Dreimal mehr FPS in jedem Spiel? Eine Steam-App ist der beste Sieben-Euro-Kauf, den ich je gemacht habe

Kolumne: Lossless Scaling sind wohl die besten sieben Euro, die ich jemals auf Steam ausgegeben habe.

Diese Ente ist das Logo einer meiner absoluten Lieblings-Apps auf Steam. (Bild: Lossless Scaling Steam) Diese Ente ist das Logo einer meiner absoluten Lieblings-Apps auf Steam. (Bild: Lossless Scaling / Steam)

Heute möchte ich euch eine unscheinbare App mit einem Entenlogo vorstellen, von der ich überzeugt bin, dass es die besten sieben Euro sind, die ich jemals auf Steam ausgegeben habe. 

Mit Lossless Scaling von THS könnt ihr in jedem Spiel die Framerate mit einer Frame-Generation-Technologie verdoppeln, verdreifachen oder gar vervierfachen und niedrige Auflösungen auf höhere skalieren – allerdings nicht ohne Nachteile.

Das Tool hat stetig neue nützliche Funktionen erhalten und wird immer beliebter. In diesem Artikel möchte ich euch einen Überblick darüber geben, was möglich ist und welche Einschränkungen Lossless Scaling hat. 

Transparenzhinweis: Ich habe Lossless Scaling durch meine Recherche und mein Interesse an Handheld-Gaming selbst entdeckt und gekauft. Mit dem Entwickler fand kein Austausch statt und alles, was hier geschrieben wurde, sind meine eigenen Schlussfolgerungen.

Die App kostet auf Steam 6,89 Euro.

Update 12.08.2025: Seit der Veröffentlichung dieses Artikels hat die App viele Updates erhalten. Ich habe deswegen diesen Artikel auf den neuesten Stand gebracht und neue Informationen ergänzt.

Das macht Lossless Scaling

Im Prinzip hat die App zwei simple Hauptfunktionen:

  • Ihr könnt damit jedes Fenster in Windows auf die Auflösung von eurem Bildschirm pixelgenau hochskalieren.
  • Ihr könnt mit LSFG (Lossless Scaling Frame Generation) einen oder mehrere Frames zwischen jedem Bild generieren lassen, was die Framerate vervielfacht. 

Beispiele für Nutzungsszenarien:

  • Upscaling und Frame-Generation bei Spielen, die diese Technologien nativ nicht unterstützen.
  • Spiele mit 30-FPS-Grenze mit 60 FPS und mehr spielen (etwa Konsolenspiele per Capture Card).
  • Nutzung von Frame-Generation auf alter Hardware, die die Varianten von Nvidia, AMD und Intel nicht unterstützen.
  • Hochskalieren von Filmen, Serien und Videos (insbesondere Full-HD-Animes und Cartoons).

Was ihr vor dem Start beachten müsst

Bevor ihr loslegt, müsst ihr ein paar Einstellungen in der App vornehmen. Nach dem Öffnen der App seht ihr euer Standard-Profil. Bei Bedarf erstellt ihr mit dem Plus-Button unten links weitere Profile für unterschiedliche Apps oder Spiele. Anschließend stellt ihr ein, ob ihr die Frame-Generierung, den Upscaler oder beides gleichzeitig verwenden wollt.

Frame-Generierung

Ihr wollt in euren Spielen ein visuell flüssigeres Bild? Dann ist die Frame-Generierung von Lossless Scaling eine geeignete Option. Hier gibt es vier Einstellungen, die ihr ändern könnt:

Die App wirkt auf den ersten Blick etwas komplex, aber viele Optionen könnt ihr unangetastet lassen. Die App wirkt auf den ersten Blick etwas komplex, aber viele Optionen könnt ihr unangetastet lassen.

Art: Wählt hier die neueste Version von LSFG (Lossless Scaling Frame Generation) aus. Die ist meistens effizienter und liefert eine bessere Bildqualität. Zum jetzigen Zeitpunkt ist LSFG 3.1 die neueste Version. 


Modus: In Lossless Scaling stellt ihr ein, wie genau eure FPS-Zahl erhöht werden soll:

  • Fest: Eure FPS werden mit einem festgelegten Faktor multipliziert. Den Multiplikator könnt ihr in dem Feld darunter festlegen. »2« würde eure FPS verdoppeln, indem zwischen jedem »echten« Frame ein künstlicher generiert wird. 
  • Adaptiv: Es werden so viele künstliche Zwischenbilder generiert, wie notwendig, um eine vorher festgelegte Bildwiederholrate zu erreichen. Das Ziel, zum Beispiel 144 FPS bei einem 144-Hz-Monitor, tragt ihr in dem Feld darunter ein. 

Meine Empfehlung: Für ein möglichst konstantes Spielerlebnis empfehle ich die »Fest«-Option. Sollte euer Monitor zum Beispiel 120 Hz unterstützen, lohnt es sich, die FPS auf 60 zu begrenzen und mit dem Multiplikator 2 auf 120 FPS zu verdoppeln. 

Die adaptive Option bietet euch einen einfachen Weg, eure Ziel-Framerate zu erreichen, ohne eine feste FPS-Grenze im Spiel einstellen zu müssen. Beachtet jedoch: Die adaptive Frame-Generierung kann zu einer höheren GPU-Last führen, weil eure Grafikkarte immer versucht, das Ziel zu halten, selbst wenn kaum Leistungsreserven vorhanden sind. Das kann zu instabilen Basis-FPS, Rucklern oder höherem Stromverbrauch führen.

Für maximale Stabilität und Effizienz empfiehlt sich daher oft der feste Modus mit aktiv gesetztem FPS-Limit (zum Beispiel: 60 → 120).


Bewegungsfluss-Skala: Hiermit steuert ihr die Bildqualität der künstlichen Frames:

  • Hohe Einstellung: Höhere Bildqualität, höhere GPU-Auslastung, mehr Leistungseinbußen
  • Niedrige Einstellung: Niedrigere Bildqualität, geringere GPU-Auslastung, weniger Leistungseinbußen

Meine Empfehlung: Startet bei einer Bewegungsfluss-Skala von 80 und passt sie bei Bedarf nach oben und unten an. Sollte durch das Aktivieren von LSFG die Basis-Framerate zu stark einbrechen, verringert ihr sie.


Leistung: Aktiviert ihr diese Option, wird die Bildqualität der erzeugten Bilder automatisch verringert, um die Auslastung der GPU zu verringern. 

  • Plakatives Beispiel: Nehmen wir an, euer Spiel läuft ohne LSFG mit 75 FPS. Sobald ihr LSFG mit einem 2-Multiplikator einschaltet, erhaltet ihr nicht 150 FPS, weil eure Basis-FPS-Rate aufgrund von erhöhter GPU-Auslastung auf 60 FPS sinkt. Also ist das Resultat eher 120 FPS.

Meine Empfehlung: Aktiviert den Performance-Modus, wenn ihr durch das Aktivieren von LSFG einen zu großen Einbruch in der Basis-FPS-Zahl bemerkt.

Skalierung

Mit diesen Funktionen könnt ihr jedes Spiel auf eine höhere Auflösung hochskalieren. Auch hier gibt es einige Optionen, die ihr kennen solltet.


Art: Wählt aus einer der verschiedenen Skalierungs-Technologien aus. Aktuell stehen euch folgende zur Auswahl: 

  • LS1
  • SGSR
  • BCAS
  • FSR
  • NIS
  • Integer
  • xBR
  • Anime4K

Meine Empfehlung: Für die meisten 3D-Spiele verwende ich LS1 und bin mit der Bildqualität sehr zufrieden. Im folgenden Info-Kasten habe ich euch die wichtigsten Unterschiede und Nutzungsszenarien der verschiedenen Scalern aufgelistet:

Scaler in Lossless Scaling – kurz erklärt
LS1
  • Am besten für anspruchsvolle 3D-Spiele mit vielen Details wie Vegetation, Partikeleffekten oder Spiegelungen.
  • Vorteile: Sehr scharfes Bild, reduziert Bewegungsunschärfe und Kantenflimmern.
  • Tipp: Mit der »Leistung«-Option erhaltet ihr fast die gleiche Qualität bei höherer Leistung.
SGSR
  • Gut geeignet für 2D- und 3D-Spiele, wenn wenig Leistung verbraucht werden soll.
  • Vorteile: Klare Darstellung ohne Überschärfung, sehr effizient.
  • Einschränkung: Bei sehr niedriger Auflösung können Farbverläufe (unter anderem der Himmel) ungleichmäßig wirken.
BCAS
  • Optimal für Pixelart oder Spiele mit weichem, gezeichnetem Stil.
  • Vorteile: sehr geringes Leistungsbudget, oft gutes Bild.
  • Einschränkung: Effekte wie Rauch oder Spiegelungen können etwas weich wirken.
FSR (1.1)
  • Universeller Allround-Scaler, funktioniert in den meisten Spielen gut.
  • Vorteile: Gute Schärfe, ohne überschärft zu wirken.
  • Einschränkung: Feine Details verschwimmen in schneller Bewegung, besonders vor hellen Hintergründen.
NIS
  • Kann sinnvoll sein für sehr weiche oder verwaschene Spiele, um sie knackiger zu machen.
  • Einschränkung: Oft zu stark geschärft, kann helle Ränder (»Halos«) um Objekte erzeugen.
Integer
  • Ideal für Retro- und Pixelspiele, um sie ohne Unschärfe zu vergrößern.
  • Vorteile: Pixel bleiben klar und unverfälscht.
  • Einschränkung: Wenn die Auflösung nicht exakt vervielfacht werden kann, entstehen schwarze Balken.
xBR
  • Für ältere Konsolenspiele, wenn weiche Kanten gewünscht sind.
  • Einschränkung: Macht Pixelgrafik sehr weich und malerisch, oft nicht im Sinne des Original-Looks.
Anime4K
  • Für Anime-Videos in Full HD, um sie auf 4K hochzuskalieren.
  • Einschränkung: Nicht geeignet für niedrigere Auflösungen oder stark komprimierte Videos. Kann hohe Rechenleistung benötigen.

Schärfe: Bei einigen Scalern könnt ihr die Bildschärfe einstellen.

Optimierte Version / Leistung: Verringert die Bildqualität für mehr Leistung. 

Modus: Hier könnt ihr den Skalierungsfaktor einstellen. Dabei habt ihr die Wahl zwischen einer automatischen Einstellung oder einem Wert zwischen 1 und 2. Mit diesem legt ihr selbst fest, in welcher Auflösung das Spiel intern gerendert und anschließend hochskaliert wird

  • Je niedriger der Wert, desto höher ist die interne Auflösung → bessere Bildschärfe, aber höhere GPU-Last.
  • Je höher der Wert, desto niedriger die interne Auflösung → geringere Bildqualität, aber mehr Leistung.

Fenstergröße vor Skalierung anpassen sollte in den meisten Fällen aktiviert bleiben, damit euch das Spiel nicht über die Bildschirmgröße hinaus vergrößert und somit Teile abgeschnitten werden. 

Optional aktivieren: Scrollt etwas weiter runter und aktiviert »FPS anzeigen«. 

Die anderen Einstellungen lasse ich unangetastet. 


Das müsst ihr bei eurem Spiel beachten

Das Spiel muss vorher im (randlosen) Fenster laufen. Das Spiel muss vorher im (randlosen) Fenster laufen.

  1. Euer Spiel muss im Fenster- oder randlosem Fenstermodus laufen. Vollbild-Apps werden leider nicht unterstützt. 
  2. Deaktiviert Overlays, da diese mit Lossless Scaling interferieren können (es gibt Ausnahmen).
  3. Wenn ihr eine niedrige Auflösung hochskalieren möchtet, dann müsst ihr sie vorher in den Grafikeinstellungen dementsprechend einstellen (zum Beispiel 1920 x 1080 auf einem 4K-Bildschirm)
  4. Wenn das Spiel selbst Hochskalierungsmethoden unterstützt, wie DLSS, FSR oder Intel XeSS dann sind diese empfehlenswerter, weil sie eine bessere Qualität liefern. 

Praxisbeispiel: Cyberpunk 2077

Video starten 0:11 Lossless Scaling: Eingabeverzögerung und visuelle Artefakte bei Cyberpunk 2077

Wenn alle Einstellungen gemacht worden sind, müsst ihr nur auf den »Skalieren«-Button klicken und dann zurück zu eurem Spiel wechseln. Dafür habt ihr fünf Sekunden Zeit. Alternativ könnt ihr einfach im Spiel das Tastenkürzel verwenden (Standard: CTRL + ALT + S).

Ich spiele aktuell Cyberpunk 2077 auf meinem Handheld-PC noch einmal durch, weil ich den DLC noch nicht gespielt habe und verwende Lossless Scaling, um auf flüssige Bildraten jenseits von 60 FPS zu kommen. 

Dabei verwende ich Grafikeinstellungen, die mir von der Lenovo Legion Go-Reddit-Community empfohlen wurden und ich begrenze meine Bildrate in den Spieleinstellungen auf 36. Mit LSFG wird sie dann auf 108 verdreifacht. Es ist beeindruckend, wie flüssig dieses Spiel auf einem Handheld aussehen kann.

Bei einer Verdreifachung der Framerrate spüre ich schon eine gewisse Eingabeverzögerung, aber sie ist für mich noch voll im Rahmen. Wie das in der Praxis aussieht, seht ihr den dem Video oben, das ich eingebunden habe. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Bei einer Verdreifachung der Framerrate spüre ich schon eine gewisse Eingabeverzögerung, aber sie ist für mich noch voll im Rahmen. Wie das in der Praxis aussieht, seht ihr den dem Video oben, das ich eingebunden habe. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Die Nachteile von Lossless Scaling

So toll diese App auch ist, sie basiert nicht auf dunkler Magie und vervielfacht eure FPS ohne jegliche Konsequenzen. Hier sind die größten Nachteile:

Eingabeverzögerung: Je mehr künstliche Bilder generiert werden müssen, desto größer ist die Eingabeverzögerung. Wenn ihr eure Framerate also verdreifacht, ist euer Bild zwar flüssiger, aber es dauert länger, bis Eingaben auf dem Bildschirm angezeigt werden. Deswegen ist LSFG eher ungeeignet für schnelle Actionspiele, bei denen schnelle Reaktionen wichtig sind. 

Grafik-Artefakte: Beim Generieren von Zwischenbildern passieren viele Fehler, die ihr auf dem Bildschirm als Grafik-Artefakte erkennt. Auch hier gilt: je mehr Frames generiert werden müssen, desto mehr Grafik-Artefakte sind sichtbar. 

Erhöhte GPU-Auslastung: Das Erzeugen der zusätzlichen Bilder verlangt die Rechenleistung von eurer GPU ab. Das bedeutet, dass ein vorher unspielbares Spiel mit LSFG nicht plötzlich spielbar wird. Die Spielerfahrung könnte sich sogar verschlechtern. 

  • Beispiel: Monster Hunter Wilds läuft auf vielen Handhelds stellenweise nur mit 20 FPS. Durch das Aktivieren von LSFG sinkt die FPS weiter auf etwa 14 FPS. Jetzt verdoppelt LSFG diese Framerate auf 28. Das Ergebnis ist aufgrund der Eingabeverzögerung und den vielen Grafikartefakten absolut unspielbar. 
  • Ziel-FPS: Wenn eure GPU nicht genügend Spielraum hat, wird eure vorher festgelegte Ziel-FPS nicht erreicht. Es kann dadurch sogar zu mehr Rucklern kommen. Daher ist es oft nicht empfehlenswert, einen LSFG-Multiplikator von über 4 zu wählen. 
  • Dual-GPU: Einige Nutzer und Nutzerinnen setzen deshalb auf eine zweite GPU, die dediziert für Lossless Scaling eingesetzt wird. Das ist natürlich nur für die wenigsten eine praktikable Lösung. 

Probleme mit Overlays: Viele Overlays interferieren mit Lossless Scaling. Sollte die App nicht ordnungsgemäß funktionieren, überprüft, ob ihr gerade ein Overlay angezeigt wird und deaktiviert es. 

Pro
  • Mehr FPS bei Spielen
  • Frame Generation funktioniert auch bei 30 oder 40 FPS
  • Keine dedizierte Hardware notwendig
  • Hochskalieren von nahezu allen Spielen
Kontra
  • Erhöhte Eingabeverzögerung
  • Artefakte bei schnellen Bewegungen sichtbar
  • Erhöhte GPU-Auslastung
  • Probleme mit Overlays

Inzwischen ist Lossless Scaling auch für SteamOS-Geräte, wie dem Steam Deck, verfügbar. Mehr dazu hier: 


Lossless Scaling funktioniert auch bei Videos

Solange euer Videoplayer einen »minimalistischen« Modus mit randloser Anzeige anbietet, könnt ihr auch jedes Video mit der App hochskalieren oder die Framerate erhöhen. 

  • Ich verwende in Chrome zum Beispiel die »Picture-in-Picture«-Erweiterung, um YouTube-Videos in ein randloses Fenster zu verfrachten und sie anschließend hochzuskalieren. Firefox hat eine solche Funktion nativ eingebaut. 
  • Der VLC-Player hat einen minimalistischen Modus, der sich perfekt für das Upscaling eignet. 
  • Anime4K ist ein ausgezeichneter Skalierungsmodus, um alte Animes auf hohe Auflösungen hochzuskalieren. 

Habt ihr schon einmal von der App gehört? Benutzt ihr sie vielleicht sogar selbst? Und falls ja, welche sind eure Lieblings-Einstellungen und in welchen Spielen und Apps verwendet ihr die App am meisten?

Was war die beste App, die ihr euch jemals gekauft habt? Schreibt es uns wie immer unten in die Kommentare! 

zu den Kommentaren (121)

Kommentare(110)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.