Seit Jahren klicken wir gedankenlos auf »Abmelden« in E-Mails – genau darauf warten Cyberkriminelle

Beim Abmelden von Spam und Newslettern ist Vorsicht geboten.

Ihr könnt euch weiterhin von Newslettern abmelden, doch wenn ihr dabei ein, zwei Dinge beachtet, wird es deutlich weniger gefährlich. (Bild: Xataka.com) Ihr könnt euch weiterhin von Newslettern abmelden, doch wenn ihr dabei ein, zwei Dinge beachtet, wird es deutlich weniger gefährlich. (Bild: Xataka.com)

Wenn die Newsletter und Spam-Mails mal wieder zu viel werden, suchen viele von uns schnell den Abmelden-Button, mit dem wir uns im Normalfall von den regelmäßigen Mails befreien können.

Der Klick auf Abmelden kann euch allerdings in Schwierigkeiten bringen. Experten warnen vor versteckten Gefahren hinter den unscheinbaren Links (via Techspot).

Das Problem mit dem Abmelden-Button

Im Detail: TK Keanini, CTO des Cybersecurity-Unternehmens DNSFilter, warnt vor einer ernüchternden Statistik: 

  • Bei jedem 644. Klick auf einen Abmelden-Link landet ihr auf einer potenziell gefährlichen Website.
  • Das Problem: Sobald ihr auf den Link klickt, verlasst ihr die geschützte Umgebung eures E-Mail-Clients und begebt euch ins offene Internet.

Diese Risiken drohen euch

1. Bestätigung aktiver E-Mail-Adressen

Der harmloseste Fall: Cyberkriminelle bekommen bestätigt, dass eure E-Mail-Adresse aktiv ist und überwacht wird. Das Resultat? Noch mehr Spam in eurem Postfach. Vielleicht sogar Social Engineering.

2. Weiterleitung zu Phishing-Seiten

Michael Bargury von der Sicherheitsfirma Zenity erklärte laut Techspot, dass viele Abmelden-Links zu gefälschten Websites führen, die eure Passwörter oder andere Login-Daten stehlen wollen.

Achtung: Wenn eine Seite nach dem Abmelden-Klick euer Passwort verlangt – macht das auf keinen Fall!

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3. Malware-Angriffe

Im schlimmsten Fall versuchen kriminelle Websites, Schadsoftware auf eurem Gerät zu installieren.

Das könnte beispielsweise passieren, indem ein im Link verstecktes Script Sicherheitslücken eures Browsers ausnutzt, um ohne euer Wissen Malware zu installieren.

Hier einige gängige Methoden im Überblick:

  • Drive-by-Downloads: Schadsoftware lädt sich beim bloßen Besuch der Seite herunter
  • Fake-Software-Updates: Ihr Browser ist veraltet-Meldungen - dahinter steckt Malware
  • Trojaner-Downloads: Getarnt als harmlose Dateien oder Programme
  • Browser-Hijacking: Eure Startseite und Suchmaschine werden manipuliert

Die sichereren Alternativen

Wie entkommen wir also diesen schädlichen Abmelden-Links? Es gibt mehrere Methoden, die zumindest mehr Sicherheit bieten.

1. Abmelden-Button eures Mailservices nutzen

Die sicherste Methode sind die integrierten Abmelden-Buttons eures E-Mail-Anbieters. Diese erscheinen oft direkt in der Benutzeroberfläche und sind nicht Teil der eigentlichen E-Mail.

Warum sind sie sicher?

  • Kein verdächtiger Web-Code
  • Direkte Kommunikation mit dem E-Mail-Service
  • Keine Weiterleitung auf externe Websites

So sieht es beispielsweise bei Gmail aus:

Auffällig unauffällig findet ihr den gesuchten Button oftmals im Header der Mail. Auffällig unauffällig findet ihr den gesuchten Button oftmals im Header der Mail.

2. Spamfilter und Blacklists

Charles Henderson von der Sicherheitsfirma Coalfire rät laut Techspot: Wenn ihr dem Absender nicht vertraut, solltet ihr auch dem Abmelde-Prozess nicht trauen.

Bessere Optionen:

  • Spamfilter des E-Mail-Anbieters nutzen
  • Absender auf die Blacklist setzen
  • E-Mail einfach löschen

3. Wegwerf-E-Mail-Adressen verwenden

Für Registrierungen bei unbekannten oder zweifelhaften Websites empfehlen sich Einweg-E-Mail-Adressen. Das macht Online-Shopping zwar umständlicher, schützt aber eure Haupt-E-Mail-Adresse.

Zu guter Letzt ein Tipp, der euer Nervenkleid über Dauer schonen wird: Wenn ihr mehrere Mails anlegt, um Spam auf euerer Haupt-Mailadresse zu vermeiden, nutzt einen kostenfreien Passwortmanager, in dem ihr Passwörter generieren und speichern könnt. So verliert ihr nicht den Überblick über eure Anmeldedaten.

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