KI gegen Coronavirus: Diagnose in 20 Sekunden mit 96 Prozent Genauigkeit

In China werden mittlerweile künstliche Intelligenz-Algorithmen zur Analyse von Lungen-CTs und zur Erkennung von COVID-19 eingesetzt.

von Alexander Köpf,
02.03.2020 12:16 Uhr

Eine KI soll die Diagnose des Coronavirus erheblich beschleunigen können. (Bildquelle: Pixabay) Eine KI soll die Diagnose des Coronavirus erheblich beschleunigen können. (Bildquelle: Pixabay)

Der chinesiche E-Commerce-Riese und Amazon-Konkurrent Alibaba hat eine künstliche Intelligenz auf das Erkennen von Coronavirus-Fällen trainiert.

Das Diagnose-System soll das sogenannte SARS-CoV-2(COVID-19)-Virus in nur 20 Sekunden mit einer Genauigkeit von 96 Prozent identifizieren können, wie Nikkei Asian Review berichtet.

Was genau untersucht der KI-Algorithmus?

Das von Alibaba's Forschungsteam »Damo Academy« trainierte KI-System wird in einem medizinischen Umfeld genutzt. Es wertet CT(Computertomographie)-Scans der Lunge aus.

Über 5.000 Fälle als Basis: Die Forscher haben der Diagnose-KI Thorax(Lungen)-Aufnahmen von tausenden bestätigten Coronavirus-Fällen vorgelegt und sie damit trainiert. Die KI soll das Virus den Forschern zufolge mit einer Genauigkeit von 96 Prozent von normaler Pneumonie (Lungenentzündung) unterscheiden können.

Einsatz in Kliniken

Laut Nikkey Asian Review wird das Diagnose-System mittlerweile im Qiboshan Krankenhaus in Zhengzhou eingesetzt und soll demnächst auch in über 100 weiteren Kliniken in mehreren chinesischen Provinzen verwendet werden.

Dort soll es helfen, das Coronavirus schneller zu erkennen, denn ein Arzt braucht für gewöhnlich rund 15 Minuten, um einen CT-Scan zu analysieren. Bei einer computertomographischen Aufnahme fallen oft hunderte von Bildern an - die KI soll das innerhalb von 20 Sekunden bewältigen können.

Ob in Europa an vergleichbaren Methoden gearbeitet wird oder sogar schon eingesetzt werden, ist indes nicht bekannt.

KI kann aber auch an anderer Stelle hilfreich sein. So etwa kontrollieren entsprechende Systeme die Einfahrt in chinesische Städte und können teils sogar die Körpertemperatur der Insassen messen, wie German.China.org.cn berichtet.

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