Ich dachte, Movas Rasentrimmer wäre der ideale Mähroboter-Begleiter – doch er ist beinahe zu stark

Der Mova GT215 hat mehr Kraft, als ich ihm zugetraut hätte. Den Preis dafür zahlen allerdings meine Hosen.

Ich greife hier zum Mova GT215, um meine Rasenkanten zu schneiden. Ich greife hier zum Mova GT215, um meine Rasenkanten zu schneiden.

Ich hatte in den letzten Jahren über 15 Mähroboter in meinem Garten. Nahezu alle haben dasselbe Problem: Am Rand und um Hindernisse herum bleibt ein Streifen Gras stehen.

Dazu kommt bei uns ein Straßengraben, um den sich kein Mähroboter der Welt kümmert. Dichtes Gestrüpp, Brennnesseln, Kletterpflanzen und Löwenzahn wuchern nach einem Regenguss schneller, als mir lieb ist.

Ohne Trimmer geht es also nicht. Genau dafür habe ich mir den Akku-Trimmer GT215 von Mova genauer angesehen.

Ich hatte ihn inzwischen fünfmal im Einsatz, an Rasenkanten, im Graben, hinter meinem Holzverschlag, wo sogar ein Brombeerstrauch wuchert. Das Ergebnis ist eindeutig, nur anders, als ich erwartet hatte.

Warum Mähroboter einen Trimmer brauchen

Das Problem ist bauartbedingt. Bei nahezu allen Mährobotern sitzt der Mähteller mit den Klingen mittig unter dem Gehäuse, bis an eine Mauer oder einen Zaun kommen sie deshalb gar nicht heran.

2026 kommen zwar die ersten ernstzunehmenden Modelle auf den Markt, die das Problem angehen. Manche fahren etwa ein Stück über die Rasenkante hinaus oder haben einen zusätzlichen Arm mit Seitenschneider an Bord. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie gut das in der Praxis wirklich funktioniert.

Was ist der GT215 für ein Gerät?

Mova kennen die meisten von euch vermutlich von Saug- und Mährobotern. Seit Sommer 2026 verkauft der Hersteller aber auch klassische Akku-Gartengeräte, darunter einen Rasenmäher, eine Heckenschere, eine Astsäge, eine Astschere und eben den GT215-Trimmer.

Der GT215 im Einsatz. Der GT215 im Einsatz.

Der GT215 ist ein Akku-Rasen- und Kantentrimmer, dessen bürstenloser Motor mit 500 Watt zwei Schneidfäden antreibt; die Schnittbreite liegt bei 38 Zentimetern. Die Drehzahl regelt ihr in zwei Stufen (4.900 und 6.500 Umdrehungen pro Minute). Ohne Akku wiegt er 3 Kilogramm.

Im Karton liegen ein 20-Volt-Akku mit 4 Ah und ein Ladegerät. Der Akku gehört zu Movas Plattform »SyncPack« und passt in alle Gartengeräte der Serie. Heckenschere, Astsäge und Astschere kosten jeweils 130 bis 150 Euro, der Rasenmäher GL415 für 330 Euro nutzt gleich zwei Akkus.

Wer ohnehin mit Movas Gartenlinie liebäugelt, kauft Akku und Ladegerät also nur einmal.

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 169 Euro, im Mova-Shop und bei Amazon kostet der GT215 aktuell rund 160 Euro.

Was mir am Mova GT215-Trimmer gefällt

Power ohne Ende: Als ich den GT215 zum ersten Mal in der Hand hatte, war ich skeptisch. Vorne am Kopf drehen sich lediglich zwei Fäden, und so recht wollte ich nicht glauben, dass die gegen mein Gestrüpp ankommen.

Ich lag daneben.

Schon auf Stufe 1 mähe ich mich mühelos durch den Graben. Brennnesseln, Kletterpflanzen, Löwenzahn: Der Trimmer frisst sich einfach durch. Selbst den Brombeerstrauch hinter meinem Holzverschlag habe ich damit teilweise weggehäckselt. Die 500 Watt merke ich deutlich.

Die hauptsächliche Kraft mag zwar vom Motor kommen, doch auch der Spulfaden hilft. Mit 2 Millimetern Durchmesser sind sie kräftiger als die 1,6 Millimeter, die für normalen Rasen üblich sind. Für dickes Gras und Unkraut greifen Hersteller zwar eher zu 2,4 Millimetern und mehr, doch der GT215 glänzte in meinem Test in jeder Situation.

Und das auf Stufe 1 wohlgemerkt. Stufe 2 legt noch eine Schippe drauf. Wobei ich mich ernsthaft frage, wozu es die braucht. Ich hatte jedenfalls nie das Bedürfnis, noch einen Gang hochzuschalten.

Er zieht einfach durch: Der Akku reicht für alltägliche Arbeiten vollkommen aus. Mein bislang längster Einsatz dauerte 30 Minuten auf Stufe 1, in einem Mix aus Gras und schwerem Gestrüpp, ehe der Saft ausging. Der GT215 lief dabei die ganze Zeit sauber durch, ohne zu stocken oder abzuwürgen.

Erstaunlich genügsam ist er dabei beim Faden. Neuen Faden führt ihr halbautomatisch nach, indem ihr den Kopf kurz auf den Boden tippt. Das ist in dieser Klasse Standard. Gebraucht habe ich die Funktion bislang allerdings kein einziges Mal.

Gutes Handling: Ein Leichtgewicht ist der GT215 nicht. Den Zusatzgriff könnt ihr per Drehknauf in Winkel und Position anpassen, damit liegt er bei meinen 1,68 Metern gut ausbalanciert in der Hand.

Der Akkuwechsel geht fix. Rausziehen, neuen reinstecken, weiter geht's.

Den Griff könnt ihr im Winkel stufenweise per Drehknauf verstellen und somit an eure Bedürfnisse anpassen. Den Griff könnt ihr im Winkel stufenweise per Drehknauf verstellen und somit an eure Bedürfnisse anpassen.

Was mir nicht gefällt

Schnittgut-Schleuder: Der GT215 schleudert das Schnittgut brutal zurück – das ist die Kehrseite der brutalen Kraft. An den Rasenkanten hält es sich noch in Grenzen. Im Straßengraben klebt es mir dagegen hinterher überall an den Klamotten, von den Schuhen bis hoch an den Pullover.

An meiner Technik liegt es nicht. Der Kopf dreht im Uhrzeigersinn, und ich habe bewusst verschiedene Richtungen ausprobiert. Das Schnittgut fliegt trotzdem immer in meine Richtung.

Immerhin: Ins Gesicht kam zum Glück nichts. Eine größere Schutzhaube würde dem GT215 trotzdem gut stehen.

Im Video seht ihr das Schleudern in Zeitlupe in beiden Mährichtungen:

Video starten 0:51 Mova GT215: Grashalme werden im Betrieb fortgeschleudert

Gewicht bei Dauereinsatz: Trotz guter Balance spüre ich die 3 Kilogramm nach einer Weile im rechten Handgelenk. Dort liegt nämlich die ganze Zeit mein Finger auf dem Schalter, und die Hand trägt damit den Großteil der Last. Bei einer halben Stunde im Graben macht sich das bemerkbar.

Die Power des GT215 hat mir vor allem in meinem Straßengraben geholfen. Die Power des GT215 hat mir vor allem in meinem Straßengraben geholfen.

Alternativen

Mova hat selbst eine kleinere Variante im Angebot, den GT212. Mit 300 Watt ist er deutlich schwächer, wiegt aber nur rund 2 Kilogramm. Sein Kopf lässt sich drehen und neigen, dazu kommen ein Teleskopstiel und ein Blumenschutzbügel. Aktuell bekommt ihr ihn schon für rund 65 Euro (UVP 89 Euro).

Der Worx WG163E lässt sich per Führungsrad zum Kantenschneider umbauen und läuft mit Worx' 20-Volt-Akkus. Je nach Set kostet er zwischen 60 und 100 Euro.

Für die reine Kantenpflege nach dem Mähroboter oder kleinere Einsätze reichen solche leichteren Modelle völlig aus. Für einen etwas tieferen Graben voller Unkraut schätze ich dann aber doch die 500-Watt-Leistung des GT215.

MOVA Akku-Rasentrimmer
MOVA Akku-Rasentrimmer
38cm Schnittbreite
Zwei Geschwindigkeitsstufen, verstellbarer Zusatzgriff, inklusive Akku und Ladegerät.
159 €
WORX Akku Rasentrimmer
WORX Akku Rasentrimmer
30cm Schnittbreite
Gras-Trimmer und Kantenschneider, wiegt nur 2,4 Kilo, inklusive Akku und Ladegerät.
99 €

Fazit

Der GT215 hat Power ohne Ende, zieht auch nach einer halben Stunde im Gestrüpp klaglos durch und ist dabei gut ausbalanciert.

Ideal ist er für euch, wenn ihr neben Rasenkanten auch Wildwuchs, Brennnesseln oder verwilderte Ecken im Griff behalten müsst. Wer nur alle ein, zwei Wochen die Ränder hinter dem Mähroboter nachschneidet, braucht so viel Kraft eigentlich nicht und ist mit einem leichteren Trimmer womöglich besser bedient.

Lest auch: Die besten Mähroboter 2026

Den perfekten Rand schafft bislang kein Mähroboter allein, auch wenn die neuesten Modelle aufholen. Solange das so bleibt, gehört ein Trimmer für mich einfach dazu. Mit dem GT215 habe ich einen gefunden, der vor nichts zurückschreckt. Meine Brombeeren sind jedenfalls weg, meine Kleidung musste ich danach aber erstmal abklopfen.

Wenn ihr bereits in einem anderen (Akku-)Ökosystem unterwegs seid, ergibt es Sinn, sich nach Alternativen umzuschauen.


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