein deutscher Sprecher mit einer tiefen und sympathischen Erzählerstimme den Inhalt des jeweiligen Videos kommentiert.
So wie hier zum Beispiel:
Die Stimme ist Teil der Text-to-Speech-Funktion der Videobearbeitungs-App CapCut.
Doch dabei handelt es sich nicht um eine hölzern klingende KI-generierte Stimme, sondern um einen Deepfake eines realen deutschen Synchronsprechers.
Synchronsprecher ruft zur gemeinsamen Kunst auf
Im Detail: In einem Video der Creatorin cosmadujat nutzt sie erst die Stimme der CapCut-App, um anschließend zu zeigen, welcher Mensch eigentlich hinter der Stimme steckt: Jens Wendlan.
Der Sprecher hat Nathan Drake aus der Uncharted-Reihe seine Stimme geliehen und Rollen in Serien wie »Bob’s Burgers«, »Stranger Things« und »Frieren« übernommen. Nun will er darauf hinweisen, dass die so häufig genutzte Stimme von CapCut seine »Erklärbär«-Stimme ist, wie er sie selbst nennt.
Er selbst habe erst durch ein Video von Cosma erfahren, dass seine Stimme derzeit sehr beliebt auf Social Media ist.
In dem neuen Video spricht er davon, was er sich von Influencern und Social-Media-Nutzern erhofft:
»Unser Ziel ist es nicht KI aufzuhalten. Das können wir gar nicht. Aber wir müssen ganz dringend über Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht und Ausfallhonorar sprechen.«
Er geht weiter darauf ein, dass er selbst darüber entscheiden möchte, wem er seine Stimme leiht:
»Ich möchte nicht, dass meine Stimme möglicherweise in Formaten auftaucht, die ich persönlich niemals unterstützen würde. Wir müssen alle viel bewusster mit der KI umgehen.«
Er ruft außerdem dazu auf, gemeinsam mit ihm und anderen Sprechern zu arbeiten:
»Lasst uns zusammen Kunst machen – und keinen Kunstdünger.«
Längst kein Einzelfall
Seitdem mächtige KI-Tools wie ChatGPT, VEO, Gemini und viele mehr der breiten Masse zur Verfügung stehen, kommt es immer wieder vor, dass nicht nur private Personen, sondern auch Unternehmen immer mehr Stimmen von Sprechern oder Influencern für sich nutzen, ohne die Rechte dafür zu besitzen.
So beispielsweise auch Tech Like Vera:
50:25
Stimme von KI-Firma geklaut! Leben wir schon in einer Dystopie?
Wie können sich die Sprecher wehren?
Die Sprecher können Schadensersatz fordern, so wie es beispielsweise Manfred Lehmann bereits getan hat. Ihm wurde eine Schadensersatzsumme von 4.000 Euro zugesprochen.
Jens Wendlands hat in dem Video nicht erwähnt, dass er rechtlich gegen ByteDance, das Unternehmen hinter CapCut, vorgehen will.
Jetzt seid ihr gefragt: wie steht ihr zum Vorgehen von ByteDance und Unternehmen, die ähnlich handeln? Und was denkt ihr über Wendlands Umgang damit? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!



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