14. Juni 1789, Kupang auf der Insel Timor: Aufruhr im Hafen der niederländischen Kolonie – ein kleines Rettungsboot fährt in den Hafen ein, mit einer gehissten Flagge von Großbritannien. Je näher das Boot kommt, desto verwunderlicher die Situation: Auf dem kleinen Ruderboot waren 19 Männer zusammengepfercht.
Der Kapitän Lieutenant William Bligh schilderte die Situation, wie sie auf See ausgeliefert wurden: Meuterei! Auf die Frage, wo denn die Mannschaft ausgesetzt wurde, folgte großes Staunen: bei Tofua, einer Insel bei Tonga, die über 3.500 Seemeilen (6.500 km) von Timor entfernt ist, fand die Meuterei auf der Bounty statt.
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28. April 1798, sieben Wochen früher bei Tofua, ein Sonntagmorgen, der in die Geschichte eingehen soll. Während Kapitän Bligh noch am Schlafen ist, sammelt sich eine frustrierte Meute um den ersten Offizier Fletcher Christian. Nach fast eineinhalb Jahren auf See hat die Mannschaft genug vom Kapitän: Bligh muss weg! Die Meuterei verlief größtenteils ohne Gewalt, aber von der 44-köpfigen Mannschaft wollte fast die Hälfte nichts mit den Meuterern zu tun haben – Bligh und 18 weitere Männer wurden in das einzige Rettungsboot gesteckt und mitten im Pazifik ausgesetzt –, zum Glück mit Proviant.
Dass William Bligh solch eine Fahrt überstanden hat, zeugt von seiner beachtlichen Fähigkeit als Seemann. Warum also ist es zu der Meuterei gekommen? Die Kurzfassung: William Bligh war ein erfahrener, aber strenger Seemann mit noch härterer Wortwahl. Nach Monaten auf Tahiti hat die Mannschaft die volle Ladung Südsee-Romantik verspürt: Bligh musste förmlich einige seiner Seeleute an Bord zerren lassen.
Bligh selbst war Veteran der dritten Pazifik-Reise von James Cook, welche wegen eines kulturellen Missverständnisses für den berühmten Kapitän auf Hawaii tödlich endete. Blighs Eifer nach Disziplin kam also nicht von nirgendwo, aber der strenge Ton, kombiniert mit verbalem Missbrauch, nagte an der Moral der Mannschaft. Auf der Rückfahrt ist dann dem Meuterer Fletcher Christian der Geduldsfaden gerissen.
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Für die Meuterei ging es anfangs wieder zurück nach Tahiti, aber auch dort teilten sich die britischen Seeleute. Die einen wollten einfach auf der Insel bleiben, während Christian und einige andere die Rache der Royal Navy fürchteten und zeitnah weiterziehen wollten. Mit einigen Tahitianern und Tahitianerinnen im Schlepptau, brach Fletcher Christian Richtung Osten auf und ließ sich auf einer damals undokumentierten Insel nieder und brannte die HMS Bounty ab, nach nur sechs Jahren auf der See. Auf Pitcairn Island leben heute immer noch Nachkommen der Meuterer.
Als William Bligh im März 1790 wieder englischen Boden betrat, wurde er als Held gefeiert und die Geschichte um die Meuterei und seine Überfahrt im Rettungsboot waren DAS Thema. Noch im selben Jahr wurde die HMS Pandora von der Admiralität losgeschickt, um die Meuterer im Pazifik ausfindig zu machen – schließlich stand die Ehre der Royal Navy auf dem Spiel.
Auf Tahiti wurden alle 14 verbliebenen Meuterer gefangen genommen, aber von der Bounty gab es immer noch keine Spur – die HMS Pandora ist aber an Pitcairn vorbeigefahren, knapp! Auf der Rückfahrt ist das Schiff auf dem Great Barrier Reef auf Grund gelaufen und im Rettungsboot konnte die restliche Mannschaft schlussendlich mit einigen Gefangenen wieder Kupang erreichen – wie sich Geschichte manchmal wiederholt.
Als die Meuterer in England vor Gericht aussagten, machte die öffentliche Wahrnehmung von William Bligh eine Kehrtwende, als der scharfe Umgang des Captain Lieutenant gegenüber seiner Mannschaft bekannt wurde. Auch seiner Karriere hat der neue schlechte Ruf geschadet. Was als ursprüngliche Expedition für die Verfrachtung der Brotfrucht in die Karibik, um die dortigen Sklaven zu ernähren, begann, wurde zu einer der legendärsten Geschichten der Seefahrt, und das BlueBrixx-Set erinnert an die waghalsige Expedition in Form eines bildhübschen, riesigen Klemmbaustein-Modells!
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