Was mein zwölf Jahre alter Fernseher fast jedem Gaming-Monitor voraus hat

Ich liebe die Ambilight-Funktionen von meinem Fernseher, auf dem PC spielt diese Technik aber praktisch keine Rolle - und das ist ein Jammer!

von Nils Raettig,
06.05.2022 13:26 Uhr

Wenn blaues Licht mehr kann, als nur blau zu leuchten: Mein geliebtes Ambilight auf einem Uralt-TV in Aktion. Wenn blaues Licht mehr kann, als nur blau zu leuchten: Mein geliebtes Ambilight auf einem Uralt-TV in Aktion.

Man sieht meinem Philips-Fernseher vom Bild oben sein hohes Alter auf den ersten Blick an. Ein derart dicker Rahmen ist mittlerweile längst Vergangenheit. Mit Philips Ambilight-Funktion hat er aber dennoch ein Feature, das ich mir längst auch für Gaming-Monitore wünsche - aber nie wirklich bekommen habe.

Ich weiß, dass sich die Geister an Amiblight etwas scheiden, ich persönlich möchte es aber nicht mehr missen. Eine kurze Erklärung, falls ihr das Philips-exklusive Extra nicht kennt: LED-Leuchten an Rückseite der TV-Ränder nehmen grob die Farbe des Bildes an, das ihr gerade seht. Das soll die aktuelle Stimmung in den Raum tragen, was für meine Empfinden tatsächlich sehr gut funktioniert.

Wird gerade jemand in einem dunklen Wald verfolgt, ist es auch um meinen Fernseher herum dunkel. Spielt die Szene in einer Disco mit schnell wechselnden und bunten Lichtern, erstrahlt auch mein Wohnzimmer in den passenden Farben und so weiter. Ebenfalls sehr praktisch: Eine zusätzliche Lichtquelle im Bereich des Fernsehers ist nicht nötig, weil der TV selbst eine quasi natürliche Lichtquelle darstellt.

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Auch am PC eine gute Idee

Corsair hat zwei Tischständer mit LEDs im Angebot, die einen ähnlichen Effekt wie Ambilight ermöglichen, sie machen ihre Sache aber deutlich schlechter als mein alter Fernseher. Corsair hat zwei Tischständer mit LEDs im Angebot, die einen ähnlichen Effekt wie Ambilight ermöglichen, sie machen ihre Sache aber deutlich schlechter als mein alter Fernseher.

Ein PC-Bildschirm ist zwar deutlich kleiner als ein TV und man sitzt viel näher daran, dennoch kann die Grundidee hier genau so gut funktionieren. Das habe ich anhand der iCUE LT100 Smart Lighting Towers von Corsair festgestellt, die mir meine Frau mal zum Geburtstag geschenkt hat.

Sie bieten, wie im Screenshot oben zu sehen, ebenfalls die Funktion, grob die Farbe des Bildschirminhalts in einem bestimmten Bereich anzunehmen, was grundsätzlich auch wie gewünscht klappt. Das Problem ist allerdings, dass sie dabei für mein Empfinden viel zu schwach leuchten.

Auch wenn sie sehr nahe an der weißen Wand stehen, nehme ich ihr Licht nur dann wirklich wahr, wenn es ansonsten sehr dunkel im Zimmer ist. Das macht den Effekt in meinem meist helleren (und damit für die Augen gesünderen) PC-Alltag weitgehend zunichte und ist bei meinem Fernseher ganz anders:

Während die Ambilight-LEDs des Fernsehers die Wand dahinter auf einer großen Fläche auch bei Tageslicht einfärben, geschieht das bei den Smart Lightning Towers von Corsair nur in einem sehr viel kleineren Bereich. Während die Ambilight-LEDs des Fernsehers die Wand dahinter auf einer großen Fläche auch bei Tageslicht einfärben, geschieht das bei den Smart Lightning Towers von Corsair nur in einem sehr viel kleineren Bereich.

Für einen optimalen Vergleich müsste man zwar beide Geräte am selben Platz und bei identischen Lichtverhältnissen fotografieren. Die zur selben Tageszeit entstandenen Vergleichsbilder oben geben den Unterschied bei meiner tatsächlichen Wahrnehmung aber grundsätzlich gut wieder.

Natürlich ist auch der Effekt von Ambilight an meinem Fernseher klar stärker, wenn es draußen dunkel ist. Man kann die Beleuchtung aber auch im Hellen gut wahrnehmen und im Dunkeln wirkt sie deutlich intensiver als im Falle der Corsair-Türme.

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Nils Raettig
Nils Raettig

Hardware-Redakteur Nils Raettig hält Ambilight schon seit Ewigkeiten für die einzig wahre Form der RGB-Beleuchtung. Er konnte es sich zwar zugegebenermaßen nicht verkneifen, in seinen aktuellen Mini-ITX-PC einen LED-Streifen einzubauen. Der dient aber nur dazu, ohne Farbwechsel in dezentem Grün zu leuchten, um passend zum weißen Licht des Anschaltknopfs an seinen Lieblingsverein Werder Bremen zu erinnern (auch wenn da ohne Erklärung vermutlich nie jemand drauf kommen würde).

Die abgespeckte Variante ist nicht gut genug

Viele Alternativen zur Lösung von Corsair gibt es meines Wissens nach nicht, zumindest dann nicht, wenn es möglichst einfach sein soll. So hat Philips zwar selbst ein paar wenige PC-Monitore wie den Momentum 279M1RV mit vergleichbarer Technik im Angebot, dabei gibt es aber gleich zwei Haken.

Einerseits handelt es sich um die abgespeckte Variante Ambiglow. Meiner (zugegebenermaßen weit in der Vergangenheit liegenden) Erinnerung an die ersten Modelle nach zu urteilen, fällt sie ähnlich wie die Corsair-Lösung deutlich weniger leuchtstark aus als Amiblight. Andererseits gibt es Ambiglow-Monitore nur in 16:9 und ich will nicht mehr vom 32:10-Format zurück. Warum, erfahrt ihr übrigens hier:

Mein wichtigster Hardware-Kauf der letzten Jahre   153     22

Neuer Breitbild-Monitor

Mein wichtigster Hardware-Kauf der letzten Jahre

Als fertiges Produkt fallen mir sonst nur noch die Logitech-Lautsprecher G560 mit RGB-Beleuchtung ein, die in der Präsentation von Logitech meinem Eindruck nach aber auch schlechter funktioniert haben als das Ambilight von meinem Fernseher.

Da Philips anderen Herstellern die Lichtspielsuppe durch Patente auf die Ambilight-Lösung schon seit Ewigikeiten versalzt und es keine Anzeichen dafür gibt, dass Ambilight bei PC-Monitoren irgendwann mal eine nennenswerte Rolle spielen wird, bleibt mir am Ende wohl nur noch das Ausweichen auf eher fummelige Eigenlösungen, wie sie sich unser Autor Niklas Ludwig mal angesehen hat:

Ambilight für den PC-Monitor - RGB-LEDs für den TFT im Vergleich

Wie steht ihr zum Thema Ambilight? Habt ihr einen passenden Fernseher oder einen Monitor mit Ambiglow schon mal ausprobiert oder sogar bereits Erfahrung mit einer Bastellösung im PC-Bereich gemacht? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

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