Das Studio Ghibli ist bekannt für zauberhafte Anime-Filme, die einen Animationsstil haben, den man danke des Detailgrades und des Charakterdesigns leicht wiedererkennt.
In den letzten Tagen wurde dieser Stil mithilfe von ChatGPT und anderen KI-Tools massenweise kopiert und in sozialen Netzwerken geteilt. Das geht so weit, dass OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT berichtet, dass ihre Grafikkarten unter der Last schmelzen würden.
Selbst Prominente hat der Hype gepackt und sie zeigen sich im berühmten Animationsstil, doch der Mitgründer und Kopf hinter diesen Filmen, Hayao Miyazaki, hatte schon vor knapp zehn Jahren klare Worte zu KI-Kunst.
ChatGPT und Co. kopieren gerne Studio Ghibli
Was ist Studio Ghibli? Ihr kennt Studio Ghibli wahrscheinlich durch Filme wie Chihiros Reise ins Zauberland
, Prinzessin Mononoke
oder Das wandelnde Schloss
. Das Studio hat bereits vor fast 40 Jahren ihren ersten Film veröffentlicht
Was passiert aktuell? Auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen werden gerade besonders viele selbstgemachte Videos und Bilder geteilt, die eine starke Ähnlichkeit zum Animationsstil von Studio Ghibli haben.
Dabei werden private Bilder, Memes, Videos von öffentlichen Events und vieles mehr per KI-Modell in den Stil übertragen.
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Auch bekannte Persönlichkeiten springen auf den Hype-Zug auf. So teilt zum Beispiel Mike Tyson, wie er in dem berühmten Stil aussehen würde:
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Geschmolzene Grafikkarten? OpenAI hat aufgrund der enormen Nachfrage nach den verbesserten Bildgenerierungsfunktionen von ChatGPT vorübergehend ein Ratenlimit eingeführt.
CEO Sam Altman erklärte auf X: Es ist super, zu sehen, wie die Menschen die Bilder in ChatGPT lieben, aber unsere GPUs schmelzen.
Die genaue Begrenzung wurde nicht spezifiziert, soll aber nicht lange bestehen bleiben, während OpenAI an Effizienzsteigerungen arbeitet.
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Die Aussage, dass GPUs schmelzen würden, halten wir allerdings für eine beabsichtigte Übertreibung seitens Altman.
Die Freischaltung der Bildgenerierung für Nutzer der kostenlosen Version wurde bereits verschoben, reichte aber nicht aus, um die Infrastrukturbelastung zu reduzieren. Laut Altman werden kostenlose Nutzer bald
bis zu drei Bilder täglich erstellen können.
Wo ist das Problem mit KI-Kunst?
Auch wenn viele der Videos und Bilder als Hommage zu verstehen sind, war Studio-Ghibli-Mitgründer Hayao Miyazaki schon 2016 kein Fan von KI-Kunst.
Damals wurde ihm ein KI-Film gezeigt, der groteske Wesen in einem Horror-Szenario zeigte. Miyazaki ways alles andere als begeistert und bezeichnete das Werk als eine Beleidigung für das Leben selbst
.
Doch Vorsicht: der viel-zitierte Spruch bezog sich damals auf das spezielle Werk, das ihm gezeigt wurde, weniger zu KI-Inhalten selbst (via Times Entertainment):
Jeden Morgen [...] sehe ich meinen Freund, der eine Behinderung hat [...]. Es ist so schwer für ihn, ein High Five zu geben; sein Arm mit steifen Muskeln kann meine Hand nicht erreichen. Wenn ich jetzt an ihn denke, kann ich mir das Zeug nicht ansehen und interessant finden. Derjenige, der so etwas macht, hat keine Ahnung, was Schmerz ist.
Doch auch für KI-Kunst selbst hatte der Künstler ein paar Worte übrig, die ganz klar verraten, was er von ihr hält. Als die Verantwortlichen hinter dem KI-Video ihm sagten, dass es das Ziel sei, Computern das Zeichnen beizubringen als wären sie Menschen, sagte Miyazaki Folgendes:
Ich habe das Gefühl, dass wir uns dem Ende der Zeiten nähern. Wir Menschen verlieren den Glauben an uns selbst.
Nächstes Problem: Urheberrecht
Material oder Filme wie die von Studio Ghibli sind urheberrechtlich geschützt. Heißt: Die Rechte liegen bei den Machern, nicht beim Internet, und dürfen nicht einfach so genutzt werden.
Ein bekanntes Problem im Zusammenhang mit KI, mit dem sich große Tech-Unternehmen wie Google, OpenAI und Microsoft schon länger beschäftigen.
Was wird dagegen unternommen? OpenAI hat beispielsweise angekündigt, dass nur noch Kunst von verstorbenen Künstlern zum Trainieren von KI-Modellen genutzt werden darf.
In Deutschland ist ein Zeichen- oder Animationsstil nicht urheberrechtlich geschützt. In Japan hingegen ist das Training von KIs mit bestehenden Werken erlaubt, jedoch sind Stilkopien im Rahmen der KI-Entwicklung verboten, um Künstler zu schützen.
Ein Verstoß könnte daher vorliegen, so die Anwälte für Urheber- und Medienrecht Knut Stenert und Tae Joung Kim von SBS Legal.
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Da das Internet gerade mit Ghibli-Bildern und -Videos überhäuft wird, scheinen rechtliche Maßnahmen für einzelne Personen aber unwahrscheinlich.
Was haltet ihr von den vielen Ghibli-inspirierten Inhalten? Hättet ihr auch gerne Hochzeitsfotos in dem Stil, oder ist es für euch ein No-Go? Schreibt es uns in die Kommentare!
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