Wer einen Garten mit Bäumen und vielen Büschen hat, weiß: Mit ein bisschen Rasenmähen ist es nicht getan. Ein Mähroboter nimmt einem zwar einiges an Arbeit ab, stößt bei Kanten, Büschen oder Herbstlaub aber an seine Grenzen.
Bei meinen Eltern und Großeltern musste ich von Kindesbeinen an im Garten helfen. Bürgersteig fegen, Rasenmähen, Bodendecker und Büsche schneiden, Holz für den Winter machen – was eben so anfällt.
Die Ausstattung damals: Vor allem Kabelgeräte (Heckenschere, Rasenmäher), deren Kabel ich nicht selten im Eifer des Gefechts zerschnitten habe. Daneben kam mitunter noch die laute und stinkende Benzinkettensäge zum Einsatz oder eben klassische Handwerkzeuge wie Rechen, Besen, Säge und Co.
Weg vom Kabel, hin zum Akku
Auf meinem eigenen Grundstück mit 1.200 Quadratmetern wollte ich davon weg und mir vor allem Arbeit ersparen. Inzwischen habe ich meine Gartengeräte daher soweit es geht, auf Akku-Modelle umgestellt.
Auch wenn die Gartenpflege mit Trimmer und Co. anstrengend bleibt, nehmen einem Akku-Geräte doch viel Kraftanstrengung ab. Das ist auch ein Vorteil, wenn man älter wird oder körperlich nicht mehr ganz so fit ist.
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Ich habe dabei die Erfahrung gemacht: Es kommt gar nicht so sehr auf eine spezielle Marke an, sondern darauf, das passende Werkzeug für das jeweilige Problem zu wählen – und im besten Fall sein Akku-Ökosystem im Vorfeld zu planen.
Ich zeige euch nachfolgend meine persönlichen Top 5, die ich als Mähroboter-Ergänzung empfehlen kann.
1. Akku-Rasentrimmer: Wo der Mähroboter nicht hinkommt
Der Mähroboter hält die große Rasenfläche kurz, lässt aber an Zäunen, zwischen und hinter Büschen, Beeträndern oder rund um Bäume Gras und Unkraut stehen.
Hier spielt ein Akku-Trimmer seine Stärken aus, denn er kommt fast überall hin. Da bei mir nicht nur zartes Gras getrimmt wird, sondern auch stärkeres Unkraut oder wuchernde Brombeeren, benutze ich mittlerweile ein Modell mit zwei Fäden und dicker Schnur. Das häckselt auch hartnäckiges Gestrüpp mühelos weg.
Allerdings habe ich erst einen Fehler gemacht und mir zunächst ein kleineres Modell mit einem Faden und dünner Schnur gekauft – das eignete sich jedoch wirklich nur für Gras. Nach zwei Jahren hat es mich genervt und ich habe ein stärkeres Modell gekauft.
- Optimal für: jeden Gartenbesitzer. Egal ob Roboter oder klassischer Mäher, die Kanten müssen immer geschnitten werden – und wucherndes Unkraut lässt sich so effizient eindämmen.
Ich nutze selbst ein Modell von Makita (aufgrund des Akkusystems), mein Kollege Mirco hat erst kürzlich einen solchen Trimmer von Mova für euch getestet.
2. Akku-Heckenschere: Kein Kabel-Frust mehr
Den Rückschnitt von Bodendeckern, Büschen und Co. empfand ich mit kabelgebundenen Geräten immer als umständlich.
Mal reicht das Stromkabel nicht bis in den letzten Winkel, es verheddert sich im Geäst, ich reiße den Stecker heraus oder zerschneide versehentlich das Stromkabel und haue dabei noch die Sicherung raus – das ist mir dummerweise häufiger passiert.
Eine Akku-Heckenschere macht die Arbeit deutlich angenehmer, auch weil man flexibler, und wie ich finde, schneller arbeiten kann. Die Schnittleistung aktueller Akku-Modelle steht den kabelgebundenen Varianten in nichts nach und stärkere Modelle schaffen problemlos daumendicke Äste.
- Ideal für: Alle, die regelmäßig Hecken oder größere Sträucher pflegen und sich die Handhabung vereinfachen möchten, ohne ständig auf ein Kabel achten zu müssen.
3. Kompakter Akku-Rasenmäher: Ergänzung für verwinkelte Ecken
Mein Mähroboter arbeitet alle großen Rasenflächen zuverlässig ab, ist aber nicht geeignet für eine Fläche, die ich vor dem Haus habe. Die ist etwas verwinkelter und mit einigen kleinen Bäumen und Sträuchern besetzt. Ich habe hier lange Zeit zum Trimmer gegriffen, allerdings ist sie mir dafür wiederum etwas zu groß.
Die Lösung war für mich ein kompakter, leichter Rasenmäher vom Discounter mit geringer Schnittbreite und Akku. Der war mit 80 Euro bezahlbar. Die kleinen Mäher wiegen fast nichts, sind wendig, leicht zu verstauen und sofort einsatzbereit. Ein solches Gerät kann für euch möglicherweise auch eine Alternative zum Akku-Trimmer sein.
- Für wen: Die passende Ergänzung für Mähroboter-Besitzer mit schwierigen Nebenflächen oder für kleine Rasenflächen, für die sich kein großer Rasenmäher oder Mähroboter lohnt.
4. Akku-Laubbläser: Mein Besen-Ersatz
Eine kleine Rasenfläche lässt sich schnell per Hand abharken. Bei großen Flächen mit großen Bäumen dauert das im Herbst jedoch gefühlt Stunden, bis man fertig ist. Ein Laubbläser ist hier eine enorme Erleichterung, sofern das Laub nicht zu nass ist – hier kommt zumindest mein Akku-Bläser an seine Grenzen. Bei trockenem oder leicht feuchtem Laub klappt das aber sehr gut.
Und ich nutze ihn nicht nur fürs Laub, sondern auch als Besen-Ersatz: Statt den Bürgersteig, die Regenrinne, die Einfahrt oder den Weg ums Haus zu fegen, puste ich den Schmutz einfach zusammen. Das spart körperliche Arbeit und Zeit.
Allerdings zieht mein Modell stark am Akku: Durch die dauerhaft hohe abgerufene Leistung ist ein 5-Ah-Akku unter Volllast oft schon nach rund 15 Minuten leer. Man sollte daher am besten mehrere Akkus haben.
Man kann natürlich auch ein 2-in-1-Gerät kaufen, das bläst sowie saugt und dabei noch das eingesammelte Laub häckselt. Meine Eltern nutzen ein solches Modell und sind sehr zufrieden damit.
- Geeignet für: Besitzer von größeren Grundstücken, Auffahrten oder Höfen. Da ist so ein Gerät eine echte Arbeitserleichterung.
5. Ast- und Kettensäge: Flexibel bei Ast- und Holzarbeiten
Bei der Baumpflege gibt es Äste, die für eine reguläre Astschere zu dick sind, für eine Kettensäge aber wiederum zu dünn oder es ist schlicht zu umständlich. Eine kleine Akku-Astsäge schließt bei mir diese Lücke. Durch das geringe Gewicht lässt sie sich auch auf Leitern einfacher bedienen als eine schwere Kettensäge.
Für gröbere Arbeiten oder Holzmachen nutze ich weiterhin eine ausgewachsene Akku-Kettensäge als Ergänzung. Sie ersetzt meine Benzin-Kettensäge mittlerweile in den meisten Fällen, denn sie arbeitet abgasfrei, leiser und springt auf Knopfdruck an.
Die Schnittleistung ist sehr hoch, jedoch gilt auch hier: Die Akkulaufzeit ist unter Volllast auf etwa 15 bis 20 Minuten begrenzt (5-Ah-Akkus). Mein Modell arbeitet mit zwei 18-Volt-Akkus auf 36 Volt – für weniger Unterbrechungen habe ich daher vier Akkus.
- Für wen: Die Akku-Astsäge ist praktisch und kräfteschonend für Bäume oder größere Sträucher. Die Kettensäge empfiehlt sich beispielsweise beim Kaminholz-Bedarf, ansonsten reicht die kleine Astsäge in vielen Fällen aus.
Eine wichtige Regel beim Kauf: Auf das Akku-Ökosystem achten
Mein Ratschlag vor der Anschaffung lautet: Entscheidet euch am besten für ein bestimmtes Akku-Ökosystem und bleibt möglichst dabei. Meine Eltern haben sich über die Jahre einen wilden Mix unterschiedlicher Geräte gekauft und brauchen für fast jedes einen eigenen Akku sowie ein Ladegerät – das würde mich nerven.
Meine einzige Ausnahme ist der kleine Rasenmäher vom Discounter, ansonsten arbeiten alle Werkzeuge mit dem gleichen Akku – teils nehme ich für Geräte anderer Hersteller auch einen Adapter. Die gibt es inzwischen für diverse Marken. So lassen sich etwa Dewalt-Geräte mit Makita-Akkus nutzen.
Zusätzlich spart ein einheitliches System Geld: Sind erst einmal ein paar Akkus und ein Schnellladegerät vorhanden, können bei Neuanschaffungen Geräte ohne Akku und Ladegerät gekauft werden, die meist spürbar günstiger sind.
Der Markt ist inzwischen etwas unübersichtlich, für Garten- und Heimwerker haben sich unter anderem diese Systeme etabliert:
- Bosch Power for All Alliance: Bosch hat sein 18V-System für andere Hersteller geöffnet. Das bedeutet: Der Akku des Bosch-Akkuschraubers passt auch in den Rasenmäher von Gardena, den Hochdruckreiniger von Kärcher oder die Geräte von Husqvarna und Gloria. Ein sehr flexibles System für den Garten.
- Einhell (Power X-Change): Einhell bietet ein breites Sortiment (über 300 Geräte) und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für große, stromhungrige Geräte wie Rasenmäher oder Kettensägen werden einfach zwei 18V-Akkus gleichzeitig eingesteckt, um 36 Volt zu erreichen. So sind keine teuren Spezial-Akkus nötig.
- Makita (18V LXT): Ein Klassiker auf Baustellen, der über 430 Werkzeuge unterstützt. Das System ist preislich mitunter etwas höher angesetzt, dafür robust, leistungsstark und langlebig. Es bietet sowohl für Handwerker als auch für den Garten eine große Auswahl. Auch hier lassen sich zwei 18V-Akkus für 36V-Geräte koppeln. Ich selbst nutze das Makita-System seit knapp fünf Jahren für Werkzeuge sowie Gartengeräte und bin sehr zufrieden.
- Ryobi (ONE+): Ryobi bietet mit dem ONE+-System ebenfalls eine große Auswahl an Werkzeugen. Wer auch abseits des Gartens gerne bastelt, findet hier Nischenprodukte wie Akku-Heißklebepistolen, Ventilatoren oder Lötkolben, die denselben Akku nutzen.
- Parkside (Lidl): Wer ein kleineres Budget hat oder die Geräte nicht dauerhaft stark beansprucht, findet in der Parkside-Familie vom Discounter eine gute Option. Die Geräte und Akkus sind erschwinglich.
Tipp: Am 6. und 7. Oktober findet bei Amazon der Prime Day statt, Ende November folgt der Black Friday. Hier gibt es oft auch Rabatte auf Gartengeräte. Möchtet ihr euch selbst einige Werkzeuge zulegen, lohnt sich ein Blick auf die Angebote.




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